Moviebase Stephanie - Das Böse in ihr

Stephanie - Das Böse in ihr
Stephanie - Das Böse in ihr

Bewertung: 35%

Userbewertung: 35%
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Originaltitel: Stephanie
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 23.08.2018
DVD/Blu-Ray Verleih: 23.08.2018
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Blumhouse Productions, Chapter One Films, Gotham Group
Produktionsjahr: 2017
Regie: Akiva Goldsman
Drehbuch: Ben Collins, Luke Piotrowski
Darsteller: Anna Torv, Frank Grillo, Kenneth Choi, Harold Perrineau, Ellen Dubin, Shree Crooks, Swati Kapila, Adam Lazarre-White

Da ist er wieder. Der unsägliche Drang deutscher Verleiher, ausländische Filme um prägnante Untertitel zu ergänzen. Wie so oft bringt die Ausschmückung auch im Fall des Horrorstreifens „Stephanie“ keinen Mehrwert. Schlimmer noch: Der kurze Zusatz „Das Böse in ihr“ nimmt entscheidende Handlungsentwicklungen vorweg und lässt den Zuschauer zu früh erahnen, wohin der Hase laufen wird. Dass Universal Pictures Germany auf diese Weise die Wirkung des eigenen Produktes schmälert, ist ebenso unverständlich wie die eher schwache Ausarbeitung einer eigentlich erfrischend ungewöhnlichen Prämisse. Obwohl mit Akiva Goldsman ein Oscar-Preisträger – prämiert für sein Drehbuch zu „A Beautiful Mind – Genie und Wahnsinn“ – das Regiezepter schwang, bleibt die von der Horrorschmiede Blumhouse auf den Weg gebrachte übernatürliche Mär weit hinter ihren Möglichkeiten zurück.

Während überall auf der Welt rätselhafte, apokalyptische Ereignisse für Chaos und Panik sorgen, tapst die kleine Stephanie (Shree Crooks, „American Horror Story“) tagein, tagaus allein durch das unordentliche Haus ihrer Eltern, von denen weit und breit nichts zu sehen. Gespräche führt das Mädchen ausschließlich mit ihrer Stoffschildkröte Francis und der Leiche ihres Bruders Paul (Jonah Beres, „A Bad Summer for Tomatoes“). Da sie immer wieder, vor allem nachts, von einem unheimlichen Monster Besuch erhält, das jenseits des Gartens zu wohnen scheint, lebt Stephanie in ständiger Angst. Umso erstaunter ist sie, als eines Tages ihre Mutter (Anna Torv, „Mindhunter“) und ihr Vater (Frank Grillo, „The Purge: Election Year“) plötzlich wieder vor der Tür stehen und gemeinsam mit ihrer Tochter die dunklen Mächte besiegen wollen.

Tun und lassen können, was man möchte. Wohl viele Kinder träumen einmal davon, ihr Haus nicht mit den Eltern teilen zu müssen. In „Stephanie – Das Böse in ihr“ wird diese Wunschvorstellung jedoch zu einem Schreckensszenario, das zunächst einen unkonventionellen Horrorbeitrag vermuten lässt. Beinahe eine halbe Stunde lang wagt es Goldsman, seine zweite Spielfilmregiearbeit nach dem Fantasy-Abenteuer „Winter’s Tale“ allein auf den Schultern seiner Hauptdarstellerin Shree Crooks abzulegen. Ein kleines Mädchen und ein verlassenes Anwesen – mehr bekommt der Zuschauer im ersten Drittel nicht zu sehen. Eine Kombination, mit der man durchaus eine beklemmende Atmosphäre heraufbeschwören könnte, zumal die kurz in den Blick geratenden Nachrichtenbeiträge über die Verwüstung auf dem ganzen Erdball das geheimnisvolle Klima zusätzlich befeuern.

Die Betonung liegt allerdings auf „könnte“, denn Goldsman und sein Drehbuchgespann Ben Collins und Luke Piotrowski („Super Dark Times“) werfen schon im Anfangsstadium mit Horrorfilmklischees und Standardschreckeffekten um sich. Ein roter Ball, der ohne menschliches Zutun eine Treppe hinunterhüpft. Lichter, die plötzlich ausgehen. Türen, die wie von Geisterhand zuknallen. Bedrohliche Geräusche. Ominöse Schatten. Zuckende Blitze. Und ein gewaltiges Anschwellen der Tonspur. „Stephanie“ betet das kleine Einmaleins des Gruselkinos herunter, verpasst es aber, für eine wirklich unbehagliche Stimmung zu sorgen. Grund dafür sind auch die mit der Zeit immer nerviger werdenden Selbstgespräche der Hauptfigur.

Viel zu lange passiert herzlich wenig, was den Betrachter in irgendeiner Weise dazu verleiten würde, sich für die Geschichte und ihre Figuren zu interessieren. Auch wenn das Skript Stephanies Eltern mit einem krassen Gewissenskonflikt ausstattet, verpuffen die emotional-dramatischen Augenblicke beinahe wirkungslos. Unfreiwillig komische Akzente – beispielsweise ein Kopfdrehmoment – und ein eher albernes denn furchteinflößendes Finale sind weitere Indizien, warum es die Blumhouse-Arbeit trotz ihres prominenten Regisseurs auch in den Vereinigten Staaten nicht auf die Kinoleinwand geschafft hat. Die Beklommenheit, die der Film mit seinen letzten, unübersehbar computeranimierten Bildern krampfhaft auslösen möchte, scheint sich selbst bei den Produzenten und beim Verleiher Universal nicht eingestellt zu haben.

>> von Christopher Diekhaus

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