Moviebase Aftermath

Aftermath
Aftermath

Bewertung: 88%

Userbewertung: 80%
bei 87 Stimmen

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Originaltitel: Aftermath
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 24.02.2006
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: Unbekannt
Lauflänge: 30 Minuten
Studio: Waken Productions
Produktionsjahr: 1994
Regie: Nacho Cerdà
Drehbuch: Nacho Cerdà
Darsteller: Xevi Collellmir, Jordi Tarrida, Ángel Tarris, Pep Tosar

Kurzes dunkelbraunes Haar schmückt seinen Kopf, akkurat getrimmter Bart. Nacho Cèrda, der eine Vorliebe für Bud Spencer & Terence Hill Filme hat, heißt der spanische Regisseur mit dessen Film „Aftermath“ wir uns heute beschäftigen werden. Niemand würde wohl bei dem Anblick dieses netten und höflichen Mannes auf die unsägliche Idee kommen, „Aftermath“, ein Film in dem die Themen Autopsie und Nekrophilie zentral vorherrschen, stamme von ihm. Doch falsch gedacht, liebe Leute der Oberflächlichkeiten, die Idee zu diesem Film entsprang tatsächlich dem Hirn dieses Spaniers. Themen wie Nekrophilie sind nun mal heikle Bereiche, die im auch Medium Film dementsprechend wenig Verarbeitung finden. Vielen dürfte Jörg Buttgereits „Nekromantik“ ein Begriff sein, doch der Anzahl an Bespielen womöglich schon wieder genug. Doch bei dem 1994er „Aftermath“ handelt es sich um den weitaus besseren Film mit dieser Tabu-Thematik, wobei die Intentionen dieser beiden Filme in verschiedene Richtungen laufen und deswegen nicht direkt miteinander verglichen werden können.

Mit diesem Kurzfilm, hat Regisseur Cèrda einen cineastischen Vorschlaghammer, einen Filmgewordenen Schlag in die Magengrube geschaffen, der sich für immer in den Kopf des Zuschauers einnisten wird um dort seine Nachwirkungen sprießen zu lassen – und davon lebt der Film unter anderem sehr stark.

Eine kurze Inhaltsangabe für einen kurzen Film (Spiellänge beträgt 30 Minuten). Zwei Pathologen gehen in einem spanischen Krankenhaus ihrer Arbeit nach, indem sie die Leichen zweier Männer sezieren. Nach verrichteter Arbeit verlässt einer der beiden Ärzte den Saal und nun beginnt das perverse Spiel des Verbliebenen. Eine frisch eingetroffene Leiche eines jungen Mädchens bietet nun die abartige Spielwiese für die kranken Phantasien des Pathologen.

Nach einem hervorragend gefilmten Intro, findet man sich als Zuschauer in einem von Neonlicht erleuchtetem Raum einer Pathologie wieder. Unangenehm kühl und bedrückend wirkt das grelle Szenario dieses Ortes, welcher in seiner leblosen Präsenz lediglich durch die Anwesenheit zweier Ärzte belebt wird. Jeder von ihnen hat vor sich, auf seinem metallenem Seziertisch eine namenlose Männerleiche liegen, bei der es gilt die alltägliche Arbeit eines Pathologen zu vollziehen. Dementsprechend verlaufen auch die nächsten Minuten des Films, dessen kalt weiße Sterilität nun von den grausigen Arbeiten an den Leichen gebrochen wird. Nicht wertend, nicht kommentierend wird das abstoßende Bild an den Betrachter weitergeben und hinterlässt ein ungutes Gefühl, wie man es in solcher Intensität seltenst zuspüren bekommt. Verstärkt wird der Effekt maßgeblich durch das über die komplette Spiellänge Fehlen von Dialogen. Kein einziges gesprochenes Wort lässt sich finden, welches dem hilflosen Zuschauer wenigstens auch nur einen Funken von Halt in dieser bedrückenden kleinen Welt gegeben hätte. Doch die Inszenierung verhält sich wahnsinnig konsequent und reflektiert die Intention von Cèrda perfekt, der dem Film teilweise einen semidokumentarischen Stil zukommen lassen will. Die Handlung der Sezierungen werden von wunderschöner klassischer Musik begleitet, wobei selbst Mozarts „Requiem“ aufzufinden ist. Klassik wechselt aber gleichsam mit fast monotonen, bedrückenden aber immer minimalistischsten Klangteppichen, die das akkurate Vorgehen der Ärzte in ihrer nüchternen Art kunstvoll untermalen.

Würde man es nicht besser wissen, würde man behaupten können Cèrda hätte echte Leichen auf die Tische legen lassen, doch dem ist nicht so, was auch den Aussagen des Regisseurs nie zur Debatte stand und die Aussage von „Aftermath“ in ein falsches Licht gerückt hätte. Die Effekte sind zwar meisterhaft ausgeführt worden, doch sollen sie bei diesem Film nicht im Vordergrund stehen, da diese von der kunstvollen Inszenierung, inklusive Kameraarbeit, überlagert werden.

Einer der Pathologen hat die Arbeit an dem leblosen Körper beendet und lässt seinen Kollegen zurück. Nun beginnt das wahre Grauen des Filmes, da der Verbliebene sich nun in akribischer Abartigkeit an dem leblosen Körper eines Mädchens vergeht. Die Härte der Effekte steigt hierbei jedoch nicht an, da lediglich durch den Einsatz von Musik und herausragender Kameraarbeit das Geschehen mit Emotionen gefüllt wird. Der Psychopath scheint sich in feinster Nüchternheit seinen abartigen Gelüsten hinzugeben; gefühllos, kalt und herzlos vergeht er sich an dem Mädchenkörper, einem Objekt. Diese motorische Vorgehen wird in stoischen und klaren Bildern eingefangen wobei der leblose Körper in langsamen, ruhigen und gefühlvollen Kamerabewegungen abgetastet wird. Die Grenze zwischen Tod und Leben, verschwindet bei dem grauenvollen Akt der Nekrophilie, macht den kühl agierenden Arzt zum „toten“ Psychopaten und das tote Mädchen zum lebenden, Emotionen transportierenden Menschen. Nach voller Auslebung seiner Phantasien, beendet er diese Grauentat, fährt nach Hause um dort zigarettenrauchend vor dem Fernseher, mit überkreuzten Füßen auf dem Tisch, von der erschöpfenden Arbeit zu entspannen.

Die Fassungslosigkeit des Betrachters könnte nun kaum größer sein, hat man doch zuvor bei der Autopsie beziehungsweise der Schändung schwerst erträgliche Bilder gesehen, denen die meisten ihre Grenzen aufzeigen würden. Doch viel brutaler und abartiger scheint der Normalzustand des Psychopathen nach seiner „Arbeit“ und das gleichgültige Verhalten dessen. Mit der Aufnahme der Todesanzeige des Mädchens wird man nun entlassen.

„Aftermath“ ist kein stumpfer Exploitationer, der sich in abstoßenden Bilder labt, er ist auch kein abstrakt-stilisiertes Werk, dass sich scheinheilig versteckt. Es ist ein schonungsloser und aufrichtiger Kunstfilm der Tabus bricht, aber nie zum selbstzweckhaften Film von Provokationen verkümmert. Lob und Hochachtung an Cèrda für den Mut solch einen Film zu verwirklichen, Lob an Pep Tosar für das hervorragende Schauspiel, wobei man bedenke das Mimik nur durch seinen Augen ausgedrückt wird, der Rest wird von der gefühlskalten Arbeitskluft, inklusive Mundschutz eines Arztes bedeckt - Respekt. Ehrlicher und wirklicher als Buttgereit im metaphorischen „Nekromantik“, nimmt sich Nacho Cèrda der Thematik der Nekrophilie an und schafft ein meisterliches Werk, welches in Effekte technischer Hinsicht, Intention und mithilfe der grandiosen 35mm Optik brilliert. „Aftermath“ bedrückt, schockiert, bewegt, rührt, fasziniert und polarisiert. Ein Meisterwerk!

>> geschrieben von Benjamin Johann

100%
RectalSludge
geschrieben am 16.02.2010 um 12:00 Uhr
ich finde ihn sehenswert!absolut sogar!da in dem film nicht gesprochen wird kommt eine sehr düstere und beunruigende atmosphäre auf!die am anfang eher harmloses szene werden durch spätere weitaus abstossendere szenen in den schatten gestellt!nicht für schwache nerven oder mägen ;D ich empfehle ihn weiter!!
50%
Orderus Ungurus
geschrieben am 28.01.2010 um 20:00 Uhr
Eine sehr bizarre Umsetzung eines der verborgenen Verbrechen die so vorsich gehen. Doch spiegelt dieser Kurzfilm alles wieder, von der Brutalität und der Gefühlslosigkeit eines solchen vergehens bis hin zu dem Resultat das ein solcher Mensch (Gefangen in seinem Wahn)wohl garnicht daran denkt das es eine reale Person wie er selbst ist, nochmal gut unterstrichen mit dem Schluss als man die Todesanzeige des Mädchens sieht.Sehr zu empfehlen dieses Prachtwerk.
100%
Hellhammer
geschrieben am 30.07.2008 um 23:00 Uhr
Ein 30-minütiges Meisterwerk das man so schnell sicher nicht vergessen wird! Dass während der halbstündigen "Tortur" kein Wort gesprochen wird kommt dem Film zugute, denn Die Blicke des Pathologen reichen vollkommen aus. Eine bedrückende Atmosphäre die einem einen Schauer über den Rücken jagt!
100%
Freak-A-Zoid
geschrieben am 14.03.2008 um 18:00 Uhr
Ich habe mir den Film angesehen. Er erinnert mich an Jörg Buttegereit mit Nekromantik (1+2).Der Film ist einfallreich und gut dargestellt, zwar wird bei dem nicht gesprochen, aber die Bilder sind aussagekräftig! Macht auf jeder Fall weiter solche Filme, denn es ist eine Kunst die Filme gut rüber zubekommen, und das schaffen die wenigen. Und gut, das es solche macher gibt die die alten Geschichten, wie z.B. vom Necronomicon (H.P.Lovecraft), wieder aufleben lassen. Ich würde gern mehr Punkte als 100 geben, aber es weiter geht es nicht.
80%
rall3
geschrieben am 28.12.2007 um 06:00 Uhr
Ein ganz eigenes Thema der Film in seiner Art sicher nicht schlecht...er ist wirklich gut gemacht und jeder Splatter//Gore Fan sollte sich ihn einmal angesehen haben.
100%
cuntgrinder
geschrieben am 16.12.2007 um 20:00 Uhr
Ein absolutes meisterwerk, wo eim die luft weg bleibt wenn man diesen film zum ersten mal sieht. Eine der filme die einen noch schocken konnten und nicht so ne 0815 kindergarten horror scheiße wie heutzutage produzirt wird! Leider schade das es nicht mehr solche anspruchsvollen filme gibt. Ausgenommen von DER WEG NACH EDEN.
50%
Saw Man
geschrieben am 18.11.2006 um 08:00 Uhr
Ein absoluter Tabubrecher! Nekrophilie in seiner ganzen "Pracht"!! Würg!Wenn man bedenkt das solche Typen in der Pathologie sicherherumschwirren, könnte man kotzen.Das erste mal, das ich man kurz wegschauen musste!!Brrr!!!Und ist in der Tat KEINE Unterhaltung!!!
100%
Holger
geschrieben am 13.10.2006 um 02:00 Uhr
Eine abartige, blutige Oper des Perversen!Absolut sehenswert!Ein Kurzfilm der unter die Haut geht, sich tief in den Magen eingräbt und diesen dann um 180 Grad herumdreht, dass man Kotzen muss.Die krankhafte Neigung des perversen Hauptdarstellers wird in beeindruckenden Bildern gezeigt und nur von klassischer Musik begleitet. Dabei wird kein einziges Wort gesprochen.Ein Film bei dem selbst eingefleischten Splatterfreaks die gute Laune vergehen dürfte.Und das ist gut so, denn das Anliegen des Filmes ist ernst gemeint und dient nicht der Unterhaltung.
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