Moviebase Static

Static
Static

Bewertung: 60%

Userbewertung: 67%
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Originaltitel: Static
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 03.04.2014
DVD/Blu-Ray Verleih: 03.04.2014
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 80 Minuten
Studio: New Artists Alliance, Caliber Media Company,
Produktionsjahr: 2013
Regie: Todd Levin
Drehbuch: Gabriel Cowan
Darsteller: Sara Paxton, Milo Ventimiglia, William Mapother, Sarah Shahi, Devon Ogden, Luke Barnett, Dominic Bogart, Ahmad Russ, John Hermann, Oz Kalvan, Brett Mann, Sky McMullan

Das Böse dringt ein. Man kann die Türen und Fenster verschließen, Alarmanlagen installieren, sich bis an die Zähne bewaffnen, den Standort wechseln so oft man will: Eines Tages klopft es an der Tür und die Zerstörung bricht herein. Ein ungebetener Gast, so zumindest scheinen es viele Horrorfilme anzudeuten, bringt meist nur Übles mit sich in die zuvor herrschende Idylle. Ein guter Genrebeitrag aber wird es nie bei dieser simplen Zweiteilung belassen und die jeweiligen “Gastgeber“ mindestens eben so kritisch betrachten wie die Eindringlinge. Mit diesem Wissen im Hinterkopf versucht sich auch Regisseur Todd Levin in seinem Debütfilm “Static“ daran, die oftmals eher langweiligen Konventionen des “Home Invasion“-Thrillers aufzubrechen.

Zu Beginn lockt der Film uns mutwillig auf diese falsche Fährte: Nicht nur das Setting stimmt – ein  junges Ehepaar in einem viel zu großen, dunklen Haus mitten im Wald – auch die angetäuschten subjektiven Kameraperspektiven, die das Haus zu “beobachten“ scheinen, deuten auf die Mechanismen dieser Genre-Spielart hin. Man kennt das schließlich zur Genüge: Eine Bande von Brutalos dringt in das perfekte Familienheim ein, mordet, wütet, vergewaltigt und zwingt die unbescholtenen Bürger dazu, das Tier in sich zu entdecken und zurückzuschlagen. Als Jonathan (Milo Ventimiglia) und Addie (Sarah Shahi) in “Static“ die verdächtige Fremde Rachel (Sara Paxton) in ihr Haus lassen, die sich von einer rätselhaften Gruppe Maskierter verfolgt sieht, glaubt man einen solchen Fortgang schon erahnen zu können. Dann aber wird alles ganz anders.

Denn irgendwie scheint der Angriff der Maskenmänner mit dem Unfalltod von Jonathan und Addiess kleinem Sohn zusammenzuhängen, den die beiden ganz offensichtlich noch nicht verwunden haben. Immer wieder gibt es unterschwellige Vorwürfe und Zeichen der Entfremdung zwischen den Eheleuten, auf Nachfragen reagiert vor allem Addie beinahe hysterisch. Gekonnt hält der Film diese Verbindung bis kurz vor Schluss in der Schwebe, lässt sich nicht auf ein typisches Erzählformat ein. Und auch isnzenatorisch vermeidet Regisseur Levin zumindest in der ersten Hälfte allzu typische Strategien. Eine clevere Idee ist es zum Beispiel, den kühlen Umgang von Jonathan und Addie miteinander zu verdeutlichen, indem in den ersten 10 Minuten beinahe gänzlich auf Dialoge verzichtet wird. Dezent drapierte Pillenpackungen und leere Weinflaschen deuten die unterdrückte Trauer der Figuren an ohne plakativ darauf hinweisen zu müssen.

So weit, so stimmig. Schade nur, dass “Static“ bei dieser durchaus sorgfältigen Konstruktion eine andere “Baustelle“ vollkommen außer Acht lässt: Für einen Horror- bzw. Mystery-Film ist er entschieden nicht unheimlich oder spannend genug. Von den maskierten Eindringlingen geht von Beginn an keine wirkliche, fassbare Gefahr aus; im Vergleich etwa zu den Gänsehaut induzierenden Gestalten im brillanten “The Strangers“ wirken diese Vertreter beinahe harmlos. Zwar ergeben diese Mankos am Ende rein storytechnisch durchaus Sinn, das macht den Film dennoch nicht unbedingt unterhaltsamer. Von wenigen Szenen einmal abgesehen, sieht man die Schockeffekte bereits im Minutenabstand voraus oder bleibt gleich gänzlich distanziert.

Interessant wird der Film dann erst wieder mit seiner Auflösung, die zwar nicht unbedingt neu ist, zumindest aber eine interessante Variation des oben angesprochenen Gäste-Gastgeber-Verhältnisses darstellt. Ohne hier bereits zu viel zu verraten, kann gesagt werden, dass Regisseur Levin die typische reaktionäre Verteidigungshaltung des “Home Invasion“-Films gehörig auf den Kopf stellt: Am Ende werden die Gastgeber zu Gästen in ihrem eigenen Haus. So vermag “Static“ zwar nicht gerade zu begeistern, nötigt aber zumindest Respekt für seinen recht cleveren Aufbau und den Mut zwischen den Stühlen zu sitzen ab. Das ist wohl, was man solide Genrekost nennt: Die Regeln werden nicht neu definiert, aber innerhalb ihrer Grenzen gönnt man sich ein gesundes Maß an Individualität.

>> geschrieben von Tim Lindemann

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