Moviebase Daybreakers

Daybreakers
Daybreakers

Bewertung: 70%

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Originaltitel: Daybreakers
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 27.08.2010
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 98 Minuten
Studio: Furst Films / Sunfilm Entertainment
Produktionsjahr: 2007
Regie: Michael Spierig, Peter Spierig
Drehbuch: Michael Spierig, Peter Spierig
Darsteller: Isabel Lucas, Ethan Hawke, Willem Dafoe, Sam Neill, Jay Laga'aia, Claudia Karvan, Vince Colosimo, Christopher Kirby, Michael Dorman, Emma Randall, Mungo McKay, Renai Caruso, Michelle Atkinson, David Knijnenburg, Joel Amos Byrnes, Robyn Moore, Jack Bradford, Paul Sonkkila, Selina Kadell, Gavin Coleman, Peter Welman

April 2019, die Menschheit ist nahezu ausgerottet. Etwa zehn Jahre vorher - also etwa in unserer Gegenwart, hier und jetzt - tauchte offenbar ein Virus auf, der die Menschen zu Vampiren machte: unsterblich, aber angewiesen auf menschliches Blut und sehr empfindlich gegen Sonnenlicht. Daybreakers beginnt in dieser Situation, und man möchte den Spierig-Brüdern Michael und Peter herzlich dafür danken, dass sie sich der Frage annehmen, was eigentlich passiert, wenn die Vampire wirklich die Macht übernehmen. Die Blade-Filme haben dieses Thema auf ihre eigene, popmoderne Weise schon angerissen: In Blade: Trinity finden die Protagonisten eine Lagerhalle, in denen Menschen im künstlichen Koma gehalten werden, um sie zur Blutproduktion zu nutzen.

Hier nun wird das zu seinem zwingenden Ende weitergedacht. Die Menschenhaltung ist industrialisiert: In den Produktionsstätten der Firma Bromley Marks sind die Menschen neben- und übereinander gelagert, und rund um die Uhr spenden sie unfreiwillig Blut. Dennoch wird der Vorrat knapp, und der Hämatologe Edward Dalton (Ethan Hawke) hat die Aufgabe, einen passenden Blutersatz zu entwickeln, denn die Bevölkerung hungert.

Es ist eine beklemmende und dichte Atmosphäre, die Daybreakers in seinem ersten Drittel zeichnet; da wendet der Film viel Augenmerk und Liebe auf die Art und Weise, wie die Vampire sich in einer Welt eingerichtet haben, die tagsüber für sie eigentlich unbewohnbar wäre; mit welcher Infrastruktur sie sich ihr theoretisch nicht endendes Dasein leichter machen. Keine Spur ist da von Särgen und Grüften: Die Mittelklassevampire wohnen in klassischen amerikanischen Vorstädten, und bevor die Sonne aufgeht, schließen sich die Jalousien; vor den Schulen ist, in „school nights“ jedenfalls, das Parken verboten. In den Städten pulsiert nur nachts das Leben, für die Sonnenstunden verbinden unterirdische Wege die verschiedenen Gebäude.

Und wir bekommen Einblick in das Innenleben der Vampire: Gleich in den ersten Szenen setzt sich ein kleines Mädchen in den Sonnenaufgang - sie werde, wie der dazwischen geschnittene Text ihres Abschiedsbriefes verrät, sich nie entwickeln, nie erwachsen werden können. Lieber geht sie mit den ersten Sonnenstrahlen in Flammen auf. So wundert es nicht, wenn alle hier leblos und trist aussehen - Daybreakers fragt also implizit, wie die Vampire damit umgehen, ein normales Leben zu führen, irgendwie weiterzumachen, potentiell in alle Ewigkeit. Das wird radikaler thematisiert als in True Blood oder den Twilight-Filmen; und leider wird es dann allzu schnell fallengelassen.

Edward wird nach einer Zufallsbegegnung auf der Straße von einer Gruppe überlebender Menschen unter Audrey (Claudia Karvan) und Elvis (Willem Dafoe) gekidnappt, die glauben, Vampirismus wieder heilen zu können. Edward, der nur ungern Vampir ist und dem das Ende der Menschen auch aus moralischen Gründen sehr nahe geht, hilft ihnen nur zu gerne. Schnell werden aber alle drei von Edwards Bruder Frankie (Michael Dorman) verfolgt, der als Soldat auf Menschenjagd spezialisiert ist. Von da an wird der vorher sehr stimmungsvolle Film zu einer durch zum Teil nur sehr dünne Logikfäden zusammengehaltenen Hetzjagd, immer wieder von kurzen Pausen und weitgehend vorhersehbaren Wendungen unterbrochen, bis hin zu einem Ende, das sehr bemüht offen wirkt, als habe man die Pläne für eine Fortsetzung bereits in der Tasche.

Michael und Peter Spierig haben 2003 bereits den hübschen Zombiefilm Undead realisiert, und etwas aus der Lust am Splatter haben sie in den neuen Film gerettet, ein episches Blutbad zu Choralgesängen. Im Ton fällt das doch etwas aus dem ansonsten so ernsthaft wirkenden Film heraus, in dem die Farbe Rot ihre Signalwirkung durch das fast durchgehend blauschwarz erscheinende Bild nie verfehlt. Die Szenen, die tagsüber spielen, wirken nach so viel Dunkelheit dann zunächst überstrahlt, im Kino ist das ein schöner Effekt, der die Augen schmerzen lässt: Filmischer kann sich das Kino kaum mit den Vampiren identifizieren.

Man wird geradezu dazu aufgefordert, hinter der Geschichte von Daybreakers eine gar nicht so subtile gesellschaftlich-politische Botschaft zu lesen. Zu ähnlich ist das Verhalten der Vampire unserer eigenen Ausbeutung der Natur, der Industrialisierung der Nahrungsmittelproduktion ohne Rücksicht auf Verluste und Nachhaltigkeit; und in der Tat kann der Film in seiner konsequenten Fortschreibung menschlicher Charakterzüge auf die Vampire durchaus überzeugen. Aber über eine sehr oberflächliche Bedeutsamkeit kommt das nicht hinaus; Daybreakers verliert sich letzten Endes zu sehr in der Wohlkonstruiertheit seiner eigenen Welt und vergisst dabei, sie wirklich mit Leben zu füllen.

>> verfasst von Rochus Wolff

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