Moviebase Regression

Regression
Regression

Bewertung: 50%

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Originaltitel: Regression
Kinostart: 01.10.2015
DVD/Blu-Ray Verkauf: 26.02.2016
DVD/Blu-Ray Verleih: 26.02.2016
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Mod Producciones, First Generation Films, Weinstein Company
Produktionsjahr: 2015
Regie: Alejandro Amenábar
Drehbuch: Alejandro Amenábar
Darsteller: Emma Watson, Ethan Hawke, David Thewlis, Devon Bostick, Dale Dickey, Aaron Ashmore

Dass satanische Sekten und blutige Rituale in den USA wiederholt für hitzige Debatten sorgten und die Spekulationswut befeuerten, zeigt unter anderem der Kriminalfall der West Memphis Three, den Atom Egoyan erst kürzlich in „Devil’s Knot“ rekonstruiert hat. Nach dem Mord an drei Kindern in einer kleinen Gemeinde im Bundesstaat Arkansas wurden 1993 drei junge Männer verhaftet und angeklagt, denen man eine okkultische Gesinnung nachsagte. Schon in den 1980er Jahren breiteten sich in einigen US-Regionen Berichte über Gruppierungen aus, die angeblich dem Teufel huldigten und systematisch Menschen opferten. Da die Medien – sowohl das Fernsehen als auch zwielichtige Sachbuchautoren – bereitwillig auf den Erregungszug aufsprangen, nahm die Stimmung mancherorts geradezu hysterische Züge an. Regisseur und Drehbuchautor Alejandro Amenábar verarbeitet dieses Phänomen in seinem neuen Spielfilm „Regression“, mit dem der gebürtige Chilene zu seinen Thriller- bzw. Horrorwurzeln aus „Abre los ojos“ und „The Others“ zurückkehrt.

Minnesota im Jahr 1990: Die 17-jährige Angela Gray (Emma Watson) flüchtet aus ihrem Elternhaus in die Arme eines Priesters und beschuldigt ihren Vater John (eindringlich: David Dencik), sie sexuell missbraucht zu haben. Kleinstadt-Cop Bruce Kenner (Ethan Hawke) wird mit dem delikaten Fall betraut und entlockt dem Verdächtigen schon bald ein Geständnis, wobei sich John nicht an die Tat erinnern kann. Um für Klarheit zu sorgen, zieht der Ermittler den renommierten Psychologen Kenneth Raines (David Thewlis) zu Rate, der bei einer Regressionstherapie verdrängte Ereignisse hervorkitzelt. Wie es scheint, hat sich nicht nur der Vater an Angela vergangen, sondern auch eine satanische Sekte. Zu allem Überfluss deutet vieles darauf hin, dass Polizeikollege Nesbitt (Aaron Ashmore) zu deren Mitgliedern gehört. Während der ehrgeizige Kenner die mysteriöse Verschwörung aufzudecken versucht, gerät er in einen gefährlichen Sog zwischen Wahn und Wirklichkeit.

Die Grundbedingungen dieses Psychohorror-Trips sind durchaus vielversprechend, da der Regisseur ein spannendes Thema aufgreift, fähige Darsteller bei der Hand hat und ausreichend Raum bekommt, sein Gespür für unheimliche Stimmungen zu beweisen. Anders als in der atmosphärischen Schauermär „The Others“, mit der Amenábar seinen internationalen Durchbruch feierte, will das Unbehagen hier jedoch nicht vollends auf den Zuschauer übergreifen. Routiniert etabliert der Film ein düsteres, von wahnhaften Glaubensvorstellungen geprägtes Kleinstadtsetting, in dem das Böse auf fruchtbaren Boden fällt. Viel mehr als konventionelle Thriller-Muster sollte man allerdings nicht erwarten, was vor allem dann negativ ins Gewicht fällt, als sich der Protagonist plötzlich in den Untiefen seiner Ermittlungen zu verlieren droht. Bedauerlicherweise ist das Spiel mit Realität und Einbildung meistens einfach zu durchschauen. Und noch dazu setzt Amenábar in entscheidenden Momenten auf wenig überraschende Buh-Effekte, anstatt die Spannung kunstvoll zuzuspitzen.

Obwohl Ethan Hawke als zermürbter, überambitionierter Provinzpolizist eine überzeugende Figur abgibt und Kenners Paranoia glaubhaft zu vermitteln weiß, erscheint der Weg zum psychischen Verfall ein wenig konstruiert. Schuld daran ist in erster Linie die Unentschlossenheit des Drehbuchs, das Sektenhorror, Missbrauchsdrama und Kriminalfilm miteinander verquicken will und gerade dadurch ständig auf Verkürzungen zurückgreifen muss. Gern hätte man mehr über das beschwerliche Leben der Familie Gray erfahren, doch Angelas Bruder Roy (Devon Bostick) und ihre Großmutter Rose (Dale Dickey) bleiben trotz prägnanter Darstellerleistungen reine Funktionsfiguren. Überraschend ist nicht zuletzt, dass es verhältnismäßig lange dauert, bis das Opfer selbst die Bühne betritt. Die Rolle der verunsicherten, hilfsbedürftigen jungen Frau ist Emma Watson unverkennbar auf den Leib geschrieben. Richtig fesselnd gerät Angelas Schicksal aber nur in Ansätzen, da sie insgesamt zu wenig Leinwandzeit erhält.

Konnte Amenábar in „The Others“ mit einem schockierenden Plot-Twist aufwarten, bemüht er in „Regression“ eine Wendung, die sich leider schon im Voraus abzeichnet. Enttäuschend ist die Auflösung auch deshalb, weil sie die Kontroversen rund um die titelgebende Regressionstherapie eher uninspiriert aufgreift. Eingeweihte Zuschauer dürften den Braten demzufolge schon am Anfang riechen. Nicht nur aus diesem Grund wäre es wohl sinnvoller gewesen, den Film deutlicher als Drama anzulegen und die Thriller-Elemente weitestgehend einzudampfen. So, wie es sich jetzt verhält, ist Ernüchterung vorprogrammiert, da man, gemäß den Genreregeln, einen überraschenden Dreh erwartet.

>> von Christopher Diekhaus

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