Moviebase Scary Stories to Tell in the Dark

Scary Stories to Tell in the Dark
Scary Stories to Tell in the Dark

Bewertung: 70%

Userbewertung: 51%
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Originaltitel: Scary Stories to Tell in the Dark
Kinostart: 31.10.2019
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: Unbekannt
Studio: 1212 Entertainment, CBS Films, Double Dare You (DDY)
Produktionsjahr: 2018
Regie: André Øvredal
Drehbuch: John August, Marcus Dunstan
Darsteller: Zoe Margaret Colletti, Michael Garza, Austin Zajur, Gabriel Rush, Natalie Ganzhorn, Dean Norris, Gil Bellows, Javier Botet

Seine Liebe zum Horrorkino ist bekannt, spiegelt sich in vielen seiner Werke wider und hat ihm bereits einige Preise eingebracht. Anfang 2018 etwa räumte der Mexikaner Guillermo del Toro mit seinem düster-melancholischen Fantasy-Märchen „Shape of Water – Das Flüstern des Wassers“ bei der Oscar-Verleihung den Preis für den besten Film ab. Seiner großen Leidenschaft für das Abgründige frönt er auch im Gruselthriller „Scary Stories to Tell in the Dark, den er als Produzent auf den Weg brachte. Inszeniert wurde die lose Adaption der gleichnamigen Schauerreihe des US-Schriftstellers Alvin Schwartz vom Norweger André Øvredal, der in „Trollhunter“ und „The Autopsy of Jane Doe“ seinerseits Erfahrungen mit dem Horrorgenre sammeln konnte. Seine zweite englischsprachige Regiearbeit weist einige Parallelen zu den „Es“-Verfilmungen auf, ist gespickt mit konventionellen Bausteinen, entwickelt aber dennoch eine angenehm knisternde Stimmung.

Am Halloween-Abend des Jahres 1968 spielen die in der Kleinstadt Mill Valley lebenden Freunde Stella Nicholls (Zoe Margaret Colletti, „Rubicon“), Auggie Hilderbrandt (Gabriel Rush, „Grand Budapest Hotel“) und Chuck Steinberg (Austin Zajur, „Vanoss Superhero School“) dem ständig auf Krawall gebürsteten Tommy Milner (Austin Abrams, „The Walking Dead“) einen Streich und müssen anschließend vor ihm und seinen Kumpels fliehen. Als Unterschlupf wählen sie ausgerechnet den Wagen des durchreisenden Ramón Morales (Michael Garza, „Wayward Pines“), der sich gerade in einem Autokino den Zombie-Streifen „Die Nacht der lebenden Toten“ anschaut. Als Tommy mit seiner Gang abzieht, machen sich die vier Jugendlichen auf den Weg zu einem Spukgebäude am Ortsrand, um das sich diverse Legenden ranken. In einem versteckten Raum entdecken sie ein altes Buch mit unheimlichen Geschichten, das vor allem die horrorbegeisterte Nachwuchsautorin Stella in den Bann zieht. Nach einem kleinen Zwischenfall nimmt sie das Manuskript mit nach Hause und stellt kurz darauf fest, dass darin wie von Geisterhand neue Erzählungen erscheinen und die Teenager plötzlich in großer Gefahr schweben.

Die besondere Wirkung von Fiktionen findet in del Toros neuer Produktionsarbeit Erwähnung, wird allerdings nur im Vorbeigehen thematisiert. Deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommt das Außenseiterquartett rund um Stella, das ein wenig an den sogenannten Klub der Verlierer aus „Es“ erinnert. „Scary Stories to Tell in the Dark“ zeichnet sich ebenfalls durch einen starken Coming-of-Age-Einschlag aus und präsentiert eine erfrischend ungezwungene, glaubhafte und sympathische Gruppendynamik. Die unverbrauchten Gesichter der Jungdarsteller und ihr ansprechendes Spiel sorgen für die notwendige Anteilnahme, der Horrorregisseure oftmals zu wenig Beachtung schenken. Wenn man die Hauptfiguren nicht interessant oder liebenswert findet, lässt die Bereitschaft zum Mitfiebern rasch nach, was wiederum zu gähnender Langeweile führt.

Øvredal, del Toro und die Autoren Dan und Kevin Hageman nehmen sich hingegen Zeit, um die Beziehungen genauer zu beschreiben, und schieben zwischen die Spannungs- und Gruselszenen immer wieder Momente des Innehaltens. Die Motive und Wendungen des Drehbuchs schöpfen aus dem altbekannten Schauerfundus und sind nicht wirklich originell. Der Eindruck, einem Genre-Best-of beizuwohnen, drängt sich mehrfach auf. In vielen Fällen sind die klassischen Elemente aber so arrangiert, dass man sich trotzdem unterhalten fühlt. Die fehlende erzählerische Innovation gleicht der Film durch sein Gespür für eine nostalgische Gänsehautatmosphäre aus. Schon die schwungvolle, mit dem Sechziger-Jahre-Song „Season of the Witch“ unterlegte Auftaktsequenz zieht den Betrachter geschickt in das Geschehen hinein. Ein paar wirkungsvoll unheimliche Schreckgestalten, die gelungene Kameraarbeit von Roman Osin und der bloß punktuelle Einsatz von lauten Buh-Effekten erzeugen ein wohliges Gruselklima. Erwähnenswert ist nicht zuletzt die akribische, mit skurrilen Details (del Toros Einfluss ist spürbar!) gespickte Ausstattung, die die Vergangenheit lebendig werden lässt.

Ein Extralob verdienen sich die kreativ Verantwortlichen dafür, dass sie nicht nur auf den vordergründigen Nostalgie-Charme setzen, sondern damalige Ereignisse und Gegebenheiten in ihre Geschichte einbauen. Mit Blick auf die Figur des geheimnisvollen Ramón spielt neben dem Vietnam-Krieg auch der systemimmanente Rassismus eine Rolle. Schon die Art und Weise, wie Polizeichef Turner (Gil Bellows, „Extraterrestrial: Sie kommen nicht in Frieden“) den fremden jungen Mann beäugt und anspricht, sagt genug über seine feindselige Haltung aus. Zutaten wie diese tragen dazu bei, dass man am Ende, wenn ein mögliches Sequel offen angeteasert wird, Neugier verspürt auf das, was noch kommen könnte.

>> von Christopher Diekhaus

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