Moviebase Muse - Worte können tödlich sein

Muse - Worte können tödlich sein
Muse - Worte können tödlich sein

Bewertung: 45%

Userbewertung: 45%
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Originaltitel: Musa
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 09.10.2018
DVD/Blu-Ray Verleih: 09.10.2018
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 110 Minuten
Studio: Castelao Pictures, Fantastic Films, Filmax Entertainment
Produktionsjahr: 2017
Regie: Jaume Balaguero
Drehbuch: Jaume Balagueró, Fernando Navarro
Darsteller: Elliot Cowan, Franka Potente, Ana Ularu, Christopher Lloyd, Manuela Vellés, Leonor Watling, Joanne Whalley

Spätestens seit dem wilden Found-Footage-Schocker „REC“, den er gemeinsam mit Paco Plaza inszenierte, erwärmt der Name des spanischen Regisseurs und Drehbuchautors Jaume Balagueró die Herzen vieler Horrorfans. Effektiv und perfide fiel auch der Psychothriller „Sleep Tight“ aus, der es tatsächlich fertigbrachte, den Zuschauer in manchen Augenblicken mit dem von Luis Tosar charismatisch verkörperten Bösewicht mitfiebern zu lassen. 2014 legte der iberische Filmemacher schließlich den vierten und letzten Teil der „REC“-Reihe vor, erreichte – wie schon beim ebenfalls von ihm verantworteten zweiten Kapitel – aber nicht die Intensität des Erstlings. Nach einigen Jahren Pause meldet sich Balagueró nun auf dem deutschen Heimkinomarkt mit dem ambitionierten, in englischer Sprache gedrehten Horrorthriller „Muse – Worte können tödlich sein“ zurück, der nach einem Roman von José Carlos Somoza entstand. Eine konfuse Handlungsführung und halbgare poetische Verweise machen den eigentlich vielversprechenden Film leider zu einer etwas ernüchternden Angelegenheit.

Der tragische Selbstmord seiner studentischen Geliebten Beatriz (Manuela Vellés, „Kidnapped“) wirft den Literaturprofessor Samuel Solomon (Elliot Cowen, „Howl – Endstation Vollmond“) komplett aus der Bahn und beschert ihm einen wiederkehrenden Albtraum. Regelmäßig wird der Dozent von den Bildern eines grausamen Ritualmordes an einer Frau verfolgt. Als schließlich tatsächlich die Leiche eben dieser Unbekannten gefunden wird, die unter exakt denselben Umständen zu Tode kam, zieht es den verstörten Samuel an den Tatort, wo er der geheimnisvollen Rachel (Ana Ularu, „Emerald City – Die dunkle Welt von Oz“) in die Arme läuft. Auch sie hat von dem bizarren Verbrechen geträumt und will nun gemeinsam mit dem Ex-Professor die Identität des Opfers lüften. Bei ihren Nachforschungen greifen sie auf die Hilfe von Samuels Freundin Susan Gilard (Franka Potente, „Conjuring 2“) zurück, deren literarisches Wissen einen ersten Durchbruch bringt. Offenbar hängt der Mord mit sieben mythischen und maliziösen Frauen, den sogenannten Musen, zusammen, von denen sich zahlreiche berühmte Dichter inspirieren ließen.

Balaguerós neuester Horrorstreich hätte ein wunderbarer Gruselstreifen werden können, der sich tief unter die Haut gräbt. Die kränklich-graustichigen Bilder und die fast betont düstere Atmosphäre liefern einen ansprechenden Hintergrund für eine mysteriöse Schnitzeljagd, in der ab und an das Blut fließt. Das Drehbuch aus der Feder des Regisseurs und seines Koautors Fernando Navarro („Verónica: Spiel mit dem Teufel“) tut sich allerdings äußerst schwer, den reizvollen Romanstoff sinnvoll einzudampfen und mitreißend zu arrangieren.

Samuels und Rachels Spurensuche wirkt mit zunehmender Dauer immer chaotischer, obwohl es – ähnlich wie in klassischen Kriminalgeschichten – diverse Rekapitulationsszenen gibt. Zitate aus und Anspielungen auf die Literaturgeschichte werden recht willkürlich in das Geschehen eingebaut. Und die von Franka Potente verkörperte Expertin entpuppt sich schnell als reine Funktionsfigur, die stets dann auf der Bildfläche erscheint, wenn es neue Erklärungsansätze und eine andere Ermittlungsrichtung braucht. Gleiches gilt für die Auftritte des von Christopher Lloyd („I Am Not a Serial Killer“) interpretierten Sonderlings Bernard Rauschen, der trotz der passend verschrobenen Besetzung keinen besonderen Eindruck hinterlässt.

Etwas schade ist sicher auch die Tatsache, dass die grundsätzlich interessante Mythologie hinter den todbringenden, mit sprechenden Namen ausgestatteten Musen arg diffus bleibt und daher nicht den gewünschten Verstörungsgrad erreichen kann. Balaguerós Gespür für stimmungsvollen Nervenkitzel blitzt mehrfach auf. Durchgehendes Unbehagen oder andauernde Spannung erzeugt seine jüngste Regiearbeit aus den genannten Gründen aber nicht. Gerade mit Blick auf seine letzten Filme – besonders „Sleep Tight“ und „REC“ – ist diese Erkenntnis dann doch ein wenig überraschend.

>> von Christopher Diekhaus

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