Moviebase Rite - Das Ritual, The

Rite - Das Ritual, The
Rite - Das Ritual, The

Bewertung: 50%

Userbewertung: 63%
bei 154 Stimmen

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Originaltitel: The Rite
Kinostart: 17.03.2011
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: Unbekannt
Lauflänge: Unbekannt
Studio: New Line Cinema / Warner Bros.
Produktionsjahr: 2010
Regie: Mikael Håfström
Drehbuch: Michael Petroni, Matt Baglio
Darsteller: Anthony Hopkins, Alice Braga, Ciarán Hinds, Rutger Hauer, Maria Grazia Cucinotta, Chris Marquette, Torrey DeVitto, Franco Nero, Colin O'Donoghue, Toby Jones, Marta Gastini, Arianna Veronesi, Andrea Calligari, Ben Cheetham, Marija Karan, Rosa Pianeta, Giampiero Ingrassia

Geschichten um und über Exorzisten sind wie das Thema selber vermutlich eine Glaubensfrage. Auf die einen wirken sie bedrohlich, beängstigend und in höchstem Maße verstörend, wohingegen andere sie als lächerlichen Mummenschanz abtun. Ob man sich bei einer mit allem Schnickschnack inszenierten Teufelsaustreibung gruselt oder sie im Gegenteil als komödiantischen Höhepunkt empfindet, hängt nicht zuletzt von den eigenen religiösen Überzeugungen ab. Dabei ist der Akt als solcher keineswegs so zentral wie die Herleitung desselben. Eine überaus beliebte Methode scheint zu sein, den skeptischen/zweifelnden Zuschauern über eine ebenfalls skeptische/zweifelnde Hauptfigur abzuholen und so eine Identifikationsmöglichkeit zu erschaffen.

Der von Eli Roth protegierte Low-Budget-Thriller „Der letzte Exorzismus“ funktionierte exakt nach diesem Schema. Im Stile einer TV-Dokumentation sollte der Glauben an den Teufel als ein riesiger, von der Kirche inszenierter Schwindel enttarnt werden. Dass das Ende wahlweise als Bestätigung oder Widerspruch dieser These gewertet werden konnte und so beide Seiten auf eine gewisse Art zufrieden stellte, mag man feige finden. Zumindest an der Kinokasse erwies sich das Konzept jedoch als einträglich. In „The Rite“ ist es ein junger Priesteranwärter (Colin O’Donoghue), der an der Standfestigkeit seines Glaubens und seiner Berufswahl zweifelt und von seinem Vorgesetzten daraufhin zu einem Exorzisten-Workshop in den Vatikan beordert wird. Dort trifft er auf Hannibal Lector äh Pater Lucas (Anthony Hopkins). Der Geistliche ist im Exorzismus-Geschäft ein alter Hase und anders als der Protagonist aus Roths Mockumentary von der Existenz des Belzebubs überzeugt.

Etwas zu schnell rückt der Film eine recht einleuchtende Erklärung für die vermeintliche Besessenheit in sein Zentrum. Wie der zweifelnde Michael soll auch der Zuschauer der Überzeugung sein, dass wir es hier nicht mit einem teuflischen Budenzauber sondern lediglich mit einem forensischen Phänomen, sprich einer psychischen Erkrankung zu tun haben. Die sich daran anschließende, sorgsam aufgebaute Widerlegung mit all ihren obskuren Begleiterscheinungen – eine Krötenplage muss als böses Omen für den bibelfesten Zuschauer herhalten – gehört wie das Final Girl längst zum Inventar des Horrorfilms. Der Ablauf folgt bis zum unvermeidlichen Twist den eingespielten Regeln des Genres, was die Geschichte insgesamt nur bedingt modern erscheinen lässt. Spannender als die Frage, ob der Film die Existenz von Gott und Teufel schlussendlich bejaht, ist dann auch seine psychologische Komponente. Immer wieder betrachtet „The Rite“ problematische Vater-Sohn-Beziehungen, aus denen dunkle Geheimnisse hervorleuchten. Michaels Verhältnis zu seinem strengen, dominanten Vater (Rutger Hauer in einer Nebenrolle) ist dabei von zentraler Bedeutung. Es bildet eine unsichtbare Klammer, die den klerikalen Plot mit seinen seit „Der Exorzist“ unzählige Male kopierten Bestandteilen umschließt.

Optisch bildet der Film, dem der abgenutzte Hinweis auf eine reale Begebenheit voranstellt wurde, einen ansprechenden Gegenentwurf sowohl zum Blair-Witch-Stil des „letzten Exorzisten“ als auch zu Fantasy-ähnlichen Vertretern wie „Constantine“. So ist Regisseur Mikael Håfström einerseits erkennbar um Realismus bemüht, gleichzeitig fängt er Hochglanz-Bilder der ewigen Stadt ein, mit denen sich „The Rite“ abseits seiner düsteren Boogeyman-Szenen problemlos in ein touristisches Werbevideo einfügen könnte. Håfström weiß, wie er den im weiteren Verlauf zunehmend konventionellen Plot verpacken muss, damit man dessen Ideenlosigkeit möglichst erst hinterher bemerkt. Schicke Rückblenden, Weichzeichner und elegante Totalen gehören schon länger zum Handwerkszeug des genre-erfahrenen Schweden. Eine besondere Erwähnung verdient zudem der angenehm zurückhaltende und doch einprägsame Score von Alex Heffes, aus dem sich ganze Assoziationsketten bauen lassen.

Nach einem vielversprechenden Auftakt, der uns Michaels innere Zerrissenheit näherbringt und uns zudem einen Blick in die Organisation des kirchlichen Ausbildungsapparates erlaubt, versackt die Handlung in den üblichen, hinlänglich thematisierten Widersprüchen zwischen Glauben und Vernunft. Die vom Film propagierte Dialektik ist dabei so überraschungsfrei wie viele der kurzen Schockmomente, die sich aus einem meist schrillen Soundeffekt und einem schnellen Umschnitt ergeben. Statt furchteinflößend oder zumindest beunruhigend wirkt das Finale im dunklen Kämmerlein dann fast schon campy. Während recht einfallslose Computereffekte Atmosphäre erzeugen sollen, darf ein wild grimassierender Anthony Hopkins als besessener Dämonen-Derwisch sein Overacting auf die Spitze treiben. Es ist jener Augenblick, in dem „The Rite“ seinen Tiefpunkt erreicht.

>> verfasst von Marcus Wessel

30%
libertad
geschrieben am 17.07.2011 um 21:47 Uhr
sorry aber ich fand den film einfach nur schlecht, bin aber ehrlich gesagt auch net son freund von exorzismus filmen. fand diesen film ziemlich langweilig und auch ärgerlich, er stellt meiner meinung nach die kirche in ein positives licht, vor allem kritisiert er in keinster weise exorzismus sondern tut so als sei das etwas positives, warum ich ihm noch 30 gebe ist sir anthony hopkins.
40%
Volker
geschrieben am 15.04.2011 um 11:00 Uhr
Um es Kurz zu sagen:
- Anthony Hopkins und auch die anderen Schauspieler waren alle gut
- der Anfang des Films ist sehr stimmig
- drifted dann aber ab und wird langweilig bis anstregend, hat mann alles schon gesehen und auch vorhersehbar. Schade, mann hätte mehr daraus machen können.


Ich gebe hier 40%, da Technik hochwertig ist, die Schauspieler gut sind und ein paar Anspielungen auf der Exorzist da sind.
60%
Freudenfeuer
geschrieben am 13.04.2011 um 22:00 Uhr
War OK, aber wirklich nichts neues.. Auch Hopkins hat schon besser gespielt. Irgendwie fehlte dem Film die Story und alles war schon klar bevor es passierte. Schade um das Potential. . . .
80%
Thompsen
geschrieben am 05.04.2011 um 09:00 Uhr
Mir hat der Film sehr gut gefallen. Endlich mal ein Exorzismus-Film ohne drehende Köpfe. Hier wird der Fokus noch auf die Schauspieler gesetzt und meiner Meinung nach, haben sie die Handlung verdammt gut rüber gebracht. Ich muss den Streifen unbedingt auf DVD haben!
80%
JasonX
geschrieben am 20.03.2011 um 22:00 Uhr
Der Film zeigt nichts Neues, man hat alles schonmal gesehn!Trotzdem gefällt er mir sehr, da die Schauspieler passen. Das Make-up gefällt mir sehr und der Film schafft es, das man sich an manchen Stellen unwohl fühlt. Der Film packt ein und lässt ein nicht mehr los. Wie ich schon sagte man sieht nichts neues, aber der Film macht auch NICHTS Falsch. Für ein Kinoabend ist er optimal und macht sich bestimmt auch gut in einer DvD/Blu Ray sammlung!
70%
J
geschrieben am 18.03.2011 um 12:00 Uhr
Hab den Film gestern gesehen und muss sagen, dass die Kritik hier recht gut nachzuvollziehen ist. Allerdings würde ich nach persönlicher Einschätzung etwas mehr, als eine Wertung von 50% vergeben. Anthony Hopkins liefert eine solide Performance ab, wie man es auch von ihm erwarten darf. Vor allem die Szenen, in denen er Exorzismen mit einer Gelassenheit durchführt, als würde er einen vollkommen konventionellen Beruf ausüben, sind sehenswert.

Wie bereits in der Kritik oben erwähnt, ist der Score echt gelungen und steigert sich gegen Ende des Films noch einmal, wenn als Einleitung zum finalen Konflikt laute Kirchenglocken einsetzen. Außerdem ist Rutger Hauer in seiner Nebenrolle eine nette Ergänzung zum Cast.Die meiner Meinung nach größte Schwäche des Films ist, wie auch aus der blairwitch-Kritik hervorgeht, das Hin und Her zwischen Vernunft und Glaube. Auf eine recht plumpe Art und Weise "widerlegt" die zweite Hälfte des Films die erste und macht sie fast schon unnötig. Hier hätte man evtl. von Anfang an einen klaren Weg einschlagen können. Ich selbst hätte absolut keine Einwände gegen einen Exorzismusfilm, bei dem von Anfang an gesagt wird, dass tatsächlich üble Mächte am Werk sind und dergleichen, oder aber eine komplett vernunftsorientierte Erklärung bevorzugt wird. Der Mix dieser beiden Herangehesnweisen allerdings ist schwierig durchzusetzen.

Die Story an sich ist fürs Genre ziemlich konventionell, allerdings in keiner Weise schlecht oder lächerlich. Am Ende fügen sich, wie beim großen Vorbild "Der Exorzist" (aus dem auch einige Zitate übernommen wurden) die Ereignisse um den Haupchrakter schlüssig zusammen.Alles in Allem leisten der gesamte Cast gute Arbeit, so auch Mikael Håfström selbst. Wenn man mal wieder einen Horrorfilm sehen möchte, der weder ins Subgenre "Tortureporn", noch in "Pseudodoku" einzuordnen ist, kann man sich "The Rite" getrost zuführen. Dennoch sollte man (mMn) keinen Meilenstein des Horrorgenres erwarten, sondern ein solides, teils recht atmosphärisches (SPOILER: Anruf des Vaters "aus der Hölle") Werk.J
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