Moviebase Re-Animator

Re-Animator
Re-Animator

Bewertung: 90%

Userbewertung: 80%
bei 67 Stimmen

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Originaltitel: Re-Animator
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 27.09.2013
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 18
Lauflänge: 86 Minuten
Studio: Empire Pictures/ KSM
Produktionsjahr: 1985
Regie: Stuart Gordon
Drehbuch: Dennis Paoli
Darsteller: Jeffrey Combs, Bruce Abbott, Barbara Crampton, Peter Kent, David Gale, Robert Sampson, Gerry Black, Carolyn Purdy-Gordon, Barbara Pieters, Ian Patrick Williams, Bunny Summers, Al Berry, Derek Pendleton, Gene Scherer, James Ellis, James Earl Cathay, Annyce Holzman, Velvet Debois, Lawrence Lowe, Robert Holcomb, Mike Filloon, Greg Reid, Jack Draheim, Robert Pitzele

Im Jahr 1897 gründete Oscar Méténier das "Grand Guignol"-Theater in Paris, das berühmt-berüchtigt für seine drastischen Aufführungen werden sollte. In den episodenhaften Stücken, von denen man gleich mehrere an einem Abend zeigte, gab es Morde, Verstümmelungen, Vergewaltigungen und generellen Irrsinn in grafischen Details zu betrachten – meist aber durchaus mit zwinkerndem Auge. Man kann Regisseur Stuart Gordon guten Gewissens als ehrwürdigen Nachfolger Météniers bezeichnen, schlug er mit seinem Debütfilm "Re-Animator" 1985 doch nicht nur in Sachen Blut, Gewalt und schwarze Komik in die gleiche Kerbe, sondern hatte kurz zuvor ebenfalls ein Theater gegründet: Die Organic Theatre Company in Chicago. Berühmtheit erlangte Gordon allerdings erst mit seinem Filmdebüt, das trotz fast 30 Jahren seit seinem Entstehen noch immer zu schocken vermag und nun auch in Deutschland auf Blu-Ray erscheint.

Wie der direkte Nachfolgerfilm "From Beyond" beruht "Re-Animator" auf einer Kurzgeschichte H.P. Lovecrafts – hier wie dort nutzen Gordon und sein Team (Produzent Brian Yuzna, Kameramann Mac Ahlberg, etc) die Ideen des Horrormeisters aber eher lose um ihren "Grand Guignol"-Gore zu entfesseln. In "Re-Animator" geht es um den mysteriösen Medizinstudent Herbert West, der bei seinem kreuzbraven Kommilitonen Dan Cain einzieht und behauptet, ein "Gegenmittel" gegen den Tod entwickelt zu haben. Dieses quietschgrüne Serum erweckt tatsächlich Tote wieder zum Leben, was nicht nur für erwartbaren Schrecken sorgt, sondern auch die Aufmerksamkeit des hinterlistigen Dr. Hill auf sich zieht...

"Re-Animator" ist in vieler Hinsicht ein typischer Debütfilm – hier wirkt vieles noch nicht unbedingt routiniert, dafür aber mit großer Leidenschaft, umwerfender Kreativität und Liebe zum Detail zusammengefügt. Das zeigt sich bereits in der grandiosen, bunten Titelsequenz von Robert Dawson (später Stamm-Mitglied in Tim Burtons Kreativcrew) sowie dem scheinbar beiläufigen, aber offensichtlich minutiös geplanten Set-Design: Über Dans Bett entdecken aufmerksame Zuschauer ein "Talking Heads"-Plakat – gegen Ende des Films wird Herbert West Dr. Hill wütend entgegen schleudern: "Who will believe you? You're nothing but a talking head!"

Selbstverständlich sitzt Hills Kopf zu diesem Zeitpunkt tatsächlich bereits nicht mehr fest auf seinem Körper – eine Szene, die zwei weitere perfekt austarierte Aspekte des Films veranschaulicht: zum einen Bret Culpeppers ausufernde Special Effects, die auch heute noch physische Reaktionen bei vielen Zuschauern hervorrufen dürften; zum anderen Gordons Faszination mit dem menschlichen Verstand, seinen Möglichkeiten und Grenzen, die er auch in seiner zweiten Lovecraft-Verfilmung ausloten sollte. "Re-Animator" ist schließlich ein Ausdruck des Gedankenspiels, das auf den griechischen Mythos des Prometheus, und in moderner Zeit auf Shelleys "Frankenstein" zurückgeht:

Kann und darf der Mensch Leben spenden, wo die Naturgesetze Leben versagen? Entspringt Herbert Wests "widernatürliche" Reanimation nicht dem gleichen Impuls, der seinen Kollegen Dan bei der Herz-Lungen-Massage eines Unfallpatienten antreibt, ganz zu schweigen von allen anderen, alltäglichen Methoden das Leben zu verlängern? Gleichzeitig ist "Re-Animator" aber auch eine böse, polemische Parodie auf scheinbar selbstlose Wissenschaftler (und besonders auch Ärzte) hinter deren moralischen Masken kaum verhohlener Eigennutz und Machtgier hervorblitzt.

Auf der nun hierzulande erschienenen, prächtigen 3-Disc-Edition tritt vor allem letzteres noch deutlicher zu Tage, gibt es doch hier zum ersten Mal auch die Möglichkeit, die sogenannte Integral-Fassung in Augenschein zu nehmen. Diese wartet mit einigen zusätzlichen Szenen auf, die dem diabolischen Dr. Hill schon im nicht-kopflosen Zustand hypnotische Kräfte zumessen. Das ist durchaus sehenswert, insgesamt aber überzeugt doch die ursprüngliche Unrated-Fassung am meisten: Mit ihren knapp 80 Minuten lässt Gordon hier wirklich absolut keine Atempause zu, hält ein konstant atemberaubendes Tempo ohne dabei seinen großartigen Schauspielern, allen voran Jeffrey Combs, zu viel Raum zu nehmen.

Ein besonderer Fokus wird zudem auf Richard Bands Soundtrack gelegt, den man sich als gesonderte Audiospur anhören kann. Bands "Hommage" an Bernard Herrmanns weltberühmten "Psycho"-Score ist in manchen Momenten zwar beinahe eine exakte Kopie des Vorbilds, nimmt aber gekonnt Einfluss auf die Filmbilder und kommentiert so das Geschehen. Auf paradoxe Weise ist die Wahl des "Psycho"-Motivs auch durchaus passend: Wie Norman Bates mit seiner Mutter, allerdings deutlich effektiver, versucht Herbert West das menschliche Leben über den Tod hinaus zu verlängern. Im Unterschied zu Bates ist West aber kein Serienkiller sondern eben ein Serienreanimator. 

>> verfasst von Tim Lindemann

100%
GoreGoreBoy
geschrieben am 06.10.2013 um 22:52 Uhr
Schön das der mit beste Stuart Gordon Film endlich frei verkäuflich ist und auch von der jüngeren Generation Horrorfilmfreunde entdeckt werden darf. Die VÖ ist wie der Film einfach nur Sahne....
80%
weiterer freier filmkritiker
geschrieben am 06.10.2013 um 18:06 Uhr
B-Movie in meinen Augen aber einer der besseren,nimmt sich nicht zu ernst aber ist mal was anderes!!! zu empfehlen!! ;)
90%
Tom
geschrieben am 04.10.2013 um 20:49 Uhr
@Freier FilmkritikerKann es sein, das du eher zu der etwas jüngeren Generation gehörst und somit nicht mit den Klassikern (Funsplatter) der 80er Jahre aufgewachsen bist ? Mir bereitet der Film jedenfalls auch rund 30 Jahre nach seiner Entstehung noch genauso viel Freude wie damals. Das Mediabook von Capelight ist jedenfalls sein Geld wert, auch wenn die deutsche Tonspur nicht perfekt ist und es somit ein paar Abzüge in der B Note gibt.
splattermaster
geschrieben am 04.10.2013 um 16:54 Uhr
@Freier Filmkritiker:Klar sind Filme geschmackssache doch bei solch einer Perle der Filmkunst finde ich es persönlich zu unterwürfig eine derart herabsetzende note zu verteilen denn der film bietet eine richtig schöne story und hat bis heute noch ziemlich schöne handgemachte effekte und einen grosdartigen hauptdarsteller und zudem war das Start Gordons
30%
Freier Filmkritiker
geschrieben am 23.07.2011 um 15:52 Uhr
B Movie der allerdings viele blutige Ekelszenen beinhaltet. Insgesamt ganz klar unter dem Durchschnitt und nicht zu empfehelen.
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