Moviebase Prowl

Prowl
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Bewertung: 25%

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Originaltitel: Prowl
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 23.09.2011
DVD/Blu-Ray Verleih: 24.08.2011
Freigabe: FSK 18
Lauflänge: 81 Minuten
Studio: After Dark Originals / Universum Film
Produktionsjahr: 2010
Regie: Patrik Syversen
Drehbuch: Tim Tori
Darsteller: Ruta Gedmintas, Joshua Bowman, Courtney Hope, Bruce Payne, Jamie Blackley, Perdita Weeks, Saxon Trainor, George Oliver

Dass die amerikanische Kleinstadtprovinz schon in so mancher jungen Frau das Reisefieber, die Sehnsucht nach der großen Stadt geweckt hat, ist im Film (wie auch im realen Leben) natürlich keine Neuigkeit. Bei Amber (Courtney Hope) kommt hinzu, dass sie mit ihrer Arbeit in einer Farnfielder Fleischerei nicht wirklich zufrieden ist und vor allem dort von seltsamen Visionen überfallen wird: Einem menschlichen Skelett im Abfallcontainer, Unmengen von Blut…

Als sie endlich eine Wohnmöglichkeit in Chicago findet, wollen ihre Freunde sie dorthin begleiten, um ihr den Umzug zu erleichtern. Direkt hinter der Stadtgrenze aber versagt ihr Wagen – stattdessen bitten sie einen Lastwagenfahrer, sie mitzunehmen. Der stimmt zwar nur nach langem Zögern zu, lässt die Gruppe dann aber hinten zu seiner Ladung aufsteigen – nur leise sollten sie sein, damit er keinen Ärger bekomme, denn natürlich dürfe er eigentlich niemanden mitnehmen.

Regisseur Patrik Syversen hat bis zu diesem Zeitpunkt schon allerlei dunkle Vorahnungen in seinem neuen Film „Prowl“ eingebaut – seiner ersten amerikanischen Produktion, entstanden in der Reihe „After Dark Originals“. Da sind die Visionen, das ominös wirklich genau am Ortsschild den Dienst verweigernde Auto, dazu noch Ambers Vermutung, dass sie womöglich von ihren Eltern nur adoptiert worden sei – und natürlich das seltsame, gleichwohl nicht ungewöhnliche Verhalten des Lastwagenfahrers.

Aber einiges davon ist falsche Fährte, deutet auf eine übersinnliche Komponente hin, die es in dieser Form im zweiten Teil des Filmes dann nicht gibt, der dann ruckzuck eine deutlich handfestere, blutigere Richtung einschlägt, wie sie allenfalls von den Szenen an Ambers Arbeitsplatz vorab zu antizipieren war. Wird dort das Tier zum Schlachtobjekt, zum Fleisch, so finden sich nämlich die Freunde alsbald in einer ähnlichen Situation. Der Lastwagenfahrer lädt sie an der Rampe eines offenbar stillgelegten Schlachthofes ab, wo sie, ehe sie sich versehen, selbst zum Schlachtgut werden, zur leichten Beute für blutdurstige Kreaturen, die offenbar von der geheimnisvollen Veronica (Saxon Trainor) kontrolliert werden und hier lernen sollen, auf Menschen Jagd zu machen.

Auffallend ist, wie fast schon verschwenderisch Syversen in „Prowl“ mit seinem einmal eingeführten Personal umgeht: Nach gerade der Hälfte des Films hat man Veronica noch nicht kennen gelernt, aber von den jungen Leuten aus Farnfield sind nur noch zwei am Leben. Die restlichen gut vierzig Minuten – immerhin ist der Film mit weniger als anderthalb Stunden sehr knapp gehalten – sehen wir Amber bei Flucht und Selbstfindung zu, Veronica und ihren Schergen bei Jagd und Planung – bis am Schluss die eine von der anderen in sehr monologischem Dialog erfährt, worum es hier eigentlich geht und weshalb sie überhaupt noch am Leben ist.

Syversen hatte zuletzt 2008 mit dem in seiner Heimat Norwegen entstandenen „Manhunt – Backwoods Massacre“ (im Original „Rovdyr“) auch international für offenbar genug Interesse gesorgt, dass ihm nun in den USA diese Regiearbeit nach einem Buch von Tim Tori angetragen worden ist. (Zu Toris Arbeiten gehört vor allem das Drehbuch für „Blood Waves“ aka „Trespassers“ von Ian McCrudden.) Die Story von „Prowl“ richtet sich nun offenbar inhaltlich und auch ästhetisch – mit viel Nachtblau und vielen Zähnen – an der neuen Welle härterer Vampirfilme aus, wie sie etwa von „30 Days of Night“ vertreten wird, kann aber in keiner Hinsicht als Vertreter dieses Genres wirklich überzeugen.

Das liegt nicht einmal unbedingt daran, dass man es hier in genrepuristischer Perspektive gar nicht mit Vampiren zu tun hat, sondern eher mit blutdurstigen, menschenfleischfressenden Kreaturen mit übermenschlichen Kräften – ein bisschen vielleicht vergleichbar den mutierten Australiern im nicht minder eigenartigen „Primal“ von Josh Reed. Stattdessen schwächelt der Film vor allem dort, wo er, das lässt der Plot vermuten, eigentlich punkten will: In Spannung, Grusel und Gore.

In den Jagdszenen auf der großflächigen Industriebrache kommt jedoch kaum Erregung auf. Die Bedrohung für Amber und ihre Freundin wird durch Schnitte zwischen den Menschen und den Monstren suggeriert, zwischen denen der Film jedoch keinen Zusammenhang herstellt – das wirkt nicht aufregend, sondern hauptsächlich verwirrend. Eine stellenweise enorm unruhige Kameraführung soll wohl Lebendigkeit und Hektik vermitteln, tut aber vor allem ihren Teil dazu, den Zuschauer aus dem Geschehen herauszureißen.

Syversen und Tori gelingt es außerdem nicht, ihre Kreaturen mit irgendeiner metaphysischen Bedeutung aufzuladen, die über die rein animalisch beschreibbare Bedrohung für Amber hinausgeht. Alle anfangs aufgebauten oder zumindest suggerierten Bedeutungsebenen des Films laufen dadurch ins Leere; wenn am Schluss der finale Konflikt durch einen auch noch vorhersehbaren Trick gelöst wird – ein deus ex Benzinfass, wenn man so will –, bleibt das Publikum zudem mit dem deutlichen Gefühl zurück, dass sich die Filmemacher auch bei der Handlung und ihrer Zuspitzung letztlich keine große Mühe geben wollten.

>> verfasst von Rochus Wolff

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