Moviebase The Complex

The Complex
The Complex

Bewertung: 30%

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Originaltitel: Kuroyuri danchi
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 22.11.2013
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 102 Minuten
Studio: Nikkatsu, Shochiku Company
Produktionsjahr: 2012
Regie: Hideo Nakata
Drehbuch: Ryûta Miyake, Junya Kato
Darsteller: Atsuko Maeda, Hiroki Narimiya, Masanobu Katsumura, Naomi Nishida, Kanau Tanaka

Einen Filmklassiker zu schaffen, kann Fluch und Segen sein. Eduardo Sánchez beispielsweise wird bis an sein Lebensende mit seinem supergünstig gedrehten „Blair Witch Project“ in Verbindung gebracht werden, weil er damit die Horrorwelt revolutionierte. Seine Folgearbeiten „Altered“ oder „Seventh Moon“ kennen dagegen nur eingefleischte Genrefreunde. Ähnliches trifft so in etwa auch auf Hideo Nakata zu.

Vor über 15 Jahren schuf der Japaner mit „Ringu“ einen Geisterschocker, der noch lange im Gedächtnis bleiben sollte. Vier Jahre später nahm sich sogar Hollywood dem Stoff an und realisierte mit Naomi Watts in der Hauptrolle ein englischsprachiges Remake. Da hatte Nakata schon längst den Nachfolger zum Original in seinem Heimatland fertiggestellt. Für dessen Neuauflage besuchte der Regisseur die Traumfabrik und inszenierte die Fortsetzung zum Remake selbst.

Und dann? Auf dem Fantasy Filmfest wurde vor drei Jahren sein „Chatroom“ gezeigt, der hierzulande aber nur direkt auf DVD erschien. Und schließlich steht mit „The Complex“ nun sein nächstes Werk in den Händlerregalen zum Kauf bereit. Nakata demonstriert darin eindrucksvoll, weshalb er wahrscheinlich für immer als der „Ring“-Mann bezeichnet wird.

Denn „The Complex“ schließt eine Entwicklung Nakatas in den vergangenen anderthalb Jahrzehnten nahezu aus. Der J-Horror wurde in der letzten Zeit ausgemerzt – Nakata probiert es trotzdem nochmal. Dabei macht sich schon zu Beginn bemerkbar, wie plump und uninspiriert die Geschichte eines jungen Mädchens, das gerade erst mit ihrer Familie in einen neuen Wohnkomplex umgezogen ist, angelegt wurde. Bis hier mal etwas Merkwürdiges geschieht, geht eine ganze Stunde ins Land. Kein Problem, denn es folgen weitere 45 Minuten.

Bei einer solchen Länge muss der Zuschauer bei Laune gehalten werden. Das gelingt Nakata leider nie. Die unglaublich lahme Erzählweise und die uninteressanten Charaktere erzeugen weder Spannung noch Sympathien. Und wenn es dann irgendwann aus der Wohnung nebenan kratzt und ächzt, hat man längst die Lust verloren, überhaupt zu erfahren, was denn da los ist.

Es mag sein, dass solch gediegener Grusel vor 20 Jahren noch für Unbehagen sorgte – heute allerdings nicht mehr. Genau das scheint an Hideo Nakata vorbeigegangen zu sein. Seine Vorstellung eines funktionierenden Horrorfilms, in dem kleine, schwarzhaarige Jungs und Mädels für subtiles Grauen sorgen, ist veraltet und keine Mühen mehr wert. Nur im Finale wurde es dann selbst dem 52-jährigen offensichtlich zu ruhig. Plötzlich knallt und donnert es, was das Zeug hält. Ein krasser Gegensatz zum bisher Gezeigten und ein verschrobener Twist, der das Unterfangen nur wenig verbessert.

Angeblich haben sich die Macher vom schwedischen Vampirdrama „So finster die Nacht“ inspirieren lassen. Der Zuschauer merkt davon jedoch nichts. Weder weist „The Complex“ die atmosphärische Dichte des großartigen Werkes von Tomas Alfredson auf, noch fesselt die Erzählung. Mit etwas Wohlwollen könnte man der japanischen Variante am ehesten die Bildsprache als übernommene Idee zugutehalten. Tatsächlich sind einige eingefangene Impressionen ansehnlich gestaltet. Das war, neben den bemühten Darstellern, auch schon das Prägendste an „The Complex“. Nakatas Ruf als „Ring“-Mann wird das sicherlich nichts anhaben.

Fazit: Schwach inszenierter und langweiliger Horrortrip mit altbekannten Zutaten.

>> verfasst von Janosch Leuffen

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