Moviebase Planet der Affen: Survival

Planet der Affen: Survival
Planet der Affen: Survival

Bewertung: 80%

Userbewertung: 90%
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Originaltitel: War for the Planet of the Apes
Kinostart: 03.08.2017
DVD/Blu-Ray Verkauf: 07.12.2017
DVD/Blu-Ray Verleih: 07.12.2017
Freigabe: FSK 12
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Chernin Entertainment
Produktionsjahr: 2017
Regie: Matt Reeves
Drehbuch: Mark Bomback, Pierre Boulle
Darsteller: Judy Greer, Woody Harrelson, Andy Serkis, Aleks Paunovic, Steve Zahn, Ty Olsson, Sara Canning, Max Lloyd-Jones

Der Sommer ist traditionell die Zeit der luftig-leichten Blockbuster-Unterhaltung. Schwere Kost findet dann nur selten den Weg in die Multiplex-Kinos. Unbeeindruckt von dieser gängigen Praxis zeigen sich die Macher der neuen „Planet der Affen“-Reihe, die nach ihrem Start 2011 Kritik und Publikum überraschen konnte. Nach zwei gelungenen Science-Fiction-Arbeiten, die lose auf den Motiven eines Pierre-Boulle-Romans von 1963 basieren, überzeugt auch der dritte Teil der Frischzellenkur, der hierzulande auf den Titel „Planet der Affen: Survival“ hört. Matt Reeves („Let Me In“), der schon Kapitel zwei inszenieren durfte, verschärft darin noch einmal die düsteren Tendenzen und stampft eine moralisch komplexe Zukunftsvision aus dem Boden, die an Francis Ford Coppolas Vietnamkriegsalbtraum „Apocalypse Now“ und Alejandro González Iñárritus Schneewestern „The Revenant – Der Rückkehrer“ denken lässt.

Einige Zeit nach der gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Affen und den durch einen Virus dramatisch dezimierten Menschen, die der hasserfüllte Koba (Toby Kebbell, „Sieben Minuten nach Mitternacht“) mit seinem Verrat am Primatenführer Caesar (Andy Serkis, „Star Wars: Das Erwachen der Macht“) eingeleitet hat, leben die Tiere wieder zurückgezogen im Wald. Tunlichst darauf bedacht, in Frieden gelassen zu werden. Ein unnachgiebiger Colonel (Woody Harrelson, „Zombieland“) macht allerdings Jagd auf sie und findet mithilfe eines abtrünnigen Affen das hinter einem Wasserfall gelegene Versteck der Primaten. Da der Soldat einige Mitglieder aus Caesars Familie kaltblütig ermordet, sinnt das sonst eher besonnene Affenoberhaupt erstmals auf Rache. Anstatt mit seiner Gemeinschaft aufzubrechen, um ein neues, sicheres Zuhause zu suchen, heftet sich Caesar, begleitet von seinen treuen Gefolgsleuten Maurice (Karin Konoval, „Bates Motel“), Luca (Michael Adamthwaite, „Warcraft: The Beginning“) und Rocket (Terry Notary, „Kong: Skull Island“), an die Fersen des Colonels.

Wie man es von einer 150-Millionen-Dollar-Produktion erwarten darf, bietet „Planet der Affen: Survival“ atemberaubende Landschaftsaufnahmen und spektakuläre Actionsequenzen. Noch dazu fallen die digitalen Effekte inzwischen dermaßen raffiniert aus, dass die am Computer erzeugten Tiere beinahe lebensecht erscheinen. Optisch erfüllt Matt Reeves‘ neues Science-Fiction-Epos alle Erwartungen, ruht sich auf seiner technischen Brillanz jedoch keineswegs aus. Anders als in vielen heutigen Hollywood-Werken stehen die Schauwerte im Dienst einer Handlung, die vielleicht keine Oscar-Weihen verdient, wohl aber den Zuschauer emotional mitzureißen versteht. Garant dafür ist das nun noch schwärzer gezeichnete Dilemma, in dem sich der sichtlich zermürbte, hochintelligente Affenanführer Caesar wiederfindet. Eigentlich sehnt sich der bislang immer um Ausgleich bemühte Schimpanse endlich nach Frieden, einem ruhigen Leben, doch die sinnlose Zerstörungswut des Menschen macht ihm einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Nach dem traumatischen Schicksalsschlag wird er von seinen Rachegelüsten übermannt und nähert sich auf seiner Suche nach dem Colonel mehr und mehr seinem alten Widersacher Koba an, den er im zweiten Teil töten musste, um weiteres Blutvergießen zu verhindern.

Den neuen, namenlosen Antagonisten etabliert das von Reeves und Mark Bomback („Wolverine: Weg des Kriegers“) verfasste Drehbuch als einen fanatischen Kriegstreiber, der die Vernichtung der Affenspezies ausruft und dessen tragische Hintergründe aus einem Standard-Bösewicht einen einprägsamen Gegenspieler machen, der keineswegs zufällig an den wahnsinnigen „Apocalypse Now“-Tyrannen Kurtz gemahnt. Ähnlich wie Francis Ford Coppolas Protagonist Captain Willard begibt sich Caesar in „Planet der Affen: Survival“ in die Höhle des Löwen, die hier nicht im tiefen Dschungel, sondern in einer schmutzig-verschneiten Bergregion liegt. Der skrupellose, von Woody Harrelson souverän verkörperte Colonel herrscht dort über ein Gefangenenlager, in dem geschundene Affen Zwangsarbeit verrichten müssen und schwer misshandelt werden. Trostlos-erdrückende Bilder, die an den Schrecken des Holocausts erinnern und als harsche Kritik an der menschlichen Grausamkeit zu verstehen sind. Viel grimmiger dürfte es im Sommer 2017 im Spektakel-Kino Hollywoods nicht werden.

Zu den großen Stärken des Science-Fiction-Abenteuers zählen die zahlreichen intimen Szenen, in denen das Leiden der Figuren, ihre Zweifel, ihre Hoffnungen und ihre Verbitterung in den Blick geraten. Während andere Großproduktionen häufig bloß auf alibimäßige Einschübe setzen, nehmen Reeves und Co die innere Zerrissenheit ihrer Protagonisten ernst und rücken sie dementsprechend ausführlich in den Mittelpunkt. Caesar, der sich im dritten Teil von seinen Grundsätzen verabschiedet und zu einem aufbrausenden Rächer mutiert, erhält zusätzliche Tiefe, was freilich einmal mehr auch der bestechenden Performance-Capture-Arbeit des britischen Schauspielers Andy Serkis zu verdanken ist. Wie schon in den Vorgängern leiht er dem Schimpansen eine ausgesprochen differenzierte Mimik, die jede noch so kleine Regung und Emotion sichtbar macht. Der Affe mag am Rechner entstanden sein. Dass hinter dem famos animierten Wesen allerdings ein Mensch steht, ist in jeder Einstellung zu spüren. Gleiches gilt nicht zuletzt für den Orang-Utan Maurice, der als gute Seele der Erzählung fungiert.

Auch wenn der Film auf dem Weg zum großen, effektreichen Showdown einige dramaturgische Vereinfachungen in Kauf nimmt, gelingt es Reeves und Bomback, selbst gegen Ende noch mit kleinen Überraschungen aufzutrumpfen. Interessant ist etwa die Art und Weise, wie die Konfrontation zwischen Caesar und dem Colonel ausgetragen wird. Das übliche Racheschema erfährt hier eine spannende Abwandlung. Ein weiterer Belege dafür, dass „Planet der Affen: Survival“ übliche Blockbuster-Muster umschifft.

>> von Christopher Diekhaus

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