Moviebase Pyewacket - Tödlicher Fluch

Pyewacket - Tödlicher Fluch
Pyewacket - Tödlicher Fluch

Bewertung: 65%

Userbewertung: 55%
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Originaltitel: Pyewacket
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 13.07.2018
DVD/Blu-Ray Verleih: 13.07.2018
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 84 Minuten
Studio: JoBro Productions & Film Finance, Just Believe Productions
Produktionsjahr: 2017
Regie: Adam MacDonald
Drehbuch: Adam MacDonald
Darsteller: Nicole Muñoz, Laurie Holden, Bianca Melchior, Chloe Rose, James McGowan

„Herr die Not ist groß! Die ich rief, die Geister werd ich nun nicht los.“ Mit diesen Worten drückt in Goethes berühmter Ballade „Der Zauberlehrling“ ein Magier-Novize seine Verzweiflung aus, nachdem er in Abwesenheit seines Meisters Kräfte beschworen hat, die sich seiner Kontrolle mehr und mehr entziehen. Ein ähnliches Gefühl befällt auch die Protagonistin des Horrordramas „Pyewacket – Tödlicher Fluch“, die in einem okkulten Ritual dunkle Mächte anruft, ihr Treiben aber schon bald bereut. Nach dem nervenzehrenden Survival-Thriller „Backcountry“ legt der Schauspieler Adam MacDonald mit eben dieser Gruselmär seinen zweiten Spielfilm vor und zeigt erneut, dass er unheilvolle Stimmungen souverän entfesseln kann. Wenngleich seine neue Regiearbeit stellenweise unrund wirkt, sollte man auf den Kanadier auch in Zukunft ein Auge haben.

Die Teenagerin Leah (Nicole Muñoz, „Defiance“) glaubt ihren Ohren nicht zu trauen, als ihre fragile Mutter (Laurie Holden, „The Walking Dead“) beschließt, das gemeinsam bewohnte Haus zu verkaufen, da es sie zu sehr an ihren verstorbenen Ehemann erinnere. Zu allem Überfluss ziehen die beiden nur wenig später in eine Hütte mitten im Nirgendwo, die nicht mehr in der Nähe von Leahs Schule und ihren Freunden liegt. Nach einem besonders heftigen Streit marschiert die dem Okkulten zugewandte Tochter mit einem Buch über schwarze Magie in den Wald und wendet sich in einem Ritual an den Dämon Pyewacket, der ihre Mutter töten soll – was Leah allerdings schnell ungeschehen machen will. Allem Anschein nach hat sie jedoch eine finstere Macht geweckt, die sich nicht so leicht vertreiben lässt.

MacDonald, der auch das Drehbuch zum Film verfasste, spielt mit bestens vertrauten Mustern. Ein Neuanfang nach dem Ableben eines geliebten Menschen und ein einsames Haus sind Bestandteile vieler Horrorstorys und taugen für sich genommen nicht, um große Begeisterung zu entfachen. Indem er die Genrestandards manchmal etwas abwandelt, hebt sich „Pyewacket – Tödlicher Fluch“ aber von vielen 08/15-Reißern ab. Werden gefährliche Geister in den meisten Fällen aus Neugier und eher ungewollt in die Welt geholt, tritt Leah ganz gezielt mit dem Bösen in Kontakt. Dass sie umgehend ein schlechtes Gewissen bekommt und von den merkwürdigen Ereignissen in ihrem Umfeld immer stärker verunsichert wird, macht den Konflikt ihrer Figur nur noch reizvoller.

Vergleichen lässt sich MacDonalds Schauererzählung ohnehin nicht mit den lauten, hektischen Geisterbahnschockern, von denen es im Horrorbereich derzeit viel zu viele gibt. Bedächtig führt uns der Kanadier in das durch den Tod des Ehemannes und Vaters verdüsterte Familienleben ein und entblättert eine höchst angespannte Mutter-Tochter-Beziehung. Einerseits kann man verstehen, dass sich die aus der Bahn geworfene Witwe sehnlich einen Tapetenwechsel wünscht. Andererseits ist es schon sehr hart, wenn sie Leah urplötzlich vor vollendete Tatsachen stellt. In der lautstarken Auseinandersetzung kurz vor dem ominösen Ritual schleudert sie der Teenagerin ungeheuerliche Dinge entgegen, die selbst den Zuschauer erschaudern lassen. Interessanterweise präsentiert sich Mrs. Reyes bei anderen Gelegenheiten als liebevolle Mutter, der es etwa aufrichtig leidtut, dass sie ihre Tochter mit ihren Worten verletzt hat. Gerade diese Ambivalenz garantiert eine fesselnde Dynamik und nimmt den Betrachter auch deshalb gefangen, weil die beiden Hauptdarstellerinnen überdurchschnittliche Leistungen erbringen. Besonders eindrucksvoll ist Laurie Holdens Schwanken zwischen kalter Abweisung und ehrlich gemeinter Zuneigung. 

Während Leahs Ringen mit ihrer Mutter klar im Fokus steht, lässt der Regisseur das Übernatürliche nur sehr dezent in das Geschehen eindringen. Offensive Schockeffekte sucht man hier vergeblich. Stattdessen kreiert MacDonald ein diffus bedrohliches Klima, in dem die böse Macht allenfalls schattenhaft in Erscheinung tritt. Jongliert wird überdies mit der Möglichkeit, dass die unheimlichen Vorkommnisse ebenso gut Leahs Fantasie entspringen könnten.

Obwohl „Pyewacket – Tödlicher Fluch“ im letzten Akt Tempo und Dramatik steigert und einige beunruhigende Momente zu bieten hat, drängt sich hier ein unfertiger Eindruck auf. Sehr abrupt findet der Film zu einem Ende und verschenkt dadurch das Verstörungspotenzial seiner finalen Drehbuchvolte. Zwiespältige Gefühle hinterlässt auch die Art und Weise, wie MacDonald mit dem Thema „Okkultismus“ umgeht. Manches Klischee kann sich der Kanadier nicht verkneifen. Und bei Licht betrachtet wirkt Leahs Gothic-Faible mehr wie eine erzählerische Notwendigkeit – Stichwort: Ritual – als eine persönliche Haltung. Dass ihr nach dem Tod des Vaters die Beschäftigung mit schwarzer Magie Trost gespendet habe, wie sie an einer Stelle betont, ist eine Behauptung, die leider nicht vertieft wird. Gerne hätte man genauer erfahren, welche Kraft sie aus ihrem okkulten Hobby zieht.

>> von Christopher Diekhaus

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