Moviebase Beast - Jäger ohne Gnade

Beast - Jäger ohne Gnade
Beast - Jäger ohne Gnade

Bewertung: 50%

Userbewertung: 50%
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Originaltitel: Beast
Kinostart: 25.08.2022
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: Unbekannt
Lauflänge: 93 Minuten
Studio: Universal Pictures
Produktionsjahr: 2022
Regie: Baltasar Kormákur
Drehbuch: Ryan Engle, Jaime Primak Sullivan
Darsteller: Idris Elba, Iyana Halley, Leah Jeffries, Sharlto Copley, Chris Langa, Thapelo Sebogodi, Martin Munro, Daniel Hadebe, Tafara Nyatsanza, Ronald Mkwanazi
Irgendwie ist es unvermeidlich. Filme, in denen Tiere zu blutrünstigen Bestien mutieren, müssen sich, ob es die Macher wollen oder nicht, dem Vergleich mit Steven Spielbergs Creature-Feature-Klassiker „Der weiße Hai“ stellen. Mitte der 1970er Jahre etablierte der schnell zum Starregisseur aufsteigende US-Amerikaner mit seinem Killerfisch die Standards im Subgenre des animalischen Horrors. In der Folgezeit versuchten viele Kollegen, das Muster zu kopieren. An die Spannung und die unheimliche Atmosphäre von Spielbergs erstem Blockbuster kam bis heute aber niemand wirklich heran. Selbst größtenteils stimmigen Werken wie dem knackigen Reißer „The Shallows – Gefahr aus der Tiefe“ fehlt das gewisse Etwas, um eine ähnliche Ausdruckskraft zu erreichen. Den Kürzeren zieht nun auch der in Island geborene Baltasar Kormákur („Katla“), der mit „Beast – Jäger ohne Gnade“ eine Art Savannenvariante von „Der weiße Hai“ gedreht hat. Statt eines mörderischen Meeresbewohners bekommen wir es hier mit einem rasenden Löwen zu tun, der trotz einer Erklärung für sein rachsüchtiges Verhalten zu einer dämonischen Kreatur aufgebaut wird. Darauf weist bereits der Titel unmissverständlich hin.

Seine Bekanntschaft machen der Arzt Nate Daniels (Idris Elba) und seine Töchter Meredith (Iyana Halley) und Norah (Leah Jeffries), die nach dem Krebstod von Ehefrau bzw. Mutter deren südafrikanische Heimat bereisen. Das Ziel des Trips: Die Trauer verarbeiten und die etwas angespannte Beziehung wieder reparieren. Besonders Meredith wirft ihrem Vater, der sich von seiner Gattin trennen wollte, nämlich vor, der Familie innerlich den Rücken gekehrt zu haben. Dass er nur wenig echtes Interesse für ihre Fotoleidenschaft und ihre Studienpläne aufbringt, sorgt, wie sich nach der Ankunft zeigt, für zusätzlichen Zündstoff. Gegenüber Martin Battles (Sharlto Copley), einem alten Freund, bei dem sie unterkommen, gesteht Nate offen seine Gewissensbisse und Schuldgefühle ein. Passenderweise darf er schon am nächsten Tag demonstrieren, dass er für seine Liebsten bereit ist, alles zu geben. Bei einem Ausflug mit Martin in einen entlegenen Teil des von ihm gehüteten Wildreservats begegnen sie nämlich dem ungewöhnlich aggressiven Löwen.

Fangen wir beim Antagonisten an: Das wilde, schon früh in ganzer Pracht auftretende Tier aus dem Computer sieht halbwegs lebensecht aus und schlägt sich als plötzlich hervorbrechendes Schreckgespenst nicht schlecht. Kormákur schüttelt einige kernige jump scares aus dem Ärmel und vermittelt dem Zuschauer, vor allem über das Sounddesign, ein Gefühl für die unbändige Kraft des Vierbeiners, der schon deshalb an einen Gegenspieler aus einem Horrorfilm erinnert, weil er überraschend unverwüstlich ist. Diverse Stürze und Verletzungen bringen ihn nicht von seinem Kurs ab. Seine potenziellen Opfer kann er selbst aus größerer Entfernung zielgenau aufspüren. Der Regisseur schafft es zudem, die Panik der Protagonisten bedrückend einzufangen und die Spannung in einigen Momenten geschickt nach oben zu peitschen. Im Gedächtnis bleibt besonders der Besuch eines kleinen Dorfes, der in einer einzigen Einstellung gefilmt und mit bedrohlicher Musik unterlegt ist.

Torpediert wird die Wirkung von „Beast – Jäger ohne Gnade“ allerdings durch Klischees und Dummheiten, die man eher mit schludrig konstruierten Teenie-Slashern verbindet. Die Dialoge fallen manchmal arg einfältig aus. Und das Verhalten der Figuren, Stress und Angst hin oder her, ist mitunter erstaunlich absurd. Wie oft Nate etwa die relative Sicherheit des Geländewagens verlässt, um heldenhaft zu handeln, dürfte für ein paar unfreiwillige Lacher sorgen. Selbst in Situationen, in denen es allemal besser wäre, nicht in der Gegend herumzulaufen, glaubt er, sich von seinen Töchtern trennen zu müssen. Auch Martin stellt sich nicht gerade wie ein erfahrener Wildhüter an und bringt sich recht schnell in eine ungünstige Lage.

Keinen großen Mehrwert hat ferner der Versuch, den Protagonisten und der Geschichte emotionale Tiefe zu verleihen. Traumszenen, in denen Nate nach seiner toten Frau sucht, erscheinen seltsam angepappt. Und die familiären Konflikte dienen unübersehbar dazu, dem verwitweten Mediziner eine Chance auf Rehabilitierung zu geben. Während er seine Beschützerqualitäten ausführlich unter Beweis stellen darf, haben Meredith und Norah nur selten Gelegenheit, ihren Teil zum Überlebenskampf beizutragen. In ihrer Formelhaftigkeit macht die Charakterentwicklung letztlich wenig her. Auch deshalb kann der nur phasenweise aufregende Survivalschocker dem Genremittelmaß nicht entkommen.

>> von Christopher Diekhaus

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