Moviebase Stage Fright

Stage Fright
Stage Fright

Bewertung: 35%

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Originaltitel: Stage Fright
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 24.10.2014
DVD/Blu-Ray Verleih: 24.10.2014
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 85 Minuten
Studio: Serendipity Point Films, XYZ Films
Produktionsjahr: 2014
Regie: Jerome Sable
Drehbuch: Jerome Sable
Darsteller: Minnie Driver, Meat Loaf, Allie MacDonald, Douglas Smith, Kent Nolan

„The following is based on true events. While the names have been changed to respect the victims and their families, the musical numbers will be performed exactly as they occurred.“ Mit diesem kuriosen Hinweis beginnt der Regisseur und Drehbuchautor Jerome Sable sein Langfilmdebüt „Stage Fright“ und legt so gleich den spielerisch-unernsten Tonfall dieser ungewöhnlichen Genre-Mischung frei. Nichts Geringeres nämlich als eine Kreuzung von Musical-Persiflage und Slasher-Streifen hat sich der junge Kanadier auf die Fahne geschrieben. Was durchaus bemerkenswert ist, da die beiden Welten auf den ersten Blick gänzlich unvereinbar scheinen. Dummerweise gelingt es Sable nur sporadisch, den Gegenbeweis anzutreten, sodass sein blutig-heiterer Cocktail am Ende zwar nicht vollkommen ungenießbar, wohl aber schwer bekömmlich gerät.

Im Prolog lernen wir die Musical-Darstellerin Kylie Swanson (Minnie Driver) kennen, die nach einer Aufführung ihres neuesten Stücks „The Haunting of the Opera“ in der Garderobe von einem maskierten Killer gemeuchelt wird, während ihre kleine Tochter Camilla im leeren Theater-Saal steht und vor sich hinsingt. Zehn Jahre später ist das Mädchen zu einer jungen Frau (Allie MacDonald) herangewachsen, die gemeinsam mit ihrem Bruder Buddy als Küchenhilfe im heruntergekommen Musical-Ferienlager des früheren Broadway-Produzenten Roger McCall (schöner Besetzungseinfall: Meat Loaf) arbeitet und davon träumt, in die Fußstapfen ihrer berühmten Mutter zu treten. Als bekannt wird, dass im Camp eine Neuinszenierung von „The Haunting of the Opera“ geplant ist, sieht Camilla ihre große Chance gekommen und mischt sich beim Vorsprechen unter die angemeldeten Teilnehmer. Nicht zuletzt wegen ihrer tragischen Familiengeschichte ist Jungregisseur Artie (Brandon Uranowitz) sofort von ihr begeistert und spielt mit dem Gedanken, Camilla die Hauptrolle zu übertragen. Mit viel Enthusiasmus machen sich die musikalisch und künstlerisch begeisterten Teenager an die Vorbereitung der Aufführung, ohne zu ahnen, dass mitten unter ihnen ein finsterer Heavy-Metall-Fan haust, der rein gar nichts für Musicals übrig hat.

Die Ausgangssituation von „Stage Fright“ könnte klassischer nicht sein: Ein brutaler Mord, ein unheilvolles Broadway-Stück und eine Protagonistin, die noch immer an der Vergangenheit hängt. Vom Start weg spielt der Film mit den Bausteinen des Slasher-Genres, setzt allerdings recht schnell einen harten Kontrast mit der Ankunft der Jugendlichen im Ferienlager. Plötzlich dominieren ausgelassene Gesangseinlagen sowie kleine und größere Eitelkeiten das Geschehen. Unüberhörbar parodieren die betont überdrehten, eingängigen Musikstücke – allesamt von Sable und seinem Kompagnon Eli Batalion geschrieben und komponiert – die genreimmanente Fröhlichkeit, aber auch die Vorurteile, mit denen Musical-Fans gemeinhin zu kämpfen haben. In McCalls Camp können die Nerds und Außenseiter endlich so sein, wie sie sind, und müssen keine Erniedrigungen befürchten, da sie ausschließlich auf Gleichgesinnte treffen.

Auch wenn die herrlich absurden Gesangsnummern dem Film immer wieder eine eigenartig-abgründige Dynamik verleihen und sogar für einige Lacher gut sind, macht sich alsbald Ernüchterung breit, da es dem Regisseur nach dem halbwegs spannenden Auftakt einfach nicht gelingt, die Horror-Elemente auf clevere Weise mit dem Musical-Treiben zu verquicken. Hier und da erhaschen wir einen Blick auf den maskierten Bösewicht, müssen allerdings eine gefühlte Ewigkeit warten, bis er zum ersten Mal aktiv wird. Übliche Standards des Slasher-Films (die subjektive Perspektive eines unbekannten Beobachters, ein verschmähter Bewunderer, ein zwielichtiger Hinterwäldler) und zahlreiche direkte Referenzen (etwa der Handlungsort und viele Figurennamen) werden eingeflochten, laden den Plot aber nur in wenigen Ausnahmefällen atmosphärisch auf. Ein handfestes Angstgefühl will sich schlicht und ergreifend nicht einstellen. Wohl auch, weil die aufgekratzten Jugendlichen inklusive Camilla nur bedingt als Identifikationsfiguren taugen.

Ein großes Ärgernis ist schließlich der letzte Akt, der plötzlich eine Leiche nach der anderen präsentiert. So, als wolle Sable all das, was er zuvor versäumt hat, mit einem Schlag nachholen. Klischees und Genre-Muster werden nun nicht mehr ironisch gebrochen, sondern recht unbeholfen imitiert und fügen sich zu einer Auflösung zusammen, die niemanden ernsthaft überraschen dürfte. Daran ändert auch die zweite Schlusswendung nichts, die den blutigen Showdown bloß unnötig in die Länge zieht. Dass der Film quasi im Schlussbild seinen gelungensten Schockeffekt aufbietet, ist gut und schön, macht ihn als verspielten Horrorspaß aber auch nicht gerade interessanter.

>> von Christopher Diekhaus

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