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Stung
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Bewertung: 50%

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Originaltitel: Stung
Kinostart: 29.10.2015
DVD/Blu-Ray Verkauf: 26.02.2016
DVD/Blu-Ray Verleih: 26.02.2016
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 87 Minuten
Studio: Rat Pack Filmproduktion, XYZ Films
Produktionsjahr: 2014
Regie: Benni Diez
Drehbuch: Adam Aresty
Darsteller: Peter Stormare, Clifton Collins Jr., Lance Henriksen, Matt O'Leary, Jessica Cook, Florentine Lahme, David Masterson, Daniele Rizzo

Gedreht wurde die Insektenhorrorkomödie „Stung“ auf Englisch. Und besetzt vor allem mit US-Darstellern, weshalb man glauben könnte, es hier mit einer gering budgetierten Hollywood-Produktion zu tun zu haben. Die Landschaft, die die Kamera schon zu Anfang überfliegt, sieht allerdings verdächtig nach deutscher Provinz aus. Und irgendwann erklingt ein deutscher Schlager, der einen augenzwinkernden Hinweis auf die tatsächliche Herkunft des Streifens liefert. Im Rahmen eines Schreibwettbewerbs, den die in München ansässige Rat Pack Filmproduktion 2011 ausgerufen hatte, entstand die Idee zum Fun-Splatter „Stung“, mit dem Autor Adam Aresty und Regisseur Benni Diez 2015 im Kino debütierten. Eine unverkrampfte, jedoch nur phasenweise mitreißende Hommage an klassische Creature-Features, bei der das brandenburgische Hinterland die amerikanische Pampa doubelt.

Gemeinsam mit seiner jungen Chefin Julia (Jessica Cook) schlägt der Catering-Bedienstete Paul (Matt O’Leary) im Anwesen der wohlhabenden Mrs. Perch (Eve Slatner) auf, die für ihre Freunde eine alljährliche Gartenparty abhält. Unter den Gästen befindet sich auch Bürgermeister Caruthers (Lance Henriksen), der bei Wein und Häppchen voll auf seine Kosten kommt. Mitten hinein in die unbeschwerten Feierlichkeiten platzt jedoch ein Schwarm mutierter Wespen, der die illustre Gesellschaft  ohne Vorwarnung attackiert. Wer gestochen wird, verwandelt sich innerhalb kürzester Zeit in ein überdimensionales Insekt und greift seinerseits die aufgescheuchte Meute an. Paul, Julia, Sydney (Clifton Collins Jr.), der Sohn der Hausherrin, und Bürgermeister Caruthers gelingt die Flucht in den Keller. Doch auch hier ist das Quartett nicht lange vor Wespenmutationen sicher.

Dass sich Diez und Aresty dem Horrorfilm auf spielerische Weise nähern, unterstreichen schon die ersten Szenen. Paul kann seinen Blick nicht von der attraktiven Julia abwenden, als sie auf der Fahrt zur Villa nach einem Missgeschick kurzerhand ihr Oberteil wechselt. Eine „Verneigung“ vor all den unmotivierten Striptease-Einschüben, die liebend gern bemüht werden. Als gelungener Schachzug erweist sich auch das Engagement des Genre-Veteranen Lance Henriksen, der unter anderem in James Camerons „Aliens – Die Rückkehr“ zu sehen war. Hier schüttelt der sichtlich gealterte Mime einen Politiker aus dem Ärmel, der mit trockenen Sprüchen für kleine Lacher sorgt und während der ausbrechenden Panik seelenruhig sein Weinglas rettet.

Bevölkert wird das Drehbuch von bewusst überzeichneten Figuren – angefangen beim linkisch-sympathischen Paul über den grimassierenden Entertainer Larry (Daniele Rizzo) bis hin zu Sydney, dessen Erscheinungsbild förmlich nach Klischee-Nerd schreit. Aresty bringt all diese Pappkameraden in einer recht vorhersehbaren Geschichte unter, die ein überflüssiger Liebesstrang durchzieht. Nach einer raschen, zweckmäßigen Einführung in das Landhaussetting tauchen auch schon die angriffslustigen Wespen aus ihren Erdlöchern auf und befallen das anwesende Personal. Anschließend beginnt der Kampf der Überlebenden, der leider nur selten handfeste Spannung erzeugt. Beachtlich ist in jedem Fall die Klangkulisse, die dem Geschehen zumindest phasenweise einen unheimlichen Anstrich verleiht. Überraschende Schockmomente sind jedoch rar gesät, da Diez häufig klebrig-skurrilen Splatter-Einlagen den Vorrang gibt. Zum Einsatz kommen dabei erfreulich oft handgemachte Effekte, mit denen die Macher ihr Können demonstrieren. Weniger überzeugend fallen hingegen die Computer-Animationen aus, die auf der Zielgeraden Verwendung finden.

Mit Blick auf Simon Verhoevens Facebook-Spuk „Unfriend“ lässt sich auch bei „Stung“ Folgendes konstatieren: Schön, dass aus Deutschland heraus ein echtes Horror-B-Movie entstehen kann. Schade aber, dass der Film am Ende nicht sonderlich hervorsticht, weil der Handlung ein paar gewitzte Kniffe fehlen und die selbstironischen Pointen nicht immer richtig zünden. Zum Abschluss noch ein kurzer Hinweis: Bezogen auf die Riesenwespen versteckt sich im Abspann ein kleiner Gag, den es durchaus zu entdecken lohnt.

>> von Christopher Diekhaus

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