Moviebase Searching

Searching
Searching

Bewertung: 70%

Userbewertung: 64%
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Originaltitel: Searching
Kinostart: 20.09.2018
DVD/Blu-Ray Verkauf: 31.01.2019
DVD/Blu-Ray Verleih: 31.01.2019
Freigabe: FSK 12
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Bazelevs Entertainment, Bazelevs Production
Produktionsjahr: 2018
Regie: Aneesh Chaganty
Drehbuch: Aneesh Chaganty, Sev Ohanian
Darsteller: John Cho, Debra Messing, Joseph Lee, Michelle La, Sara Sohn, Roy Abramsohn, Brad Abrell, Gabriel D. Angell, Thomas Barbusca, Gage Biltoft

Seit 2014 hat sich Timur Bekmambetov („Abraham Lincoln Vampirjäger“) zu einem Experten auf dem Gebiet des sogenannten Desktop-Films entwickelt. Mit „Unknown User“, den der Kasache produzierte, und der eigenen Regiearbeit „Profile“ testete der Filmemacher die erzählerischen Möglichkeiten von Geschichten aus, die sich gänzlich auf Computer- oder Handybildschirmen abspielen. Sein jüngster Coup, der eben dieser Prämisse folgt, hört auf den Namen „Searching“ und erweist sich als überkonstruierter, plottechnisch nicht sonderlich origineller, aber dennoch spannender Thriller, der einige überraschend tiefe Einblicke in das Innenleben seiner Hauptfiguren gewährt. Inszeniert wurde der wendungsreiche, gegen Ende etwas übermotivierte Streifen von Spielfilmdebütant Aneesh Chaganty, der zusammen mit Sev Ohanian auch das Drehbuch schrieb.

Nach dem Krebstod seiner Ehefrau (Sara Sohn, „Sense8“) ist der Witwer David Kim (John Cho, „The Exorcist“) allein für seine Tochter Margot (Michelle La, „Mom“) verantwortlich und findet nicht immer Zugang zu der Teenagerin. Als die 16-Jährige eines Tages verschwindet und auf seine Kontaktversuche nicht reagiert, beschließt der besorgte Vater, die eingeschaltete Beamtin Detective Vick (Debra Messing, „The Mothman Prophecies – Tödliche Visionen“) bei ihren Nachforschungen zu unterstützen, und nimmt sich kurzerhand den Laptop und die Social-Media-Profile der Jugendlichen vor. Die Hinweise, auf die er stößt, fördern eine schreckliche Vermutung zu Tage: Offenbar führte Margot schon seit längerem ein Doppelleben, das sie vor David erfolgreich geheim halten konnte.

Die Vorstellung, das eigene Kind nach Jahren der Erziehung nicht zu kennen, ist für Eltern ein wahrlich beunruhigender Gedanke, der dem hier skizzierten Vermisstenfall zusätzliche Brisanz verleiht. Anders als bei „Unknown User“, der nervige Teenie-Abziehbilder auf den Zuschauer loslässt, hat man in Chagantys erstem abendfüllendem Regiewerk immer das Gefühl, echte Menschen vor sich zu haben und keine holzschnittartigen Drehbuchgeburten, die lediglich dazu da sind, um die Handlung voranzutreiben. David findet sich in einer bedauernswerten, mitleiderregenden Lage wieder und wird, nicht zuletzt dank John Chos überzeugendem, zwischen Verzweiflung und Entschlossenheit changierendem Spiel, zu einem emotionalen Anker, der es dem Publikum einfach macht, gebannt der Erzählung zu folgen.

Förderlich ist sicher auch die Tatsache, dass der Regisseur die manchmal etwas bemüht erscheinende Desktop-Optik nutzt, um ganz nah an die Protagonisten, ihr situatives Denken und Empfinden heranzurücken. Etwa dann, wenn David in einem Online-Chat mit seiner Tochter einen bereits getippten Satz wieder löscht und in leicht abgewandelter Form verschickt. Mit einfachen Mitteln, aber ungemein prägnant bringt „Searching“ an dieser Stelle den Schmerz über den Verlust der Ehefrau und Mutter und die Schwierigkeit zum Ausdruck, offen über den Tod zu sprechen. Wie wirkungsvoll die Beschränkung auf einen Computerbildschirm bei geschicktem Einsatz sein kann, beweist vor allem der gelungene Einstieg in das Geschehen. In Form von Fotos, Videos und Kalendereinträgen beschreibt der Film hier die Vorgeschichte der im Zentrum stehenden Kleinfamilie und führt dem Betrachter pointiert vor Augen, dass Laptops und Smartphones heutzutage nicht selten Bilderbücher unseres Lebens sind.

In den Blick geraten freilich auch die Auswüchse des Internetzeitalters, das sich in „Searching“ von seiner hässlichen Seite zeigt. Ob schamlose Selbstinszenierungen, voyeuristische Sensationsgier oder böse Verleumdungen – bei der fieberhaften Suche nach seiner Tochter wird David mit so mancher Unsitte der digital geprägten Gesellschaft konfrontiert. Besonders tief gräbt der Thriller sicher nicht. Mulmig wird einem aber schon, wenn man sieht, dass nur wenige Tage nach Margots Verschwinden ein Wikipedia-Eintrag erstellt wird und sich entfernte Bekannte der Vermissten vor laufender Kamera urplötzlich als beste Freunde präsentieren.

Punktabzüge handelt sich Chagantys Erstling dafür ein, dass das Drehbuch gegen Ende einige Haken zu viel schlägt und mit einer etwas konstruierten Auflösung um die Ecke kommt. Trotz dieser dramaturgischen Schönheitsfehler steckt „Searching“ die meisten der bislang veröffentlichten Desktop-Filme – so auch den oben erwähnten „Unknown User“ – locker in die Tasche.

>> von Christopher Diekhaus

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