Moviebase Hellboy: Call of Darkness

Hellboy: Call of Darkness
Hellboy: Call of Darkness

Bewertung: 30%

Userbewertung: 35%
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Originaltitel: Hellboy
Kinostart: 11.04.2019
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Campbell Grobman Films, Dark Horse Entertainment, Lawrence Gordon Productions
Produktionsjahr: 2019
Regie: Neil Marshall
Drehbuch: Andrew Cosby, Mike Mignola
Darsteller: Milla Jovovich, David Harbour, Ian McShane, Penelope Mitchell, Sasha Lane, Thomas Haden Church, Sophie Okonedo, Brian Gleeson

Nicht immer, aber doch sehr häufig deuten knallharte Sperrfristen, die die Veröffentlichung einer Filmkritik erst kurz vor Kinostart erlauben, auf die mangelnde Qualität des Endproduktes hin. Aus Angst vor heftigen Verrissen versuchen die Verleiher, die Berichterstattung so lange wie möglich hinauszuzögern und den Schaden kleinzuhalten, den schlechte Rezensionen unter Umständen verursachen. Im Fall des deftig-blutigen Fantasy-Spektakels „Hellboy – Call of Darkness“, einem Neuauftritt des von Mike Mignola kreierten Comic-Helden, dem Guillermo del Toro zwischen 2004 und 2008 bereits zwei Filme schenkte, muss das rigorose Embargo keineswegs verwundern. Immerhin entpuppt sich das von Neil Marshall („The Descent – Abgrund des Grauens“) kreativ verantwortete Reboot als herbe Enttäuschung, in manchen Momenten sogar als lächerliches Desaster. 

Der feuerrote Halbdämon Hellboy (David Harbour, „Stranger Things“), der für die geheime Regierungsorganisation seines Ziehvaters Trevor Bruttenholm (Ian McShane, „American Gods“) auf der Erde gefährliche übernatürliche Kreaturen zur Strecke bringt, bekommt es mit einer besonders perfiden Gegenspielerin zu tun. Die uralte Hexe Nimue (Milla Jovovich, „Resident Evil: The Final Chapter“), die einst im Mittelalter besiegt und zerstückelt wurde, steht kurz vor ihrer Auferstehung, da ein Monster ihre sorgsam versteckten Körperteile zusammenträgt. Einmal wiedererweckt, will die böse Zauberin Rache nehmen und die Welt verwüsten. Gemeinsam mit Bruttenholm, der jungen Seherin Alice Monaghan (Sasha Lane, „American Honey“) und dem Spezialagenten Ben Daimio (Daniel Dae Kim, „Die Bestimmung – Allegiant“) stemmt sich Hellboy gegen den Untergang.

Irritierend ist schon – zumindest in der deutschen Synchronfassung – der schnodderig-platte Tonfall, der in den ersten Minuten bei der Vorstellung von Nimues Hintergrundgeschichte angeschlagen wird. Flotte, herrlich sarkastische Sprüche sollen das Markenzeichen des neuen Hellboy-Streifens sein. Von Anfang an fliegen dem Zuschauer aber vor allem pseudocoole one-liner und haarsträubend dämliche Dialoge um die Ohren. Lustig sind die vermeintlich cleveren Wortgefechte selten bis gar nicht, auf Dauer dafür aber umso ermüdender und peinlicher.

Bereits auf dem Papier klingt die Handlung, die sich aus unterschiedlichen Hellboy-Comic-Bänden speist, beliebig und reichlich krude. Was Marshall, basierend auf Andrew Cosbys chaotischem Drehbuch, auf die Leinwand bringt, ist jedoch noch eine Spur schlampiger und liebloser. Ohne auch nur den Hauch von Raffinesse springt der Film von einer Plot-Station zur nächsten, lässt diverse Fäden in der Luft hängen und macht sich nicht die Mühe, das willkürliche Auftauchen einzelner Figuren zu verschleiern. Aus heiterem Himmel betritt etwa die übersinnlich begabte Alice die Bühne, die sich trotz ihrer ungewöhnlichen Fähigkeit nicht zu einem einprägsamen Charakter mausern kann. Bedauerlich, wenn man bedenkt, dass mit Sasha Lane eine talentierte Nachwuchsdarstellerin engagiert wurde. Ähnliches gilt für den eigentlich charismatischen Ian McShane, der in der Rolle des mahnenden Ziehvaters sträflich unterfordert wirkt.

Auch wenn man von einem Fantasy-Streifen gewiss keine psychologische Tiefe erwarten darf, ist es absolut ernüchternd, wie halbherzig die Macher die Ursprungsgeschichte und die innere Reise des Titelhelden abarbeiten. Auf dem Weg zu Hellboys Selbstfindung deutet sich ein handfester Gewissenskonflikt an, schließlich fühlt sich der halbdämonische Hüne von den Menschen als Monster verspottet und ausgegrenzt. Viel mehr als hastig hingeworfene Stichwortbrocken, die wenig Einfluss auf sein Verhalten haben, servieren uns Marshall und Cosby aber nicht.

Die Actionszenen bringt der Regisseur halbwegs solide in den Kasten. Wiederholt sticht dabei allerdings überdeutlich der Einsatz fragwürdiger Computereffekte ins Auge. Besonders gegen Ende, wenn die von Milla Jovovich hemmungslos theatralisch verkörperte Nimue ihre ganze böse Macht entfaltet, ist die Story-Welt in eine arg künstlich anmutende Düsternis getaucht. Hartgesottene Kinogänger könnten sich an einigen fiesen Monstermasken und den derben Splatter-Einlagen erfreuen. Eine Handvoll schauriger Ungetüme und ein krasser Blutzoll machen aus dem Hellboy-Neustart aber noch lange kein packend-unterhaltsames Leinwandereignis.

>> von Christopher Diekhaus

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