Moviebase He’s Out There

He’s Out There
He’s Out There

Bewertung: 45%

Userbewertung: 40%
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Originaltitel: He’s Out There
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 28.09.2018
DVD/Blu-Ray Verleih: 28.09.2018
Freigabe: FSK 18
Lauflänge: 87 Minuten
Studio: Screen Gems, Unbroken Pictures
Produktionsjahr: 2018
Regie: Quinn Lasher
Drehbuch: Mike Scannell
Darsteller: Yvonne Strahovski, Justin Bruening, Abigail Pniowsky, Stephanie Costa, Julian Bailey, Anna Pniowsky

Inhaltliche Beschränkung ist im Horrorfilm per se kein K.O.-Kriterium. Zumindest dann nicht, wenn man ein bestens vertrautes Terrorszenario derart wirkungsvoll und packend in Szene setzt wie Bryan Bertino in seinem minimalistischen Home-Invasion-Schocker „The Strangers“. „He’s Out There“ – ein Titel, der bereits einen Großteil der Handlung zusammenfasst – erinnert stark an den Überraschungshit von 2008, fällt letztlich aber  weniger fesselnd aus, weshalb das eher uninspirierte Abklappern altbekannter Genre-Elemente umso mehr ins Auge sticht. Von Zweifeln an der Qualität des Films scheint übrigens auch Dennis Iliadis („The Last House on the Left“) heimgesucht worden zu sein. Wie sonst lässt sich erklären, dass der lange als Regisseur geführte Grieche urplötzlich durch den bislang unbekannten Quinn Lasher ausgewechselt wurde? Allem Anschein nach hat hier ein mit dem Werk unzufriedener Filmemacher seinen Namen durch ein Pseudonym ersetzt.

Da ihr Ehemann Shawn (Justin Bruening, „Ravenswood“) noch berufliche Dinge zu erledigen hat, fährt Laura (Yvonne Strahovski, „Predator – Upgrade“) mit ihren Kindern Kayla (Anna Pniowsky, „Wait Till Helen Comes“) und Maddie (Abigail Pniowsky, „The Midnight Man“) zum einsam gelegenen Ferienhaus vor, in dem die Familie den Alltag ein wenig abschütteln will. Kurz nach ihrer Ankunft entdecken die beiden Mädchen einen roten Faden, der von Baum zu Baum immer tiefer in den Wald hineinführt. In der Nacht wird Maddie von einem heftigen Fieber geschüttelt und muss sich mehrfach übergeben. Zum Vorschein kommt dabei ein kleiner Zettel mit einer knappen Grußbotschaft. Was zunächst wie ein böser Streich wirkt, entpuppt sich rasch als tödliche Angelegenheit. Denn vor dem Haus lauert ein maskierter Mann (Ryan McDonald, „Fringe – Grenzfälle des FBI“), der es auf die Bewohnerinnen abgesehen hat. Während Shawn auf dem Weg zum Landhaus ist, versucht Laura, sich und ihre Kinder aus der gefährlichen Lage zu befreien.

Obwohl das von Mike Scannell verfasste Drehbuch nahezu kein Augenmerk auf die Charakterzeichnung legt, geht einem das Schicksal der belagerten Protagonistinnen doch ein wenig nahe. Zu verdanken ist dieser Umstand den ordentlichen Leistungen der Darstellerinnen, wobei Strahovski als über sich hinauswachsende Mutter am meisten überzeugt. Die Geschwister Anna und Abigail Pniowsky agieren sicherlich nicht auf dem Niveau eines Haley Joel Osment, der in „The Sixth Sense“ Bruce Willis locker Paroli bieten konnte, bringen die Angst der Mädchen aber dennoch treffend zum Ausdruck und entwickeln, gemeinsam mit ihrer erwachsenen Kollegin, eine glaubhafte Vertrautheit.

Vor allem bis zur Hälfte der Laufzeit wartet „He’s Out There“ mit einigen durchaus passablen Spannungsmomenten auf. Etwa dann, als die Schwestern dem roten Faden folgen und sich – ähnlich wie Hänsel und Gretel – im Dickicht zu verlieren drohen. Immer mal wieder nutzt der Film die Angst in der Dunkelheit und plötzlich ertönende Geräusche, um den Puls nach oben zu treiben. Ein permanent nervenaufreibendes „The Strangers“-Klima will jedoch nicht entstehen, weil das Handeln der Figuren – raus aus dem Haus und wieder rein – wenig variiert wird und so manche stupide Verhaltensweise in den Vordergrund tritt. Beispielhaft ist hier das reichlich naive Auftreten Shawns, der sich nach seiner Ankunft spielend leicht an der Nase herumführen lässt.

Sieht man einmal davon ab, dass der maskierte Psychopath ein erstaunlich gutes Händchen fürs Timing hat – er weiß genau, wann er wo sein muss –, drängt sich mit zunehmender Dauer der Eindruck auf, die Macher hätten um jeden Preis möglichst viele Horrorklischees zusammentragen wollen: Ein unheimliches Kinderbuch und furchteinflößende Puppen dürfen hier ebenso wenig fehlen wie ein zwielichtiger Einheimischer, der gleich zu Beginn auf die unheilvolle Vergangenheit des Ferienhauses zu sprechen kommt. Sinnvoll verbunden werden einige der verwendeten Motive allerdings nicht. Und noch dazu tut sich „He’s Out There“ schwer mit der Entscheidung, ob man den Antagonisten nun diffus halten oder seine Beweggründe erläutern soll. Lange Zeit stapft der mit einer spielerischen Ader versehene Maskenmann stumm durch die Finsternis. Irgendwann kommt jedoch der Augenblick, in dem er sich zu seinen Taten äußert, ohne dass die Erklärungen restlos zufriedenstellen könnten. Komplettiert wird das eher unterdurchschnittliche Bild von einer verwaschenen, von starker Überbelichtung geprägten Optik, die man offenbar bewusst gewählt hat, die das Ganze aber etwas unfertig aussehen lässt.

>> von Christopher Diekhaus

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