Moviebase Blumhouse präsentiert: Wahrheit oder Pflicht

Blumhouse präsentiert: Wahrheit oder Pflicht
Blumhouse präsentiert: Wahrheit oder Pflicht

Bewertung: 35%

Userbewertung: 30%
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Originaltitel: Truth Or Dare
Kinostart: 10.05.2018
DVD/Blu-Ray Verkauf: 13.09.2018
DVD/Blu-Ray Verleih: 13.09.2018
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Blumhouse Productions, Universal Pictures
Produktionsjahr: 2017
Regie: Jeff Wadlow
Drehbuch: Jeff Wadlow
Darsteller: Lucy Hale

Die seit Jahren zuverlässig umtriebige Horrorschmiede des Produzenten Jason Blum wirft – was bei der hohen Schlagzahl an Filmen nicht verwundern muss – neben gelungenen Beiträgen wie „The Visit“ und „Get Out“ auch einen ordentlichen Schwung an durchschnittlicher oder komplett verunglückter Ware auf den Markt. In letztere Kategorie fällt zweifelsohne der Möchtegernschocker „Blumhouse präsentiert: Wahrheit oder Pflicht“, der das titelgebende Partyspiel für eine erschreckend öde aufgezogene Abzählgeschichte nutzt, in der es – mal wieder – oberflächlich skizzierten jungen Menschen an den Kragen geht. Trotz einiger fieser Ideen und Offenbarungen plätschert der zynische Horrorthriller weitestgehend vor sich hin, ohne dass man große Lust bekäme, sich ernsthaft für die stetig eskalierenden Geschehnisse zu interessieren.

Während ihre Clique über die Spring-Break-Ferien nach Mexiko zum Feiern aufbrechen möchte, hat die auf YouTube sehr aktive Studentin Olivia (Lucy Hale, „Scream 4“) eigentlich andere Pläne. Ihre beste Freundin Markie (Violett Beane, „The Flash“) bringt sie jedoch dazu, ihre ablehnende Haltung aufzugeben und die Fahrt ins Nachbarland mit anzutreten. Am letzten Abend des ausgelassenen Partyurlaubs trifft Olivia in einer Bar auf den hilfsbereiten Carter (Landon Liboiron, „Hemlock Grove“), der die ganze Gruppe zu einer alten Kirche führt und schließlich vorschlägt, sich mit „Wahrheit oder Pflicht“ die Zeit zu vertreiben. Nach anfänglichem Nörgeln beißen die College-Freunde an, wundern sich allerdings, als Carter irgendwann aufspringt, wirre Dinge von sich gibt und in der Dunkelheit verschwindet. Wie Olivia und ihre Begleiter feststellen müssen, scheint das Spiel verflucht zu sein und fordert schon bald nach ihrer Rückkehr in die USA das erste Todesopfer.

Die Idee, einen eher harmlosen Partyspaß mit einer nachhaltigen Bedrohung aufzuladen, klingt zunächst einmal recht vielversprechend. Durch die verschärften Regeln – wer lügt oder sich einer Aufgabe verweigert, stirbt – ergibt sich immerhin die Möglichkeit, tief in die Abgründe des auf den ersten Blick halbwegs harmonischen Freundeskreises zu schauen. Tatsächlich fördert das von Regisseur Jeff Wadlow („Cry_Wolf“), Jillian Jacobs, Michael Reisz und Christopher Roach ausgeheckte Drehbuch einige unschöne Enthüllungen zu Tage, kann daraus aber keinen besonderen Mehrwert ziehen. Obwohl die anfangs arg grob geschnitzten Protagonisten – wenigstens in manchen Fällen – durch das Aufdecken bestimmter Geheimnisse zusätzliches „Fleisch“ bekommen, fühlen sie sich mehr wie Abziehbilder denn wie echte Menschen an. In der Konsequenz trauert man den ins Gras beißenden Jugendlichen herzlich wenig nach.

Zugutehalten kann man dem Film, dass er sich an brisante Themen – sexueller Missbrauch und Selbstmord – wagt und gezielt moralische Grenzen sprengt. Die Kehrseite der Medaille ist allerdings, dass die schrecklichen Anekdoten vor allem dramaturgische Funktionen erfüllen und keinen Raum eröffnen, in dem das Innenleben der Beteiligten aufrichtig und emotional packend beleuchtet wird. Mit abgedroschenen Phrasen („Du bist immer noch mein Sohn!“) arbeitet beispielsweise der Nebenstrang rund um den homosexuellen Brad (Hayden Szeto, „The Unbidden“), der sich vor seinem Vater (Tom Choi, „Teen Wolf“) erst unter dem Zwang des tödlichen Spiels outet.

Noch ärgerlicher als all die bisher genannten Kritikpunkte ist die Tatsache, dass „Blumhouse präsentiert: Wahrheit oder Pflicht“ langweilig und vorhersehbar in Szene gesetzt ist und dem Zuschauer, von wenigen Ausnahmen abgesehen, keine starken Gänsehautpassagen offeriert. Als äußerst kontraproduktiv erweist sich vor allem die Entscheidung, den Figuren ein verzerrtes, geradezu lächerliches Grinsen aufs Gesicht zu zaubern und sie mit verstellten Stimmen sprechen zu lassen, wenn sie von der dämonischen Macht hinter dem Spiel ergriffen werden. Schon beim ersten Mal wirkt dieser Kniff nicht sonderlich furchteinflößend und nutzt sich mit jedem weiteren Auftauchen ab, bis man nur noch schmunzeln kann. Sehr deutlich zeigt sich die Unfähigkeit, nachhaltig zu verstören, auch in der Sequenz, in der Olivia zusammen mit Lucas (Tyler Posey, „Scary Movie 5“) den Ursprüngen des Fluchs nachspürt und dafür eine alte Frau in Mexiko aufsucht. Hier und anderswo vernachlässigt der Film allzu sträflich seine Horrorpflichten und verdient sich damit, ohne Wenn und Aber, einen Platz unter den Blumhouse-Rohrkrepierern.

>> von Christopher Diekhaus

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