Moviebase The Mimic

The Mimic
The Mimic

Bewertung: 60%

Userbewertung: 65%
bei 31 Stimmen

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Originaltitel: Jang-san-beom
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 26.01.2018
DVD/Blu-Ray Verleih: 26.01.2018
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 96 Minuten
Studio: Splendid Film
Produktionsjahr: 2017
Regie: Jung Huh
Drehbuch: Jung Huh
Darsteller: Yum Jung-ah, Park Hyuk-kwon, Her Jin, Shin Rin-ah, Jung-ah Yum

Im Herbst 2017 entführte der südkoreanische Schocker „The Wailing – Die Besessenen“ das hiesige Leinwandpublikum auf einen intensiv-irrwitzigen Dämonentrip, der sich tief in der Provinz des ostasiatischen Landes abspielte. Über die in Köln beheimatete Verleihfirma Splendid findet nun ein ähnlich gelagerter Horrorthriller seinen Weg auf den deutschen Heimkinomarkt. Inszeniert wurde „The Mimic – Dunkle Stimmen“ von Jung Huh, der 2013 mit dem Psychoreißer „Hide and Seek – Kein Entkommen“ eine starke erste Duftnote hinterließ. Seine zweite abendfüllende Regiearbeit, die in Südkorea über eine Millionen Menschen in die Kinos lockte, geht zurück auf die urbane Legende eines gefährlichen Formwandlers, der angeblich die Gegend um den Berg Jangsan unsicher macht.

Fünf Jahre nach dem spurlosen Verschwinden ihres Sohnes ringt sich die von Schuldgefühlen zerfressene Hee-yeon (Yum Jung-ah, „A Tale of Two Sisters“) dazu durch, mit ihrem Mann Min-ho (Park Hyuk-kwon, „A Taxi Driver“), ihrer Tochter Joon-hee (Bang Yu-seol) und ihrer demenzkranken Schwiegermutter Soon-ja (Heo Jin, „The Wailing – Die Besessenen“) von der Stadt aufs Land zu ziehen. Ruhe findet die Familie dort jedoch nicht, da schon kurz nach ihrer Ankunft merkwürdige Dinge geschehen. In einer Höhle unweit ihres neuen Hauses taucht plötzlich eine Leiche auf. Und noch dazu läuft Hee-yeon einem Mädchen (Shin Rin-ah, „Memoir of a Murderer“) über den Weg, das offenbar seine Eltern verloren hat und wenig später an ihre Tür klopft. Von Muttergefühlen überwältigt, nimmt sie das scheue Kind, gegen den Willen ihres Mannes, bei sich auf und entwickelt schon bald eine starke Bindung zu der Kleinen, die angeblich genauso heißt wie ihre Tochter und sich merkwürdigerweise genauso anhört.

Dass die Höhle böse Kräfte birgt, unterstreicht Jung Huh schon im Prolog, der einen Mörder beim Entsorgen seines Opfers zeigt. Der Täter öffnet hier die Büchse der Pandora und wird plötzlich vom Flüstern der Getöteten verfolgt, da die freigesetzte übernatürliche Macht Stimmen imitieren kann. Ein Umstand, der im weiteren Verlauf für einige Gänsehautmomente sorgt und vor allem die labile Hee-yeon immer wieder in ihrer Hoffnung bestärkt, ihr vermisster Sohn könnte doch noch leben. Recht eindringlich beschreibt der Horrorfilm den Schmerz der labilen Mutter, die sich für das Verschwinden verantwortlich fühlt und deshalb, anders als ihr Gatte, nicht bereit ist loszulassen. Haften bleibt besonders eine lautstarke Diskussion des Paares, in der Wut, Verzweiflung und Trauer ungehemmt hervorbrechen.

Die Aufnahme des unbekannten Mädchens, die freilich jeder Logik widerspricht, allerdings mit Hee-yeons angegriffener Psyche begründet wird, erzeugt beim Zuschauer durchaus Unbehagen. Nicht zuletzt, weil Kinderdarstellerin Shin Rin-ah beängstigend versiert zwischen einem heiteren Gesichtsausdruck und unheilvollen Blicken wechseln kann. Verstörend ist auch die Tatsache, dass sie ihre Gastgeber bald konsequent mit „Mutter“ und „Vater“ anspricht. Sporadisch platzierte Schocks – etwa ein wilder Messerangriff durch die aufgewühlte Soon-ja – treiben den Puls geschickt nach oben. Und an einer Stelle zelebriert der Regisseur eine gruselige Zeremonie, die an die markerschütternden Exorzismus-Passagen aus „The Wailing“ erinnert.

Während Jung Huh – das beweist auch der Showdown im Höhlensystem – furchteinflößende Szenen kompetent zu inszenieren weiß, fehlt es seinem zweiten Spielfilm manchmal an erzählerischer Klarheit und Raffinesse. Recht beliebig und wenig gewinnbringend ist die halbherzige Ermittlungsarbeit der Polizei, die gelegentlich in den Blick gerät. Eher plump wirkt die Figur der mysteriösen Einheimischen, über die „The Mimic – Dunkle Stimmen“ irgendwann die Hintergründe des bösen Spuks serviert. Und etwas konfus geht der Film mit der Sehbehinderung um, von der einige Protagonisten befallen werden. Dass manche Charaktere – unter anderem Min-ho – zwischenzeitlich von der Bildfläche verschwinden, um ebenso plötzlich wieder aufzutauchen, ist ein weiteres Indiz für ein nicht immer richtig durchdachtes Drehbuch.

>> von Christopher Diekhaus

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