Moviebase Zombieland: Doppelt hält besser

Zombieland: Doppelt hält besser
Zombieland: Doppelt hält besser

Bewertung: 60%

Userbewertung: 68%
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Originaltitel: Zombieland: Double Tab
Kinostart: 07.11.2019
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Columbia Pictures, Sony Pictures
Produktionsjahr: 2018
Regie: Ruben Fleischer
Drehbuch: Dave Callaham, Rhett Reese
Darsteller: Emma Stone, Abigail Breslin, Woody Harrelson, Jesse Eisenberg

Es gab sie wirklich! Eine Zeit, in der Zombiegeschichten noch nicht den Film- und Fernsehmarkt überschwemmten und das Motiv der willenlosen Infizierten zu einem austauschbaren, massentauglichen Erzählelement verkommen ließen. Herz und Leidenschaft zeigen inzwischen nur noch wenige Autoren und Regisseure, wenn es um die Entfesselung Untoter geht. Statt neuer Ideen dominieren sattsam bekannte Muster, obschon dann und wann kleine Hoffnungsschimmer aufblitzen. Nicht rundum überzeugend, aber doch kreativ genug präsentierte sich etwa das weihnachtliche Zombie-Highschool-Musical „Anna und die Apokalypse“, das im Dezember 2018 einen deutschen Kinostart erhielt. Halbwegs frisch wirkte auch die 2009 veröffentlichte Horrorkomödie „Zombieland“, die einen prominenten Hauptcast – Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Emma Stone und Abigail Breslin – durch eine verheerte Landschaft schickt. Über eine Fortsetzung zu Ruben Fleischers Überraschungshit wurde regelmäßig spekuliert. Gedauert hat es allerdings zehn Jahre, um das schwungvolle Darstellerensemble für einen Nachschlag auf der Leinwand zu vereinen.

Nachdem die über die USA hereingebrochene Zombieapokalypse den unsicheren Columbus (Jesse Eisenberg, „Vivarium“), den Draufgänger Tallahassee (Woody Harrelson, „Planet der Affen: Survival“) und das Geschwisterpaar Wichita (Emma Stone, „The Amazing Spider-Man 2: Rise of the Electro“) und Little Rock (Abigail Breslin, „Scream Queens“) langsam zusammengeschweißt hat, bezieht das Quartett zu Beginn des zweiten Teils das leerstehende Weiße Haus und lässt es sich dort fürs Erste gut gehen. Das familiäre Miteinander bestärkt Columbus in seinem Vorhaben, die Beziehung zu seiner Freundin Wichita zu festigen. Auf seinen Heiratsantrag reagiert sie jedoch mit Entsetzen. Und nur wenig später sucht sie aus Angst vor einer zu festen Bindung gemeinsam mit Little Rock das Weite. Columbus wiederum ist völlig überrumpelt, lernt kurz darauf aber die aufgekratzte Madison (Zoey Deutch, „Vampire Academy“) kennen, die den Ausbruch der Zombieepidemie im Gefrierschrank eines Shopping-Mall-Restaurants (George A. Romero lässt grüßen!) überlebt hat. Ausgerechnet dann, als er seine neue Bekanntschaft mit nach Hause bringt, kehrt seine Verflossene zurück. Da Little Rock mit dem pazifistischen Hippie Berkeley (Avan Jogia, „Twisted“) durchgebrannt ist, will sich die besorgte Wichita mit Waffen eindecken und das Nesthäkchen so schnell wie möglich aufspüren. Immerhin streift eine neue, widerstandsfähigere Zombie-Super-Spezies durch die Gegend. Columbus und Tallahassee schließen sich der Suchenden sofort an und gewähren auch der pausenlos plappernden Madison einen Platz im Wagen.

Was einmal funktioniert hat, kann auch ein zweites Mal erfolgreich sein. Getreu diesem Motto geben sich Regisseur Ruben Fleischer („Venom“) und seine Drehbuchschreiber Dave Callaham, Rhett Reese und Paul Wernick keine große Mühe, für das Sequel eine echte Geschichte zu entwerfen. „Zombieland: Doppelt hält besser“ besteht, ähnlich wie der Vorgänger, aus episodenhaften Stationen und einigen obligatorischen Zombie-Attacken. Auf eine Ausleuchtung der Figuren wird erneut verzichtet. Sprich: Columbus und seine Mitstreiter bleiben skizzenhafte Protagonisten mit flachen, wenig aufregenden Charakterbögen. Dass sie dennoch zum Leben erwachen, ist in erster Linie das Verdienst der bestens aufgelegten Darstellerriege. Woody Harrelson gibt als breitbeiniger, cholerischer Cowboy-Verschnitt dem Affen ordentlich Zucker. Jesse Eisenberg bildet in der Rolle des zaudernden Neurotikers einen gelungen Gegenpart. Und Emma Stone punktet mit einer herrlich sarkastischen Badass-Attitüde. Schwer hat es von der Ursprungsbesetzung einzig Abigail Breslin, weil die von ihr verkörperte Little Rock keine Momente zum Glänzen bekommt. Nach vorne spielen kann sich hingegen mehrfach Neuzugang Zoey Deutch, auch wenn es etwas ärgerlich ist, dass Madison auf den Part des blonden Dummchens reduziert wird und der Film ihre Einfalt ständig für platte Scherze nutzt.

Fans des Erstlings werden goutieren, dass die Fortsetzung mit vielen Gags und Popkulturzitaten auf das Vergangene verweist und einen bekannten Witz sogar bis in den Abspann ausdehnt. Durchgehend lustig sind die manchmal zu offensichtlichen Pointen freilich nicht. Während die oft als Schriftzug im Bild auftauchenden, von Columbus propagierten Überlebensregeln für das ein oder andere Schmunzeln sorgen, wirken die Zombie-Kill-of-the-Week-Einschübe dieses Mal lahm und überflüssig. Kurzweilig bleibt Teil zwei dennoch, da Fleischer die blutigen Actionsequenzen lustvoll überdreht in Szene setzt und ordentliche Spezialeffekte in petto hat. Neue Einfälle sind zwar spürbar Mangelware (eine der wenigen frischen Ideen ist eine amüsante Begegnung mit einem Columbus-Tallahassee-Doppelgänger-Duo). Wer launig-wilden Eskapismus sucht und leidenschaftliche Mimen durch eine kaputte Welt stapfen sehen möchte, wird sich am Ende aber wohl nicht beklagen.

>> von Christopher Diekhaus

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