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Moviebase Hotel Transsilvanien 2

Hotel Transsilvanien 2
Hotel Transsilvanien 2

Bewertung: 50%

Userbewertung: 60%
bei 73 Stimmen

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Originaltitel: Hotel Transylvania 2
Kinostart: 15.10.2015
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: Unbekannt
Lauflänge: - Minuten
Studio: Columbia Pictures, Sony Pictures Animation, Sony Pictures Digital
Produktionsjahr: 2015
Regie: Genndy Tartakovsky
Drehbuch: Adam Sandler, Robert Smigel
Darsteller: Adam Sandler, Selena Gomez, Steve Buscemi, Mel Brooks, Andy Samberg, Keegan-Michael Key, Kevin James, Fran Drescher, David Spade

Im Finale des Animationshits „Hotel Transsilvanien“ schien Graf Dracula verstanden zu haben, dass man als Vater loslassen muss. Und doch wärmt der nun startende Nachfolger alte Konflikte und überwunden geglaubte Überzeugungen auf, um den Zuschauer einmal mehr mit einer Toleranzbotschaft zu beglücken. Was thematisch löblich sein mag, ist in erzählerischer Hinsicht schlichtweg uninspiriert und schwächt den zweiten Teil merklich ab. Monster oder Mensch? So lautete schon im Vorgänger eine zentrale Frage, die Regisseur Genndy Tartakovsky auch hier unter leicht abgewandelten Vorzeichen in den Raum wirft. Ein frischer, überraschender Animationsspaß sieht trotz manch gelungener Passage definitiv anders aus.

Stand am Ende des Erstlings eine umjubelte Feier anlässlich des 118. Geburtstags von Draculas Tochter Mavis, darf der Hotelbesitzer gleich zu Anfang des Sequels abermals zahlreiche Partygäste auf seinem Schloss begrüßen. Mavis und ihr menschlicher Freund Jonathan treten vor den Traualtar und schenken dem berühmten Blutsauger schon bald ein putziges Enkelkind. Der frisch gebackene Großvater ist Feuer und Flamme, kommt jedoch ins Grübeln, als der kleine Dennis auch mit fast fünf Jahren noch keine vampirtypischen Anzeichen wie Fangzähne erkennen lässt. Mavis spielt aus diesem Grund mit dem Gedanken, ihren Sohn in einer menschenfreundlichen Umgebung großzuziehen, und besucht schließlich die kalifornische Heimat ihres Mannes. Während ihrer Abwesenheit setzt Dracula alles daran, die Monster-DNA seines Enkels hervorzukitzeln. Behilflich sind ihm dabei seine treuen Freunde: Frankenstein, der unsichtbare Griffin, der Werwolf Wayne, die Mumie Murray und das grüne Glitschwesen Blobby.

Im Eiltempo saust der Film von einem Ereignis zum nächsten und bombardiert das Publikum dabei zuweilen mit unmotiviertem Aktionismus – Stichwort: Breakdance-Szene. Gleichzeitig bieten die Macher aber auch eine Reihe witziger Momente und Anspielungen auf. Für alle Altersklassen verständlich ist die Komik beispielsweise dann, als Dracula am Bett von Dennis ein bekanntes Schlaflied in düster abgewandelter Form zum Besten gibt. Vampire und Menschen sind in ihren Vorlieben halt doch ein bisschen verschieden. Vor allem Erwachsene dürften sich köstlich amüsieren, wenn Mavis in einem Anflug milder Panik das Hotel ihres Vaters, den Ort, an dem sich Monster aller Couleur tummeln, zu einer kindersicheren Festung umbauen lässt. Das heute gar nicht selten verbreitete Phänomen übervorsorglicher Eltern scheint hier mehr als deutlich durch.

Auch wenn das Animationswerk im weiteren Verlauf mit Slapstick-Einlagen – besonders häufig ist Blobby involviert – und kleinen Scherzen wie Draculas mangelnder Technikaffinität aufwarten kann, schieben sich alte Muster und ausgelutschte Gags manchmal zu aufdringlich in den Vordergrund. Wollte der Vampirfürst im ersten Teil seine Tochter nicht in die große weite Welt entlassen, ist es nun der Enkel, der unbedingt in den heiligen Hallen von Hotel Transsilvanien aufwachsen soll. Versuchen Dracula und seine Mitstreiter schließlich, Dennis in das Wesen des Monsterseins einzuführen, wird eine schon im Vorgänger etablierte Pointe mehrmals durchgespielt: Trotz ihres zum Teil unheimlichen Aussehens taugen die Ungeheuer nicht mehr als Schreckfiguren, sondern werden von den Menschen mit Begeisterung – inklusive Selfie-Anfrage – begrüßt. Als amüsante Idee erweist sich der Besuch eines Trainingslagers für Jungvampire, das rein gar nichts mehr mit dem beinharten Erziehungscamp aus Draculas Erinnerung gemein hat.

Bei aller Heiterkeit fehlen „Hotel Transsilvanien 2“ nachwirkende Momente des Innehaltens. Die vorherrschenden Themen „Kindererziehung“ und „Verständnis für andersartige Wesen“ werden stets nur angerissen und nicht ausreichend emotional grundiert. Holzhammermäßig wirkt vor diesem Hintergrund auch das plötzliche Auftauchen von Draculas Vater Vlad, der sich als rassistischer Menschenfeind präsentiert. Wie der Film hier auf einmal in einen martialischen Kampfmodus schaltet, um dann in Windeseile zu einer Wir-haben-uns-alle-lieb-Stimmung umzuschwenken, ist einerseits merkwürdig. Andererseits zeigt gerade die schlampig zu Ende gebrachte Erzählung, dass künstlerische Ambitionen bei der Entwicklung nicht im Mittelpunkt standen, sondern die vom Erfolg des ersten Teils befeuerte Aussicht auf neue Einnahmen. Ein weiterer Nachschlag soll kommen, das war nach dem beachtlichen Box-Office-Abschneiden auf dem nordamerikanischen Markt schon zu hören – ob man sich darüber wirklich freuen soll, ist jedoch mehr als fraglich.

>> von Christopher Diekhaus

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