Moviebase Lloronas Fluch

Lloronas Fluch
Lloronas Fluch

Bewertung: 50%

Userbewertung: 34%
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Originaltitel: The Curse of La Llorona
Kinostart: 18.04.2019
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Atomic Monster, New Line Cinema
Produktionsjahr: 2018
Regie: Michael Chaves
Drehbuch: Mikki Daughtry, Tobias Iaconis
Darsteller: Linda Cardellini, Patricia Velasquez, Raymond Cruz, Madeleine McGraw, John Marshall Jones, Andrew Tinpo Lee, Irene Keng,

Unverhofft kommt oft! Als der auf einer lateinamerikanischen Legende basierende Gruselstreifen „Lloronas Fluch“ angekündigt wurde, deutete nichts darauf hin, dass es sich um einen Teil des „Conjuring“-Universums handeln könnte. Nach Veröffentlichung des Films zeigt sich nun allerdings, dass auch er im Erzählkosmos der einträglichen Horrorreihe angesiedelt ist. Das Auftauchen eines Priester namens Perez (Tony Amendola, „The Devil’s Candy“) schlägt eine Brücke zum Puppen-Schauerstück „Annabelle“ und macht aus dem Kinodebüt von Michael Chavez den sechsten Beitrag im stetig anwachsenden „Conjuring“-Franchise. Trotz netter Schauwerte bietet der Neuzugang jedoch bloß überschaubar spannende Genrekost ohne starke eigene Note.

Im Los Angeles des Jahres 1973 hat die Sozialarbeiterin Anna (Linda Cardellini, „Das Lazarus Projekt“) nach dem Tod ihres Ehemannes alle Hände voll zu tun, ihren mütterlichen Anforderungen und ihren beruflichen Verpflichtungen nachzukommen. Eines Tages muss sie einer gewissen Patricia Alvarez (Patricia Velasquez, „Mindhunters“) einen Besuch abstatten, da der Verdacht besteht, dass sie ihre Kinder vernachlässigen könnte. Bei der Begehung der unheimlich dekorierten Wohnung entdeckt Anna die in einen Wandschrank gesperrten Söhne von Patricia und lässt sie umgehend in ein Krankenhaus überführen. Dort erscheint den verstörten Jungen ein böser Geist, und nur wenig später sind die beiden tot. Noch am Fundort stößt ihre aufgelöste Mutter kryptische Warnungen vor La Llorona (Marisol Ramirez, „Ten Days in the Valley“), der weinenden Frau, aus, die Anna zunächst nicht ernstnehmen will. Bald beschleicht sie aber das Gefühl, dass die unheimliche Präsenz ihre Tochter Samantha (Jaynee-Lynne Kinchen, „Self/less – Der Fremde in mir“) und ihren Sohn Chris (Roman Christou) ins Visier genommen hat.

„Lloronas Fluch“ beginnt mit einem in Mexiko spielenden Prolog aus dem Jahr 1673, der Ausgelassenheit beschwört, um dann das Grauen in die sonnendurchflutete Idylle einbrechen zu lassen. Den Haupthandlungsort Los Angeles taucht Langfilmdebütant Michael Chavez hingegen bevorzugt in düstere Farben. Tief hängen hier die Wolken. Und regelmäßig ergießt sich ein Regenschauer über die Metropole. Wo andere moderne Horrorwerke den Zuschauer rasch mit billigen Haudrauf-Schocks traktieren, hält sich der neue „Conjuring“-Teil erst einmal zurück. Das Bemühen um atmosphärische Akzente ist lobenswert. Ebenso wie die dynamischen Kamerafahrten, mit denen Bildgestalter Michael Burgess das Publikum in das Geschehen hineinzuziehen versucht. Eine hübsche Retro-Ausstattung, die man neuerdings in vielen US-Genre-Produktionen findet, rundet den ersten, recht vielversprechenden Eindruck ab.

Leider eifert Chavez mit fortlaufender Dauer den Jump-Scare-Liebhabern unter seinen Regiekollegen immer stärker nach und lässt mehr und mehr das fratzenhafte, nur mäßig furchteinflößende Gesicht der titelgebenden Spukgestalt mit einem lauten Tusch von irgendwoher auf den Betrachter einstürzen. Noch schlimmer wiegt die Tatsache, dass das von Mikki Daughtry und Tobias Iaconis erdachte und zu Papier gebrachte Drehbuch daran scheitert, die Besonderheiten der lateinamerikanischen Sage von La Llorona überzeugend herauszuarbeiten. Statt die durchaus vorhandenen schmerzhaften Aspekte der Geschichte zu nutzen und auszubauen, entblättern der Regisseur und die Autoren einen allzu vertraut wirkenden Gruselplot, der vor allem gegen Ende diverse Genreklischees aufeinandertürmt.

Möglichkeiten, dem Ganzen etwas mehr Tiefe zu verleihen, verstreichen – wie im Fall der mit einem harten Schicksal geschlagenen Patricia Alvarez – ungenutzt. Bezeichnend für einen Film, der gar nicht mal so schlecht aus den Startlöchern kommt, sich aber irgendwann für den Weg in die Gruselbeliebigkeit und ins Horrormittelmaß entscheidet. In „The Nun“, dem letzten „Conjuring“-Kapitel, sah das bereits nicht viel anders aus.  

>> von Christopher Diekhaus

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