Moviebase Djinn - Dämonen der Wüste

Djinn - Dämonen der Wüste
Djinn - Dämonen der Wüste

Bewertung: 45%

Userbewertung: 40%
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Originaltitel: Djinns - Stranded
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 04.02.2011
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 100 Minuten
Studio: Delante Films / Universum Film
Produktionsjahr: 2010
Regie: Hugues Martin, Sandra Martin
Drehbuch: Hugues Martin, Sandra Martin
Darsteller: Grégoire Leprince-Ringuet, Thierry Frémont, Saïd Taghmaoui, Cyril Raffaelli, Aurélien Wiik, Stéphane Debac, Matthias Van Khache, Grégory Quidel, Emmanuel Bonami, Omar Lotfi, Raouïa Harand, Stéphan Wojtowicz, Karim Saidi, Pierre Troestler, Nicolas Carpentier

Januar 1960, im Süden des französisch besetzten Algeriens ist ein Flugzeug abgestürzt; in einem Metallkoffer an Bord befinden sich geheime Unterlagen der französischen Regierung. Eine kleine Gruppe Legionäre soll das Flugzeug ausfindig machen, den Koffer beschaffen und den Verbleib der Passagiere klären. Als sie am Flugzeugwrack ankommen, das sich tief in den Wüstensand gebohrt hat, finden sie viele Leichen und den Koffer vor; noch bevor sie die Toten bestatten können, werden sie aber plötzlich von algerischen Rebellen beschossen. Sie fliehen in einen Sandsturm hinein und gelangen zu einem kleinen befestigten Dorf, in dessen Mauern nur Frauen, Alte und Kinder leben.

Was da in der Inhaltsbeschreibung des ersten Drittels nach einem geradezu klassischen Militärfilmstoff klingt, macht schon in seinen ersten Einstellungen deutlich, dass hier womöglich eine ganz andere Geschichte unter der Oberfläche lauert: Noch bevor der Filmtitel (der im französischen Original durchaus andeutungsvoll „Djinns“ lautet) zu sehen ist, wankt da ein offenbar verletzter Soldat auf eine Straßensperre zu, ein Zischen wie ein Flüstern raunt durch die Wüste – das riecht nach Geistern oder zumindest übernatürlichen Wesen.

Von den Soldaten kann zunächst nur Michel (Grégoire Leprince-Ringuet) sie sehen, ein junger Rekrut, dessen Aufgabe es eigentlich nur ist, die Suche nach dem Flugzeug mit einer kleinen Handkamera zu dokumentieren. Bei einer Rast mitten im Sandsturm sieht er zum ersten Mal die menschenähnlichen Schemen sich im Sand abzeichnen; von da an suchen ihn seltsame Träume und Visionen heim, und auch die Geister, die „Djinns“, wie sie die Zauberin des Dorfes später nennen wird, lassen ihn nicht mehr los. Sandra und Hugues Martin, die gemeinsam für Drehbuch und Regie von „Stranded“ verantwortlich zeichnen, gelingt in ihrem Debütfilm zunächst eine sehr stimmungsvolle Verunsicherung der Zuschauer, die sich vor allem der Bilder bedient. Den überlebenden Soldaten sieht man nur von hinten, die Schemen im Sand könnten auch Einbildung sein, in Licht und Schatten verborgen, und unvermittelt wechselt auch das Filmmaterial zu Michels Schwarzweißaufnahmen und zurück.

Für eine Weile bleibt „Stranded“ so in einer Schwebe, durch die das Rätsel, was sich in dem Koffer befinden möge, fast zur Nebensache gerät, sprächen nicht verschiedene Figuren ihm so große Bedeutung zu. Nach und nach wenden sich deswegen die Offiziere gegeneinander, während die einfacheren Soldaten anfangen, Fehler zu machen. Leider gelingt es den Martins aber nicht, dem Film seine Offenheit zu bewahren. Im Gegenteil, ab der Mitte bricht sich die Sehnsucht, große Klarheit über das Geschehen herzustellen, und so erklärt die dörfliche Zauberin nicht nur Michels Visionen, sondern auch Wesen und Vorgehensweise der Djinns. Diese wird dann sogleich an Michels Kameraden vorgeführt: „Stranded“ bleibt dabei auch fest an den eingeführten, klischeehaften Soldatentypen (guter Kamerad, nervöser Hektiker, kaltblütiger Folterer) fest. Alle Figuren kommen so zwar zu einem gewissermaßen logisch zwingenden Ende, große Überraschungen erlebt man aber nicht mehr.

Stattdessen wird alles in Übereindeutigkeit ausgeleuchtet (während im Film die Leinwand immer dunkler wird): „Stranded“ macht genau das, was vorher angekündigt wurde. Selbst verschämte Andeutungen sind nach einer Weile so deutlich, dass man sie nicht missverstehen kann – nicht zuletzt betrifft das den ziemlich untergeschobenen Subtext, der die Geschichte in große Historie einbetten will. Er wird so exponiert und ohne Subtilitäten angerissen, dass man ihn – nur geringe Kenntnisse der zeitgenössischen Politik vorausgesetzt – nicht missverstehen kann. Da bekommt der Film dann zwar plötzlich eine ethische Komponente, die man vorher nicht richtig gesehen hat; es bleibt aber die einzige Überraschung, die die zweite Hälfte von „Stranded“ zu bieten hat. Und das ist dann doch etwas wenig.

>> verfasst von Rochus Wolff

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