Moviebase Das ist das Ende

Das ist das Ende
Das ist das Ende

Bewertung: 85%

Userbewertung: 80%
bei 82 Stimmen

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Originaltitel: This Is the End
Kinostart: 08.08.2013
DVD/Blu-Ray Verkauf: 17.12.2013
DVD/Blu-Ray Verleih: 17.12.2013
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 102 Minuten
Studio: Mandate Pictures, Point Grey Pictures
Produktionsjahr: 2013
Regie: Evan Goldberg, Seth Rogen
Drehbuch: Evan Goldberg, Seth Rogen
Darsteller: James Franco, Paul Rudd, Seth Rogen, Jonah Hill, Jason Segel, Michael Cera, Jay Baruchel, Christopher Mintz-Plasse

Wie dreht man einen Kultfilm? Mit dieser Frage haben sich bereits unzählige Filmemacher beschäftigt. Die allermeisten sind daran gescheitert, weil sich so etwas wie „Kult“ eigentlich nur schwer planen lässt. Und wer es gleich von Beginn an darauf anlegt, der steht am Ende fast immer mit leeren Händen da. Umso bemerkenswerter ist das, was sich Seth Rogen, sein kreativer Kompagnon Evan Goldberg und deren gemeinsame Schauspielkumpels ausgedacht haben. Sie drehten einen Film über sich selbst und die Apokalypse. Was in dieser Kombination schon reichlich bizarr klingt, entwickelt sich rasch zu einer herrlich überdrehten und respektlosen Genrekomödie, die auf niemanden Rücksicht nimmt – am wenigsten auf die Wächter politisch korrekter Pointen.

Dabei fängt alles so harmlos an. Jay (Jay Baruchel), der vielen aus den Filmen Judd Apatows und anderen Slacker-Komödien bekannt sein dürfte, will eigentlich nur ein entspanntes Wochenende mit seinem besten Kumpel Seth (Seth Rogen) in Los Angeles verbringen. Videospiele zocken, etwas Gras rauchen, dazu Fast Food konsumieren, so in etwa sieht der Plan der Jungs aus. Doch dann schleppt Seth seinen von dieser Idee wenig begeisterten Freund auf eine Party, die Schauspielkollege James Franco in seiner neuen Designervilla schmeißt. Während sich Seth sichtlich amüsiert, will Jay lieber früher als später die Party verlassen. Vor allem mit Seths gutem Kumpel Jonah Hill (Jonah Hill) mag er sich selbst trotz bester Absichten nicht so recht anfreunden. Da ahnt er noch nicht, dass er schon bald mit ihm, James Franco, Danny McBride, Craig Robinson und „Best Buddy“ Seth in der Villa festsitzen wird. Denn draußen tobt die Apokalypse und L.A. steht in Flammen.

„It’s the end of the world as we know it and I feel fine“ sangen einst R.E.M.. In diesem Fall ist das mit dem Wohlfühlen aber so eine Sache. Auch wenn James Francos schickes Anwesen nicht der schlechteste Ort für einen Weltuntergang sein mag, haben sich die Eingeschlossenen unter einer Party vermutlich etwas anderes vorgestellt. Es dauert nicht lange, da prallen die Egos der Stars auch schon ungebremst aufeinander. Es findet sich schließlich immer was, worüber man lustvoll streiten kann und sei es nur die Frage, wer das letzte Milky Way bekommt. Unterdessen schreitet die Apokalypse mit all ihren eher unschönen Begleitumständen (Tod, Zerstörung, Chaos) unaufhaltsam voran.

Schon vor einigen Jahren traten Seth Rogen und Jay Baruchel im Kurzfilm „Jay and Seth vs. The Apocalypse“ als ihre Alter Egos auf. „Das ist das Ende“ nimmt dessen Idee auf und denkt sie – dieses Mal in Spielfilmlänge – konsequent weiter. Wie kleine Kinder toben dann auch Rogen, Baruchel, Hill, Robinson und ein großartiger Danny McBride durch die exzentrische Designer-Bude. James Franco darf als Hausherr einige besonders schräge Auftritte zelebrieren und dabei genüsslich sein Image als kunstverliebter Schöngeist und Sexsymbol auf den Arm nehmen. Die homoerotischen Untertöne sind nicht nur in diesen Momenten kaum zu übersehen und Teil des Spiels zwischen allen Beteiligten, denen es sichtlich Freude bereitet, das mediale Urteil über ihre Person in den Mittelpunkt dieses überaus unterhaltsamen Experiments zu stellen. Dazu gehört es, Klischees über Filmstars abwechselnd zu bedienen und zu verwerfen.

Auch wenn sich vieles nur in der zunehmend ramponierten Villa abspielt und die Geschichte der Logik eines grotesken Kammerspiels folgt, bekommt man schon ein Gefühl für dieses herrlich überdrehte „Armageddon“-Szenario, in dem man vergeblich auf die Rettung durch Bruce Willis wartet. Dafür gibt es einen anderen, wirklich überraschenden Cameo, den zum Glück selbst die Imdb nicht verrät. Durch die Freundschaft der Macher, die sich teilweise schon seit dem Beginn ihrer Filmkarrieren kennen, besitzt der Film eine ganz besondere Atmosphäre ähnlich einem vollkommen aus dem Ruder gelaufenen Klassentreffen. Man spürt, dass hier kein falscher Ehrgeiz sondern die pure Lust am Herumalbern und Persiflieren im Vordergrund stand. Natürlich darf es wie in den verwandten Judd-Apatow-Komödien an derben Zoten und reichlich pubertären Anspielungen (man denke nur an Danny McBrides „Geständnis“) nicht fehlen.

Was anfangs noch wie eine eher lose Nummernrevue mit viel Insider-Gossip wirkt, entwickelt später eine schwer unterhaltsame Eigendynamik. Zu den zahlreichen, zitierwürdigen Highlights zählen neben einer sehr speziellen Teufelsaustreibung auch das im Drogenrausch abgedrehte Low-Low-Budget-Sequel zur Rogen und Francos Kiffer-Comedy „Pineapple Express“. Scheinbar mühelos werden hier Seitenhiebe auf das Filmbusiness und die Absurditäten Hollywoods mit einer grundehrlichen Liebe für’s Genrekino zusammengebracht. Sogar dessen Spielregeln finden strenge Beachtung. Seit „Dogma“ hat dies kein anderer Film derart locker und respektlos umgesetzt. Das Ende ist nah und der Kult (fast) vollbracht.

>> verfasst von Marcus Wessel

100%
lilalalumpum
geschrieben am 24.07.2013 um 20:59 Uhr
Wenn es eine Komödie schafft mir im Kino die Lachtränen ins Auge zu treiben - dann hat diese Komödie genau das erreicht was erreicht werden sollte!PUNKT!GRANDIOSER FILM!Habe ihn gerade in der Sneak Preview gesehen und bin restlos begeistert!Viel mehr kann ich da auch gar nicht sagen!Wenn der Film euren Humor trifft - wird es mit Sicherheit eure neue Lieblingskomödie werden!
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