Moviebase Divide, The

Divide, The
Divide, The

Bewertung: 80%

Userbewertung: 85%
bei 59 Stimmen

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Originaltitel: The Divide
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 11.05.2012
DVD/Blu-Ray Verleih: 18.04.2012
Freigabe: FSK 18
Lauflänge: 107 Minuten
Studio: Instinctive Film
Produktionsjahr: 2010
Regie: Xavier Gens
Drehbuch: Karl Mueller, Eron Sheean
Darsteller: Rosanna Arquette, Peter Stormare, Lauren German, Milo Ventimiglia, Michael Biehn, Michael Eklund, Courtney B. Vance, Iván González, Ashton Holmes, Jennifer Blanc, Abbey Thickson

Die Welt geht unter. Dass das Ende schon im nächsten Jahr kommen könnte, wissen wir jedoch nicht erst seit Roland Emmerichs „2012“. Untergangsszenarien fanden schon oft den Weg auf die Kinoleinwände. Einige gelangen mehr, andere weniger. Regisseur Xavier Gens, Genrekennern noch mit dem eher misslungenen „Frontière(s)“ und Actionfreunden mit seinem Hollywood-Ausflug „Hitman“ im Gedächtnis, ahmt in seinem neuesten Werk weder einen effektlastigen Weltuntergang à la Emmerich noch einen apokalyptischen von düsteren Wesen besetzten Planeten wie in „I Am Legend“ nach. Gens sperrt seine Protagonisten - und somit den Zuschauer - in einen Schutzbunker unter der Erdoberfläche und sorgt damit für ein klaustrophobisches, ungemein beklemmendes und blutiges Kammerspiel.


Starr vor Schreck erlebt Eva (Laura German, „Hostel 2“) am Fenster ihres Apartmentblocks den Augenblick des Weltuntergangs: Mit gewaltigen Explosionen verabschiedet sich New York in einem Inferno aus Feuer und Rauch. In letzter Sekunde erreicht sie zusammen mit ihrem Ehemann Sam (Iván González) und einigen Nachbarn den schützenden Keller. In dem bunkerartigen Komplex eingeschlossen, hoffen die Menschen auf baldige Rettung. Doch als klar wird, dass diese nicht kommt, muss sich die zusammengewürfelte Gruppe selbst helfen. Es kommt zu ersten Konfrontationen; was mit verletzter Eitelkeit beginnt, steigert sich nach der ersten Bedrohung von draußen zu einem Machtspiel mit grausamer Konsequenz.


Ein lauter Knall – New York ist nicht mehr. Zeit, sich in der Geschichte einzuleben, zu orientieren, lässt Gens nicht. „The Divide“ startet laut, schell und pompös, ein Vorgeschmack auf die Atemlosigkeit, die sich für den Rest der Laufzeit einstellt. Die Frage nach dem Warum fassen der Regisseur und die Drehbuchautoren Karl Mueller und Eron Sheean gar nicht erst auf – für deren intensives Kellerspiel werden die Antworten auch nicht benötigt. Kaum sind alle Charaktere im Bunker – dessen Funktion eigentlich darin bestehen sollte, Menschen zu schützen – versammelt, entwickelt sich eine unangenehme Atmosphäre zwischen den Eingesperrten, die schon bald in gegenseitigem Misstrauen und Psycho-Krieg gipfelt. Zu Anfang noch darauf bedacht, mit wenigen Lebensmitteln zu überleben, entpuppen sich einige Mitglieder der Gruppe als wahre Monster. Und wenn sich eine Gruppe gegenseitig zerfleischt, kann auch ein Bunker keinen Schutz mehr bieten.


Mit Fortschreiten der Zeit zeigen die unter Stress und Angst leidenden Menschen ihre wahren Gesichter. Während die einen darauf pochen, endlich den Bunker zu verlassen, um Nahrung zu besorgen, versteifen sich die anderen auf das rettende Versteck. Hier herrscht im wahrsten Sinne des Wortes Krieg – auf wenigen Quadratmetern. Gens dreht die Spannungsschraube schonungslos zu und sorgt mit immer neuen Wendungen im Handlungsverlauf und in den Charakterzeichnungen für ein schweißtreibendes Szenario. Allmählich kristallisieren sich in der Gruppe Anführer und Opfer heraus, die mit allen Mitteln versuchen, das Beste aus der aussichtslosen Situation zu machen.


Doch es ist nicht nur der psychische Druck, dem die Beteiligten ausgesetzt sind. Auch vor blutigen und an den Nerven zerrenden Foltermethoden macht Filmemacher Gens nicht halt, präsentiert uns das packende Szenario in düsteren und teils unheimlichen Bildern. Die Angst der Gepeinigten springt nahtlos auf den Zusehenden über. Dass dies gelingt, ist nicht allein der Aufmachung und Regie zu verdanken. Gerade die Darsteller scheinen beim Dreh an ihre äußersten Grenzen gegangen zu sein. Je länger das Geschehen andauert, desto erschöpfter und labiler kommen die Überlebenden daher. Aber auch beim Betrachter hinterlässt das Unterfangen Spuren: Man sehnt sich nach einer Ruhephase, einem Moment zum Atem holen und fiebert mit den halbwegs sympathischen Figuren bei ihrem bitteren Überlebenskampf. Gens lässt Hoffnungen auf ein Happy End während des Films allerdings nahezu verpuffen. Dass ein Ausweg aus dem Dilemma nur durch ein Becken voll – ich entschuldige mich an dieser Stelle für die Ausdrucksweise – Scheiße führt, ist bezeichnend.


Für Menschen mit Platzangst ist „The Divide“ dabei wahrlich nicht zu empfehlen. Welche Brutalität zum Schutz eingesperrte Personen unter unmenschlichem Stress an den Tag legen können, zeigt Xavier Gens ungeschönt in all seiner Härte. Das kann mitunter gerade zart besaiteten Zuschauern an die Substanz gehen, was das Durchhaltevermögen bei diesem verstörenden, aber sehr gelungenen Werk mitunter schmälern könnte. Bishin zum schmerzhaften Finale sollte man sich „Divide“ jedoch unbedingt uneingeschränkt ansehen. „The Divide“ ist harte, aber exzellent fotografierte und gespielte Genrekost und eine ganz klare Empfehlung.


>> verfasst von Janosch Leuffen

danny
geschrieben am 29.11.2011 um 23:25 Uhr
Der soll nicht sofort auf DVD erscheinen! Ich möcht den so gern im Kino sehen! Bin schon so gespannt!
100%
Scarion
geschrieben am 04.10.2011 um 16:05 Uhr
Gibt es schon ein Releasedate? Habe lange auf diesen Film gewarten, er sieht wunderbar aus. Direct-to-DVD Release oder Kinostart erst nächstes Jahr?
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