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Moviebase Prey (Proie)

Prey (Proie)
Prey (Proie)

Bewertung: 45%

Userbewertung: 50%
bei 4 Stimmen

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Originaltitel: Proie
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 23.09.2011
DVD/Blu-Ray Verleih: 24.08.2011
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 75 Minuten
Studio: Quasar Pictures
Produktionsjahr: 2010
Regie: Antoine Blossier
Drehbuch: Antoine Blossier
Darsteller: Grégoire Colin, Isabelle Renauld, Bérénice Bejo, François Levantal, Joseph Malerba, Fred Ulysse

Die Nahrungskette in ihrer vorherrschenden Form ist uns Menschen ja ein weiches Ruhekissen, denn normalerweise stehen wir da ganz oben, ist die Nahrungskette eine Hierarchie nicht nur des Fressens, sondern auch des Tötens: Selbst was wir nicht essen wollen, töten kann es uns nicht. Diese Ordnung des Schreckens und Ermordens zu ändern ist natürlich eine der vornehmsten Aufgaben des Horrorfilms, und nicht selten bedient es sich dabei des Prinzips der schlichten Umkehr: Wenn das Tier zum Menschenfresser wird, ist der zeitgenössische Mensch plötzlich nicht mehr Krone der Schöpfung, sondern dieser schutzlos ausgeliefert.

Spätestens 1975 hatte Steven Spielbergs „Der weiße Hai“ das Subgenre des Tierhorrors als kassentaugliches Phänomen etabliert, und die Folgen dieses Erfolges („welches Tier könnten wir noch Menschen auffressen lassen?“) befruchten das Kino bis heute, wie zuletzt das Remake „Piranha 3D“ bewies, dessen Original von Joe Dante eine direkte Reaktion auf Spielbergs schwimmenden Fleischfresser war. Der französische Film „Proie“ - im internationalen Verleih als „Prey“ vermarktet - transportiert schon im Titel ein Versprechen: Hier wird der Mensch zur Beute. Das mag nicht originell sein - erst 2007 gab es etwa einen Streifen namens „Prey“ mit Bridget Moynahan, in dem diese sich mit einem hungrigen Löwen konfrontiert sah -, aber es beschreibt doch recht präzise und lakonisch die Handlungskonstruktion und das zu erwartende Abenteuer.

Regisseur Antoine Blossier führt dabei - darin ist der Film ganz klassisch strukturierter Horror - zunächst in Ruhe seine Protagonisten ein: Nathan (Grégoire Colin) ist bei den Eltern seiner Frau Claire (Bérénice Bejo) zu Besuch; er will dort seinen herrischen Schwiegervater Nicolas (François Levantal) davon überzeugen, ihr Urlaub von ihrer Arbeit als Chemikerin in der Familienfirma zu geben. Als Claires Großvater von einem fliehenden Hirsch verletzt wird, machen sich die Männer der Familie - auch, etwas widerstrebend, Nathan - auf die Suche nach dem großen Eber, der das Tier angegriffen hatte.

Natürlich erwartet die vier Männer im privaten, abgeschlossenen Jagdbereich der Familie nicht genau das, was sie erwarten; und dass vorher ominös die Fabrik und eine Trinkwasserstelle ins Bild gerückt werden, warnt Genrefans schon vor, dass hier womöglich keine Unschuldslämmer einem durch eigene Geldgier geborenen Monstrum in die Arme laufen. Da ist der Horrorfilm eine auch moralische Anstalt, „Proie“ eine Versuch über das Monstrum als ökologisches Gewissen. Der Konflikt zwischen Nicolas und Nathan tritt in der Filmhandlung dann auch zunächst sehr stark zurück, um dem blanken Überlebenskampf Raum zu schaffen; da wird sogar Hoffnung auf Solidarität zwischen den Menschen stärker. Erst am Schluss tritt ihre Auseinandersetzung, in dann verschärfter Form, noch einmal in den Vordergrund, und verschafft dem Film ein Ende, das immerhin nicht allzu stereotyp gerät.

Ansonsten gibt es leider wenig, was „Proie“ von vergleichbaren Tierhorrorstreifen unterscheiden würde - dafür ist der Ablauf der Handlung zu klassisch, die Auflösung des Rätsels zu vorhersehbar, die Schreckmomente zu wenig überraschend. Das heißt nicht, dass die Filmemacher keinen soliden Film gemacht hätten, im Gegenteil; mit aufs Minimum reduzierten Schauplätzen (im Wesentlichen das Herrenhaus der Familie und der Wald) und nur selten zu sehenden Antagonisten, meist nur als Schnauze mit Zähnen im Halbdunkel - ein Monster ist ja umso schrecklicher, je mehr es im Verborgenen bleibt -, ist Blossiers Erstling ein hochgradig reduzierter, sehr klassischer Genrebeitrag.

Geprägt wird der Film dabei von der Arbeit des erfahrenen Kameramanns Pierre Aïm, der vor allem durch seine Zusammenarbeit mit Mathieu Kassovitz (etwa bei „Hass“) bekannt geworden sein dürfte, und seinem sehr sehenswerten Cast, allen voran Colin und Levantal, deren Spiel deutlich über den Standard von Filmen vergleichbaren Kalibers hinausgeht. So mangelte es Blossier und Mitautor Erich Vogel womöglich nur an den allerletzten, hervorstechenden Ideen, um aus „Proie“ einen wirklich interessanten Horrorstreifen machen zu können. Man sollte sich ihre Namen auf jeden Fall merken.

>> verfasst von Rochus Wolff

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