Moviebase Transcendence

Transcendence
Transcendence

Bewertung: 30%

Userbewertung: 30%
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Originaltitel: Transcendence
Kinostart: 24.04.2014
DVD/Blu-Ray Verkauf: 28.08.2014
DVD/Blu-Ray Verleih: 28.08.2014
Freigabe: FSK 12
Lauflänge: 119 Minuten
Studio: Alcon Entertainment, DMG Entertainment
Produktionsjahr: 2012
Regie: Wally Pfister
Drehbuch: Jack Paglen,
Darsteller: Johnny Depp, Kate Mara, Morgan Freeman, Rebecca Hall, Cillian Murphy, Paul Bettany, Cole Hauser, Clifton Collins Jr.

Regisseur Christopher Nolan legte mit seinem ungewöhnlich erzählten Thriller „Memento“ vor 14 Jahren den Grundstein für eine außergewöhnliche Karriere. Spätestens seit seiner „Dark Knight“-Trilogie, die den DC-Comichelden Batman von seiner zerbrechlichen, menschlichen Seite zeigte, etablierte sich Nolan als großer Filmemacher. Einer, der von Beginn an immer dabei war, ist Kameramann Wally Pfister.

Pfister sorgte bei allen Filmen von Nolan für die Optik und wagt sich nun mit „Transcendence“ aus dem Schatten des Regisseurs heraus, um selbst im Regiefach durchzustarten. Nolan selbst beschrieb das Science-Fiction-Projekt als optimal für Pfister, um damit als Inszenator Fuß zu fassen. Doch recht schnell wird bei Betrachten des Erstlingswerks klar, dass es Pfister zwar versteht, ansehnliche Bilder auf die Leinwand zu bringen. Das Gespür für spannendes Storytelling fehlt ihm indes völlig.

Dr. Will Caster (Johnny Depp) und seine Frau Evelyn (Rebecca Hall) sind angesehene Wissenschaftler. Sie forschen auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz und stehen kurz vor dem Durchbruch, ein neuartiges Computersystem zu erschaffen. Dies soll über Emotionen verfügen und wie ein Mensch handeln können. Die Maschine stößt jedoch nicht bei jedem auf positive Reaktionen. Eine Gruppe von Extremisten will Casters Vorhaben um jeden Preis verhindern und verübt einen Anschlag auf ihn. Ihren schwer verletzten Mann schließt Evelyn an den Computer an, um seinen Geist weiterhin am Leben zu halten. Das Experiment funktioniert – doch die Ausmaße sind unvorstellbar.

Stattliche 100 Millionen Dollar (!) standen Pfister für die Verwirklichung seines Debüts zur Verfügung. Von solch einer Summe träumt manch langjähriger Filmschaffender sein ganzes Leben. Zudem konnten einige namhafte Darsteller verpflichtet werden. Neben Johnny Depp standen unter anderem Paul Bettany, Rebecca Hall, Morgan Freeman und Cillian Murphy vor der Kamera. Auch hier wird Nolans Einfluss deutlich, haben die meisten unter ihm schon beim Batman-Dreiteiler gespielt.

Und was macht Pfister aus den ziemlich guten Voraussetzungen? Er nimmt das Drehbuch von Jack Peglen (ebenfalls Debütant in seinem Fach) und schnürt daraus eine uninspirierte, oft schnarchig langweilige Sci-Fi-Romanze. Die Ausgangsidee, die auf dem Papier noch interessant und einladend klingt, entpuppt sich in der verfilmten Variante als seelenlos und zerfahren. Pfister klaut nicht nur dreist bei Genrevertretern wie etwa John Carpenters „Das Dorf der Verdammten“, sondern fügt seinem sperrigen „Baby“ auch kaum etwas Eigenständiges hinzu.

Mit seinem pseudo-philosophischen Ansatz und den teils sehr steifen Dialogen, über die sich meist nur der Kopf schütteln und lachen lässt, gerät die Cyber-Geschichte auf die schiefe Bahn. Die Menschen werden, auch das ist nicht neu, als moralisch bedenkliche Wesen dargestellt. Die Welt muss verbessert, nein, gerettet werden von einem Jesus-Abklatsch, der alle Wunden heilt und seinen Schäfchen direkt noch Superkräfte mitgibt. Und wenn Pfister schon mal dabei ist, lässt er auch gleich noch das ausgelutschte Öko-Problem miteinfließen. Das geschieht alles auf eine seltsam unausgereifte und so gar nicht unterhaltende Weise.

Selbst der Cast wirkt lustlos, allen voran ein müde auftretender Johnny Depp, dem der Wunsch nach einer weiteren Fahrt mit der Black Pearl anzumerken ist. Auch Morgan Freeman quält sich durch das Szenario und wäre wohl lieber wieder Lucius Fox in einem weiteren Batman-Film. Einzig Rebecca Hall versucht aus der ihr anvertrauten, leider wenig vielfältigen Rolle das Beste herauszuholen. Sie gibt das preis, was dem restlichen Werk schmerzlich fehlt: Emotionen und Spannung.

Ein Totalausfall ist Pfisters Regiedebüt letztlich nicht. Das liegt – ironischerweise – an den gelungenen Impressionen von Jess Hall, der schon den herben Cop-Spaß „Hot Fuzz“ fotografierte. In einigen Momenten wird das Interesse an der Erzählung dann tatsächlich geweckt, von Pfister leider jedes Mal wieder im Keim erstickt. Gar nicht auszumalen, was aus „Transcendence“ hätte werden können, wenn sich Wally Pfister einzig auf seine Kameraarbeit konzentriert und Christopher Nolan das inszenatorische Zepter überlassen hätte.

Fazit: „Transcendence“ ist lahmes Zukunftskino, dem man seine Kosten nicht ansieht und bei dem der Funke einfach nicht überspringt.

>> geschrieben von Janosch Leuffen

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