Moviebase The Last Witch Hunter

The Last Witch Hunter
The Last Witch Hunter

Bewertung: 40%

Userbewertung: 32%
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Originaltitel: Last Witch Hunter, The
Kinostart: 22.10.2015
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: Unbekannt
Lauflänge: - Minuten
Studio: Lionsgate Films
Produktionsjahr: 2015
Regie: Breck Eisner
Drehbuch: Unbekannt
Darsteller: Vin Diesel, Elijah Wood, Rose Leslie, Ólafur Darri Ólafsson, Julie Engelbrecht, Michael Caine

Dass er Filmreihen schultern kann, hat Hollywood-Raubein Vin Diesel bereits als Richard B. Riddick im gleichnamigen Science-Fiction-Franchise und als Adrenalinjunkie Dominic Toretto im „The Fast and the Furious“-Universum bewiesen. Höhere Weihen soll nun auch der Fantasy-Kracher „The Last Witch Hunter“ erfahren, dessen Fortsetzung, glaubt man den Aussagen des Darstellers, schon vor Kinostart beschlossen scheint. Unterstrichen wird dieses Vorhaben von einem Cliffhanger, der weitere Abenteuer in Aussicht stellt. Dumm nur, dass man spätestens an diesem Punkt jegliche Lust auf ein Sequel verloren hat.

Im 13. Jahrhundert schickt sich der furchtlose Kaulder (Diesel) an, eine Hexenkönigin (Julie Engelbrecht) zu bekämpfen, die mit einer Plage zahlreiche Menschen, darunter auch seine Frau und seine Tochter, auf dem Gewissen hat. Als er die böse Zauberin nach einer erbitterten Auseinandersetzung töten kann, belegt sie ihn mit einem Fluch. Fortan ist Kaulder unsterblich und zieht bis in die Gegenwart hinein als Hexenjäger umher. Im Auftrag der kirchlichen Bruderschaft „Axe and Cross“ überwacht er die auf der Erde lebenden Hexenwesen und zieht diejenigen aus dem Verkehr, die Böses im Schilde führen. Mentor und ständiger Begleiter ist ein erfahrener Priester, der 36. Dolan (Michael Caine), der sein Amt in Kürze an einen jüngeren Geistlichen, den 37. Dolan (Elijah Wood), übergeben will. Am letzten Abend seiner Tätigkeit kommt der alte Mann jedoch ums Leben, was Kaulder betroffen und auch stutzig macht. Erst recht, als er in der Wohnung des Verstorbenen Hinweise auf schwarze Magie entdeckt. Zusammen mit seinem neuen Berater und der guten Hexe Chloe (Rose Leslie) spürt er schon bald einer gefährlichen Verschwörung nach.

Im Rückblick sticht der Prolog mit seinem finsteren Mittelalter-Setting positiv hervor, das an den grimmigen Hexenjäger-Horror aus Christopher Smiths „Black Death“ erinnert. Atmosphärisch ist „The Last Witch Hunter“ hier deutlich stärker als in den kommenden anderthalb Stunden, in denen sich vor unseren Augen ein uninspirierter, zuweilen hanebüchener Weltrettungsplot entspinnt. Auffallend ist schon sehr früh, dass die Menschen dabei eine untergeordnete Rolle spielen, obwohl der Protagonist gerade ihren Schutz sicherstellen will. Regisseur Breck Eisner („The Crazies – Fürchte deinen Nächsten“) gibt sich durchaus Mühe, den mythologischen Überbau anschaulich zu gestalten, schafft es aber nicht den epischen Atem spürbar zu machen, den eine mehr als 800 Jahre umfassende Geschichte eigentlich verströmen müsste. So wirkt der Geheimbund „Axe and Cross“ lächerlich statt erhaben, was eine Figur sogar offen konstatiert. Und Kaulders Ermittlungen nach dem Mord am 36. Dolan erschöpfen sich im stupiden Abklappern einzelner Stationen.

Komplexität und zusätzliche Spannung sollen Visionen und Erinnerungsbilder erzeugen, die sich immer wieder in den Erzählfluss schieben. Dadurch erhält der Zuschauer Hinweise auf den (wenig verblüffenden) Twist im letzten Drittel und Einblicke in Kaulders tragische Verfassung –  schließlich trauert der Hexenjäger nach wie vor um den Verlust von Frau und Kind, die er als Unsterblicher nicht einmal im Jenseits wiedersehen kann. Großen Eindruck hinterlassen die Einschübe leider nicht, da sie recht beliebig eingestreut werden und Vin Diesel nicht gerade als Meister des Emotionskinos in Erscheinung tritt.

Durchbrochen wird die dahinplätschernde Handlung zudem von trockenen One-linern und kleinen Gags – etwa Kaulders auffälligem Sportwagen, der auf das „The Fast and the Furious“-Franchise anspielt. Dennoch ist „The Last Witch Hunter“ bei weitem nicht selbstironisch genug, um den platten Handlungsverlauf entscheidend aufzuwerten. In vielen Momenten nimmt sich der Film zu ernst und versucht mit durchwachsenem Erfolg, über düstere Schauplätze eine bedrohliche Stimmung zu kreieren. Die Spezialeffekte sind ordentlich, aber nur selten so spektakulär wie in der Szene, als ein Insektensturm über die Hochhäuser New Yorks hereinbricht. Auf mittelmäßigem Niveau pendeln sich schließlich die Actionszenen ein, die Genrefans wohl eher nicht zum Jubeln bringen dürften. Zu oft beschränken sich die Macher auf konventionelle, wenig ausgeklügelte Kampfchoreografien.

An der Darstellerfront verrichtet Vin Diesel solide Arbeit. Zumindest dann, wenn er den zupackenden Sprücheklopfer geben kann. Augenblicke, die Kaulders detektivische Fähigkeiten illustrieren, gleiten dagegen manchmal in unfreiwillige Komik ab. Schauspielveteran Michael Caine wiederum verleiht dem banalen Treiben etwas Erhabenheit, obwohl er nur wenig Leinwandzeit bekommt. Undankbar ist der Auftritt von Elijah Wood, dessen Priester über die gesamte Filmlänge eine uninteressante Randfigur bleibt. Besser trifft es da schon „Game of Thrones“-Star Rose Leslie, die als gute Hexe einige Farbtupfer setzt, vom Drehbuch aber ebenfalls nur mit rudimentären Eigenschaften ausgestattet wird.

Lässt man das Gesehene Revue passieren, drängt sich vor allem ein Gedanke auf: Wenn das die Vorlage für eine neue spektakuläre Filmreihe sein soll, muss man sich ernsthaft Sorgen um das Hollywood-Kino machen.

>> von Christopher Diekhaus

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