Moviebase Bela Kiss

Bela Kiss
Bela Kiss

Bewertung: 50%

Userbewertung: 45%
bei 83 Stimmen

Jetzt voten:
Originaltitel: Bela Kiss
Kinostart: 10.01.2013
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: Unbekannt
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Mirror Maze
Produktionsjahr: 2011
Regie: Lucien Förstner
Drehbuch: Lucien Förstner
Darsteller: Kristina Klebe, Rudolf Martin, Fabian Stumm, Ben Bela Böhm, Janina Elkin, Angus McGruther.

Als angehender Filmemacher hat man es in Deutschland nicht leicht. Schon gar nicht, wenn man sich für sein Debüt das Horrorgenre aussucht. Genau das hat Lucien Förstner getan und sich damit auf ein schwieriges Territorium begeben. Und als könnte es abgedroschener kaum sein, prangert über seinem Erstling auch noch das in Mode gekommene Siegel „nach einer wahren Begebenheit“. Alles Anzeichen also, die erfahrungsgemäß wenig Gutes mit sich bringen.
 
Umso mehr erstaunt es, was der ehemalige Filmstudent aus seinem ersten Werk herausholt. Basierend auf den Taten des ungarischen Serienkillers Béla Kiss strickte Förstner eine typische Genregeschichte, die auf optischer Ebene überzeugt. Zum großen Wurf reicht es aber noch nicht.

Béla Kiss gilt als einer der grausamsten Serienmörder des 20. Jahrhunderts. Zu Beginn des ersten Weltkrieges tötete er über 20 junge Frauen. Die Leichen wurden in Alkohol eingelegt in Metallfässern auf seinem Anwesen in der Nähe von Budapest aufgefunden. Die Körper waren blutleer. Gerüchten zufolge wurde Béla Kiss noch Jahrzehnte später rund um den Globus gesehen. Allerdings konnte er nie gefasst werden und so ist der Verbleib dieses Mannes bis heute ungewiss.
 
Fast ein Jahrhundert später versteckt sich, in einem abgelegenen Hotel mitten im Wald, eine Gruppe von fünf jungen Bankräubern vor der Polizei. Unter falschem Namen genießen sie zunächst die Anonymität dieses Ortes, der Unterschlupf für den diskreten Ehebruch bietet. Doch mit jedem Tag steigert sich das Unbehagen der Gesuchten. Im Haus gehen merkwürdige Dinge vor sich. Fernab von der Zivilisation schnappt die Falle zu, als sich die grausamen Ereignisse überschlagen und eine Brücke in die Vergangenheit bauen. Binnen kürzester Zeit entwickelt sich der vermeintlich sichere Ort zu einem tödlichen Albtraum. Ein Kampf um Leben und Tod beginnt, in dem ein längst Totgeglaubter höhere Ziele verfolgt.
 
Die Vorahnungen scheinen sich gleich am Anfang zu bestätigen, wenn fünf Freunde in einem alten VW-Bus über eine einsame Straße inmitten tiefer Wälder fahren. Erinnerungen an den Kultklassiker „Texas Chainsaw Massacre“ werden geweckt – und die kommen nicht von ungefähr. In einem Interview gab Förstner an, großer Fan von Marcus Nispels Slasherremake zu sein. Doch anders als bei seinem deutschen Kollegen entpuppt sich die Gruppe als eine Bande Krimineller, was dem Umstand eine ganz andere, wesentlich dramatischere Note verleiht. Jegliches Mitgefühl für die Protagonisten wird somit von vornherein ausgeschlossen, gegebene Erwartungen geschickt umschifft.
 
Für den weiteren Verlauf gilt das leider nicht. Im mysteriösen Waldhotel angekommen, beginnt eine recht zähe Tortur für die anwesenden Gäste. Angesprochen wird sich – um anonym zu bleiben – nur mit Figuren aus bekannten Märchen. Ein netter Einfall, der sich allerdings als nichtig herausstellt. Ziemlich schnell wird klar, dass der berühmt-berüchtigte Massenmörder irgendetwas mit der Herberge zu tun haben muss. Bevor der wahre Horror ansteht, vergeht aber eine ganze Stunde. In dieser Zeit versäumt Förstner, die Spannung und dadurch den Anreiz hoch zu halten, unbedingt wissen zu wollen, was da eigentlich vor sich geht.
 
Optisch hingegen ist „Bela Kiss: Prologue“ ein kleiner Leckerbissen. Während die gegenwärtigen Szenen farblos und kalt gehalten sind, faszinieren die Rückblenden mit Zeitlupeneffekt und hohen Kontrasten. Förstner zeigt Mut und probiert einfach mal etwas anderes aus, was sich zugleich bezahlt macht. Seine Arbeit ist visuell sehr ansprechend und zeigt, dass nicht jede Genrekost aus heimischen Gefilden konventionelle Wege geht. Zögerlich und zurückhaltend präsentiert sich der Regisseur und Drehbuchautor nur dann, wenn es darum geht, den blanken Horror in seiner ganzen Härte darzustellen. Letztlich bleibt auch das Geschmackssache, etwas näher hätte die Kamera aber durchaus hinschauen dürfen.
 
Der im Filmtitel stehende Prolog kann das Langfilmdebüt von Lucien Förstner treffender kaum beschreiben. „Bela Kiss“ ist eine ausgedehnte Einführung auf den Nachfolger, der offensichtlich kommen wird. Genau daran krankt das Buch. Für eine anderthalbstündige fiktive Einleitung bietet die Handlung zu wenig Stoff und wirkt langatmig. Das ist insofern schade, weil Förstner im finalen Akt dann wiederum demonstriert, was alles möglich gewesen wäre. Ein überzeugender Schlusstwist wartet auf den Zuschauer und lässt hoffen, dass der zweite Film mit mehr erzählerischer Finesse aufwartet. Die Bildsprache hingegen kann gerne beibehalten werden.
 
>> verfasst von Janosch Leuffen

30%
Benutzername
geschrieben am 24.11.2013 um 19:49 Uhr
Der Film ist schlecht. Schlechtes Englisch - da haben wohl Deutsche das Drehbuch geschrieben, schlechte Schauspieler....Typisch deutsch eben, wir machen was nach, aber können es leider nicht.
30%
Benutzername
geschrieben am 03.01.2013 um 15:16 Uhr
Die Optik verspricht vor allem zu Beginn einen guten Film. Einige trickreiche Szenen bestätigen das. Man wird jedoch durch viele dämlich, komische Szenen entäuscht und wird das Gefühl nicht los, dass eine gute Idee miserabel umgesetzt wurde.
Bewertung abgeben:




Crawl
Kinostart: 22.08.2019Kaya Scodelario verkörpert in Crawl die Rolle einer jungen Frau, die vergeblich versucht, ihren Vater vor einem tosenden Hurricane der Kategorie 5 zu beschützen. Unglü... mehr erfahren
I Am Mother
Kinostart: 22.08.2019Der Sci/Fi-Thriller I Am Mother erzählt von einem Mädchen (Clara Rugaard), das in einem unterirdischen Bunker von einem Roboter (Rose Byrne) aufgezogen wird, der hier d... mehr erfahren
Paradise Hills
Kinostart: 29.08.2019Als Uma allein auf einer fremden Insel namens Paradise aufwacht, ahnt sie sofort, dass es alles andere als ein Paradies ist. Unter der Leitung der Herzogin (Milla Jovovic... mehr erfahren
ES: Kapitel 2
Kinostart: 05.09.2019Das zweite Kapitel von ES greift die Geschehnisse aus Sicht der Erwachsenen auf. 30 Jahre lang glauben sie, das unvorstellbare Grauen besiegt zu haben. Doch dann kehrt "E... mehr erfahren
Rambo 5: Last Blood
Kinostart: 19.09.2019Rambo 5: Last Blood beleuchtet John Rambo von einer neuen Seite, nämlich als Oberhaupt seiner „adoptierten Familie“, Gabriella und Maria. Sie ist der Ausgangspunkt d... mehr erfahren
Wir
DVD-Start: 25.07.2019In Us thematisiert Jordan Peele einen Familienausflug, der vollkommen außer Kontrolle gerät. Duke und and N’yong’o spielen verheiratete Eheleute, die mit ihren Kind... mehr erfahren
Another Life [Serie]
DVD-Start: 25.07.2019Als ein fremdartiges außerirdisches Artefakt auf der Erde landet, wird Commander Niko Breckinridge (Katee Sackhoff) damit beauftragt, die erste interstellare Mission der... mehr erfahren
Friedhof der Kuscheltiere [2019]
DVD-Start: 15.08.2019Friedhof der Kuscheltiere wird eine moderne Neuauflage von Stephen Kings Horror-Klassiker um Louis Creed, der mit seiner Frau und seinen beiden kleinen Kindern in ein Hau... mehr erfahren
Border
DVD-Start: 16.08.2019Die Grenzbeamtin Tina ist eine bemerkenswerte Erscheinung. Ihr seltsam geschwollenes Gesicht, ihr bohrender Blick und ihre körperliche Kraft verleihen der jungen Frau et... mehr erfahren
Lloronas Fluch
DVD-Start: 05.09.2019La Llorona erzählt von der urbanen Legende der weinenden Frau, die ihre Kinder in einem Fluss ertränkt haben soll und anschließend Selbstmord beging. Seitdem schwebt s... mehr erfahren