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Bewertung: 50%

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Originaltitel: The Ring 3
Kinostart: 02.02.2017
DVD/Blu-Ray Verkauf: 15.06.2017
DVD/Blu-Ray Verleih: 15.06.2017
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: Unbekannt
Studio: DreamWorks SKG, BenderSpink
Produktionsjahr: 2015
Regie: F. Javier Gutiérrez
Drehbuch: Jacob Aaron Estes, Akiva Goldsman
Darsteller: Matilda Anna Ingrid Lutz

In den meisten Fällen ist es ein schlechtes Zeichen, wenn zwischen den Teilen einer Filmreihe viele Jahre liegen. 2002 brachte Gore Verbinski („A Cure for Wellness“) mit „The Ring“ eine spannende, zugkräftige Hollywood-Adaption des japanischen Gruselstreifens „Ring: Das Original“ in die Kinos, in der Naomi Watts („Shut In“) als akribische Journalistin einem verfluchten Videoband nachspürt. Drei Jahre später erschien das Sequel „The Ring 2“, das weniger Geld als der Vorgänger in die Kassen spülte, aber immer noch als ansehnlicher Erfolg gelten konnte. Danach dauerte es – wohl in Ermangelung tragfähiger Ideen – eine geschlagene Dekade, bis man einer weiteren Fortsetzung grünes Licht erteilte. 2015 begannen die Dreharbeiten zu „Rings“ unter der Leitung des Spaniers F. Javier Gutiérrez, der auf der Berlinale 2008 mit dem Endzeit-Thriller „72 Stunden – Deine letzten 3 Tage“ sein Spielfilmdebüt gefeiert hatte. Gelohnt hat sich die lange Wartezeit nur bedingt, wobei man dem dritten Teil des amerikanischen „Ring“-Universums einige wirkungsvolle Momente nicht absprechen kann.
 
In einer Art Prolog lernen wir den aufgewühlten Carter (Zach Roerig, „Vampire Diaries“) kennen, der während eines Flugs panisch berichtet, dass er das Video gesehen habe, in dem der Geist von Samara Morgan haust. Da er keine Kopie angefertigt hat und die übliche 7-Tage-Schonfrist abgelaufen ist, kann er den tödlichen Fluch nicht umlenken und wird von Samara durch den Absturz des Flugzeugs ins Jenseits befördert. Zwei Jahre nach den dramatischen Ereignissen erwirbt der Biologie-Professor und Schürzenjäger Gabriel (Johnny Galecki, „Hancock“) Carters Videorekorder, in dem er das lebensgefährliche Tape entdeckt, das ihm schon bald für eigenwillige Forschungszwecke außerhalb des Lehrplans dient. Parallel versucht die Teenagerin Julia (Matilda Anna Ingrid Lutz, „Summertime“), ihren Freund Holt (Alex Roe, „Die 5. Welle“) zu erreichen, der seine Heimatstadt verlassen hat, um an einem College zu studieren. Da er ihre Anrufe seit geraumer Zeit nicht beantwortet, stellt sie vor Ort Nachforschungen an und stößt dabei auf das mysteriöse Experiment von Gabriel, an dem neben Holt auch die verstörte Skye (Aimee Teegarden, „Scream 4“) teilnimmt.
 
Abgesehen von den in warmes Licht getauchten, kitschigen Abschiedsszenen zwischen Julia und ihrem Freund „erstrahlt“ der Film in einem ausgewaschenen, manchmal grünstichigen Düsterlook, der sicherlich bedrückend wirkt, alleine aber noch keine durchdringende Gruselstimmung garantiert. Erkennbar sind die Bemühungen des Regisseurs, dem Spukgeschehen visuelle Kniffe abzugewinnen. Etwa Regentropfen, die nach oben steigen. Oder eine Fliege, die sich aus einer entzündeten Zigarette schält. Kabinettstücken wie diese sind nett anzuschauen, reichen allerdings nicht an die optische Brillanz heran, die Gore Verbinski in „The Ring“ demonstrierte. Mehr als einmal macht Gutiérrez Gebrauch vom eher plumpen Stilmittel des falschen Jump-Scares und schafft es dennoch, einzelne Passagen unbehaglich zu gestalten. Exemplarisch ist eine Szene, in der die Protagonistin eine Grabstätte erforscht, von grausigen Visionen befallen wird und sich plötzlich eingeschlossen wähnt.
 
Inhaltlich drängt der Horrorthriller zunächst in eine etwas kuriose Richtung, wenn er Gabriels außerplanmäßige Studentenversammlung als einen kultähnlichen Zirkel inszeniert, bei dem das Samara-Video und damit der Todesfluch ganz bewusst von einem Teilnehmer zum nächsten weitergereicht werden. Ziel dieses Kettenversuchs ist es, den Beweis für die Existenz einer menschlichen Seele zu erbringen. Nach Julias Auftauchen in den Räumlichkeiten des Geheimclubs wenden die Drehbuchautoren David Loucka („House at the End of the Street“), Jacob Estes („Mean Creek“) und Akiva Goldsman („Die 5. Welle“) allerdings den Blick von Gabriels Studien wieder ab, um Samaras Hintergrundgeschichte auszubauen. Wie es in vielen Horrorfilmen üblich ist, begeben sich Julia und Holt dafür auf eine Spurensuche, die geradewegs in ein verschlafenes Nest mit merkwürdigen Bewohnern führt. „Rings“ klappert im Folgenden diverse Standardmuster ab, unterscheidet sich von vielen anderen Genre-Vertretern aber dadurch, dass sich die weibliche Hauptfigur selbst zu helfen weiß und nicht in eine passive Rolle gedrängt wird. Julia treibt die Handlung voran und bringt ein großes Opfer, während ihr Freund ein eher blasser Sidekick bleibt. Erahnen lässt sich diese Figurenführung schon sehr früh, als sich die junge Frau mit einem Augenzwinkern beklagt, warum Mädchen eigentlich immer von Jungs gerettet werden müssten.
 
Der letztlich wenig originelle Ausbau der Samara-Mythologie mündet in einen Showdown, der an den Psychoschocker „Don’t Breathe“ erinnert. Von dessen Intensität und inszenatorischer Finesse ist „Rings“ ein gutes Stück entfernt, lässt die Spannungskurve aber doch ein wenig ansteigen. Dieser Umstand und der finale Twist, der weitere Sequels in Aussicht stellt, wecken allerdings nicht gerade das Verlangen nach neuen Gruselabenteuern. Gestützt wird dieses Empfinden durch die eher überschaubaren Kinoeinnahmen, die sich im Vergleich zum Vorgänger halbiert haben. Insofern dürfte es an ein Wunder grenzen, wenn Samara in einer US-Produktion noch einmal aus dem Brunnen krabbelt.
 
>> von Christopher Diekhaus

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