Moviebase Haunter

Haunter
Haunter

Bewertung: 60%

Userbewertung: 66%
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Originaltitel: Haunter
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 22.05.2014
DVD/Blu-Ray Verleih: 22.05.2014
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 93 Minuten
Studio: Copperheart Entertainment
Produktionsjahr: 2013
Regie: Vincenzo Natali
Drehbuch: Matthew Brian King
Darsteller: Abigail Breslin, David Hewlett, Stephen McHattie, Peter Outerbridge, Michelle Nolden, Samantha Weinstein, Peter DaCunha, David Knoll

Es ist ein Kommen und Gehen im Genrekino. Waren kurz nach der Jahrtausendwende schwarzhaarige Mädchen wie Samantha aus „The Ring“ gefragt, führte die „Saw“-Reihe zur Einführung des Torture Porn. Ziel war es, das Publikum mit brutalen und provokativen Gräueltaten zu unterhalten. Doch auch diese Zeiten sind vorerst vorbei, wurde „Saw“ als Filmreihe doch mittlerweile pausiert und Fortsetzungen wie „Hostel 3“ lediglich für das Heimkino produziert. Kleine, klassische Gruselmärchen wie „The Conjuring“  lässt sich der Genrekenner zurzeit am liebsten auf dem Silbertablett servieren. Auch Vincenzo Natali, der für den unkonventionellen Sci/Fi-Thriller „Cube“ und den nicht weniger außergewöhnlichen „Splice“ verantwortlich zeichnete, springt auf den Zug und liefert eine Haunted House-Homage ab, deren Geschichte mit dem Twist aus „The Others“ beginnt.

Lisa (Abigail Breslin) ist ein rebellisches Mädchen, das je nach Lust und Laune gerne bissig auf ihre Eltern reagiert. Die wollen ihr nämlich nicht glauben, dass mit dem Haus, in dem sie wohnen, irgendetwas nicht stimmt. Lisa nimmt immer mehr Geräusche wahr, deren Ursprung sie zu finden versucht. Ihre Nachforschungen sorgen für schlaflose Nächte, und genau die sind es, die dem Rätsel ein noch größeres Fragezeichen aufdrücken. Mitten in der Nacht wird der eigentlich schon verstrichene Tag wieder zurückgesetzt, die Gedanken der Familie sind wie ausradiert. Nur Lisa kann sich erinnern, weil sie sich selbst zum Wachbleiben zwingt. Doch das hat seine Folgen, denn jeder wiederholte Tag wirft weitere Fragen auf, Dinge verändern sich, sowohl auf der anderen Seite als auch innerhalb der Familie. Noch unwohler wird es Lisa, als ein fremder und älterer Mann an der Tür klopft und ihr verbietet, Kontakt mit den Lebenden aufzunehmen. Durch ihre Schlaflosigkeit kommt sie der echten Welt gefährlich nahe, was einer höheren Macht ganz und gar nicht gefällt.

„Haunter“ überzeugt im ersten Akt insbesondere durch eine atmosphärische Inszenierung. Bereits hier kristallisert sich heraus, dass sich zumindest nicht der ganze Film an ein breites Publikum richtet. Das Tempo ist gedrosselt und man setzt primär auf Suspense. Zwar führt das ständige Wiederholen desselben Tages zu kleinen Ermüdungserscheinungen, allerdings gelingt es Natali, dass man sich für den Verlauf der Handlung interessiert. Das Mysteriöse und Bedrohliche in der  Geschichte animiert zum Spekulieren. Jeder Tag bietet ein weiteres Puzzlestück, das es zusammenzusetzen gilt. Etwas enttäuschend ist die überraschende Tatsache, dass Natali überwiegend auf längst verbrauchte Schockszenen setzt. So wird man abermals Zeuge einiger traditioneller Boo-Effekte, die zum Beispiel durch ein gewisses „Etwas“ im Badezimmerspiegel zum Aufschreien anregen sollen. Szenen dieser Art wirken uninspiriert, da man sie gefühlt in jedem zweiten Horrorfilm zu Gesicht bekommt.

Leider breiten sich die bis zur zweiten Hälfte des Films rar gesäten Negativaspekte schnell aus. Die Wahrheit kommt früh ans Tageslicht, doch weder enthält sie frische Elemente noch berechtigt sie den bis dahin verwobenen Erzählfluss. Natali zeigt sich hier unverständlicherweise recht einfallslos und zieht seinem Indie-Projekt ein dickes Mainstream-Gewand über. Die ganze Komplexität, die der Film zuvor langsam aufgebaut hat, wird mit dem letzten Twist in Frage gestellt. Die Geschichte ist simpler als sie erzählt wird. Wer „The Amityville Horror“ und den oben erwähnten „The Others“ bereits kennt, den erwarten keinerlei unerwartete Wendungen mehr. Auch verliert sich „Haunter“ im letzten Akt in einem kleinen Irrgarten, indem ungünstig zwischen der Welt der Lebenden und jener der Geister hin und her gependelt wird.

„Haunter“ ist trotz der erwähnten Schwächen kein Totalausfall geworden. Natali beweist erneut ein sicheres Händchen für Schauspielführung und bringt jeden Schauspieler zu authentischen Leistungen, allen voran Abigail Breslin. Pluspunkte erhält seine Spuk-Story außerdem für die stimmige und passend eingesetzte Musikuntermalung sowie den Versuch, dem Haunted House-Genre einen eigenen Stempel aufzudrücken und neue Wege zu gehen. Das funktioniert zunächst auch ganz gut, nur leider wirkt die Auflösung so, als hätte jemand mitgemischt und nach einem risikofreien, möglichst versöhnlichen Ausgang verlangt. Mit diesem lässt Natali uns dann auch etwas enttäuscht zurück.

>> verfasst von Carmine Carpenito

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