Moviebase Adéle und das Geheimnis des Pharaos

Adéle und das Geheimnis des Pharaos
Adéle und das Geheimnis des Pharaos

Bewertung: 60%

Userbewertung: 86%
bei 78 Stimmen

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Originaltitel: Les aventures extraordinaires d Adèle Blanc-Sec
Kinostart: 30.09.2010
DVD/Blu-Ray Verkauf: 01.04.2011
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 6
Lauflänge: 107 Minuten
Studio: Europa Corp. / Universum Film
Produktionsjahr: 2010
Regie: Luc Besson
Drehbuch: Luc Besson, Jacques Tardi
Darsteller: Louise Bourgoin, Mathieu Amalric, Gilles Lellouche, Jean-Paul Rouve, Philippe Nahon, Gérard Chaillou, Moussa Maaskri, Eric Naggar, Frédérique Bel, Isabelle Caro, Jacky Nercessian

Luc Besson ist vielleicht der einzige französische Regisseur, der regelmäßig mit so richtig großen Budgets hantiert und nicht selten auch international erfolgreiche Blockbuster abliefert. Für 2010 hat er zudem ein Produktionstempo wie sonst wohl nur noch Uwe Boll – erst Ende vergangenen Jahres kam in Frankreich die Fortsetzung von "Arthur und die Minimoys" (Arthur et les Minimoys, 2006) in die Kinos, schon im Oktober folgt jetzt "Arthur et la guerre des deux mondes", und zwischendurch schiebt der Mann noch "Les aventures extraordinaires d’Adèle Blanc-Sec" ein, der im September auch in deutsche Kinos kommen soll. (Und nebenbei war Besson in jüngster Zeit auch noch an weiteren Produktionen als Autor und Produzent beteiligt, an "From Paris With Love" etwa und an "L’Immortel" mit Jean Reno.)

Man könnte nun lästern, dass das wohl auf Kosten kluger Handlung und komplexer Filmerzählungen gegangen sei, aber womöglich gilt diesen Fragen eh schon nicht Bessons besonderes Interesse; zudem sind die von Besson gedrehten (und alle drei auch geschriebenen) Filme zwei Fortsetzungen eines Kinderfilms und eine Comicverfilmung – das Drehbuch, könnte man meinen, schreibt sich da fast von selbst. Für "Les aventures extraordinaires d’Adèle Blanc-Sec" jedenfalls hätte noch ein wenig Ausdauer beim Skript dem Projekt womöglich ganz gut getan: Man sieht dem Film doch zu sehr an, dass seine Handlung aus mehreren Bänden der Comics von Jacques Tardi zusammengeklaubt wurde. Leichtigkeit erarbeitet sich der Film allenfalls dadurch, dass er Phantastisches ganz gewöhnlich behandelt, als sei es eigentlich nichts Besonderes, uralte Flugsaurier oder ägyptische Mumien wieder zum Leben zu erwecken.

Aber davon gleich mehr; Besson hat sich für einige Elemente in diesem Film dann nämlich doch Zeit genommen, und das betrifft insbesondere das Produktionsdesign. Der Film schwelgt immer wieder in seinen Bildern von Paris vor dem ersten Weltkrieg, da wirkt die Stadt noch frisch in ihrer betriebsamen Urbanität, neben den Autos fahren auch Pferdegespanne durch die Straßen, auf denen es nachts sogar noch richtig einsam wird. Mit viel Aufwand ist das rekonstruiert und bebildert worden, und allein für diese Zeitreise möchte man Besson schon dankbar sein.

Zugleich ist das alles natürlich etwas zu vollkommen und damit neben die Realität gerückt: Und so passen der Pterodactlyus und die Mumien ganz gut, die sich da durch die Straßen dieses ahistorischen Paris bewegen. Mademoiselle Blanc-Sec, Journalistin und in gewissem Maße auch Abenteurerin, hat viel damit zu tun, denn sie sucht nach Heilung für ihre verunglückte Schwester, die nur, sagen wir: abseitiges Wissen ihr noch ermöglichen kann. Daher reist sie nach Ägypten, um den Leibarzt von Ramses II. zu finden (und mit nach Paris zu nehmen), während ein Freund daheim schon einmal an dem ausgestorbenen Tier übt, Verstorbene zurück ins Leben zu bringen.

Der Pterodactylus sorgt in Paris natürlich für einigen Aufruhr, zumal es rasch Todesopfer gibt, und so bietet "Les aventures extraordinaires d’Adèle Blanc-Sec" eine ganze Reihe von Witzfiguren auf, die sich auf die Suche nach dem Monstrum begeben, dessen Namen sie kaum aussprechen können (das war vor der Zeit, in der Sechsjährige sich für alles interessierten, was Dinosaurier angeht): ein trotteliger Polizist und ein eingebildeter Großwildjäger kommen, wie alle Vertreter öffentlicher Institutionen, hier nicht besonders gut weg. Ein bisschen ironische Gesellschaftskritik dringt dabei sogar durch, wenn der Auftrag zum Fang des Flugsauriers vom Präsidenten ausgehend von oben nach unten weitergereicht wird, bis er ausgerechnet bei dem Mann landet, der ihn eigentlich auf keinen Fall bekommen sollte, weil sich alle Mitstreiter der unangenehmen Arbeit entledigen wollen. Auch sonst verlässt der Film sich ein wenig zu sehr aufs Komische, das ihm dann aber nicht recht gelingen will: Adèle Blanc-Secs kleine Unerfahrenheiten oder die Tollpatschigkeit ihres Verehrers Andrej.

In vielen seiner Actionszenen will Besson offenbar Abenteuergeschichten à la Indiana Jones nachahmen - so recht will das aber nicht gelingen, weil ihm weder wirklich Neues und Originelles einfällt noch er sich dazu verleiten lässt, Spielberg durch Überbietung toppen zu wollen. Allerdings kommt er bei den Szenen in Ägypten dem offensichtlichen Vorbild (und seiner eigenen Ägyptendarstellung etwa in The Fifth Element) zumindest insofern nahe, als "Les aventures extraordinaires d’Adèle Blanc-Sec" ein sehr exotistisch reduziertes Bild der Fremde transportiert, das zwar einerseits geradezu enervierend schlicht ist, andererseits aber natürlich gut in die Zeit der Erzählung und ihrem Ägyptenbild hineinpasst.

Der Film tröpfelt derweil gemütlich und mit wechselndem Tempo, meist sehr ansehnlich (sieht man von einigen der Animationen ab, etwa dannn, wenn Adèle Blanc-Sec den Pterodactylus besteigt und davonfliegt – technisch hundsmiserabel ausgeführt) und nicht langweilig dahin; eine schöne Geschichte vor schöner Kulisse, aber alles andere als das mitreißende Abenteuer, das er sein möchte.

>> verfasst von Rochus Wolff

40%
Volker
geschrieben am 23.03.2011 um 16:00 Uhr
Nachdem ich den Trailer gesehen habe habe ich einen Film wie "Die Mumie" erwartet. Dem war leider nicht so.Eine langweilige, actionarme und obwohl sie es wohl gerne wäre, nicht witzige Story (die Mumie hat zugegebener Maßen Charm). Hätte ich von Herrn Besson ehrlich gesagt nicht erwartet.Faier Weise muss ich noch sagen das ich das Comic nie gelesen habe, geschweige denn von diesem vor dem Film gehört habe.Fazit: Nicht mal im Fernsehen würde ich mir Zeit für diesen Film nehmen.
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