Moviebase Oxford Murders, The

Oxford Murders, The
Oxford Murders, The

Bewertung: 70%

Userbewertung: 65%
bei 18 Stimmen

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Originaltitel: The Oxford Murders
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 28.11.2008
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: Unbekannt
Lauflänge: 107 Minuten
Studio: Tornasol Films S.A.
Produktionsjahr: 2007
Regie: Álex de la Iglesia
Drehbuch: Álex de la Iglesia
Darsteller: John Hurt, Elijah Wood, Leonor Watling, Julie Cox, Anna Massey, Dominique Pinon, Charlotte Asprey, Alex Cox, Burn Gorman, Jim Carter, Alan David, Tim Wallers, James Weber-Brown, Ian East, Tom Frederic, Michael Mears, James Howard, Danny Sapani, Doug Kirby

Bist Du der Schmetterling?

Da Vinci hatte schon einen angewandt, Zodiac hinterließ nach jedem Mord per Brief einen und nun bekommt auch die Universität in Oxford ihren eigenen Code. Chiffren, Zahlen, Symbole und die Mathematik - bestens geeignet für mysteriöse Vorkommnisse. Nun also nimmt sich Regisseur Alex de la Iglesia den Zahlenspielen an und versetzt uns ins Jahre 1993 zurück. In den Hauptrollen: Frodo Elijah Wood als klugscheißender Student, an seiner Seite John Hurt als besserwissender Professor. Produkt: Ein nettes Rätselspiel, welches jedoch zu sehr auf Leichtigkeit und Finaltwist wert legt.

Die Umgebung an der Uni Oxford ist gediegen, das Englisch piekfein und die Botschaft klar: Professor Arthur Seldom gibt hier das intellektuelle Alpha-Tier. Diskussionen sind unerwünscht. Wenn das bloß der neue Doktorand Martin gewusst hätte, bevor er sich mit einer Kritik an Seldoms Thesen unbeliebt machte. Doch der Mord an Martins Zimmervermieterin und der Verdacht, dass hier ein Serienkiller am Werk ist, lenken ihn von seinen Problemen ab. Besser noch: Er findet sich mit Seldom beim spannenden Dechiffrieren von Zeichen und damit auf der Verbrecherjagd wieder. Dabei geht es für die beiden philosophischen Kontrahenten um nichts mehr als die faszinierende Frage nach der grundsätzlichen Existenz von Wahrheit…

Handys, die so groß wie eine Telefonzelle scheinen, sind heute kaum mehr vorstellbar. Im Jahre 1993 allerdings war es die einzige Möglichkeit, über weitere Strecken schnurlos zu kommunizieren, und so kommen wir dank Regisseur Alex de la Iglesia wieder in den Genuss des überdimensionalen Mobiltelefons. In Oxford gehen merkwürdige Dinge vor. Neustudent Martin geht der Sache nach, zusammen mit Professor Arthur Seldom. Elijah Wood und John Hurt wirken als ungleiches Paar erstaunlich harmonisch. Es macht schlicht Spaß, wie sich die beiden Zahlenbesessenen durch die Mathematik und diverse Theorien wurschteln, um den Peiniger aus Oxford ausfindig zu machen. Auch der Zimmerkollege Martins überzeugt durch seine Abgedrehtheit, für das männliche Wohl sorgen Leonor Watling und Julie Cox. In puncto Cast weiß OXFORD MURDERS zu gefallen, zu bemängeln allerdings gibt es die teilweise fehlende Ernsthaftigkeit und schlussendliche Aussage.

Das Werk kommt ungewöhnlich leichtfüßig für einen Zahlenthriller daher. Und da liegt vielleicht auch schon das größte Problem. Der Humor und auch die Streitereien zwischen den beiden Hauptprotagonisten lockert das Szenario zwar auf, eine Ernsthaftigkeit lässt sich darin aber dann nur schwer erkennen. Solange nicht ein nächster Mord geschieht, sehen wir Hurt und Wood beim lustigen Enkodieren zu, werden aber nie wirklich vollkommen vom Geschehen eingelullt. Das liegt nicht etwa an der fehlenden Atmosphäre, die hier sicherlich sehr stimmungsvoll und angebracht eingeführt wird, nein, viel mehr sind es eben diese fast schon komischen Momente in OXFORD MURDERS, die das mysteriöse Spielchen ein wenig aus der Fassade reißen. Eine etwas düstere Ausgangsstimmung hätte dem Werk für diese Thematik gut getan.

De la Iglesia liefert eine souveräne Arbeit mit diversen optischen Leckerbissen ab. So bewegt sich die Kamera in einer Sequenz einmal quer durch Oxford, dem ungeübten Auge fallen die unsichtbaren Schnitte nicht auf. Wir befinden uns zunächst hinter einem Mann, begehen mit ihm einen Buchladen, kreuzen den Weg von Martins Zimmerkollegen, treffen dann auf Professor Seldom, folgen Martin in seine Wohnung und landen zum Abschluss der Fahrt beim ersten Mordopfer. Ein kleines Highlight in einem unterhaltsamen Krimi, der bis zum Finale gut unterhält, dann allerdings ein wenig zu erzwungen wird.

Der typische Plottwist im Film wird in nahezu jedem Thriller eingebunden, um die sicher scheinende Fährte des Zuschauers gen Ende noch einmal ruckartig umzureißen. Dieses Vorhaben gelingt bei OXFORD MURDERS nur bedingt. Denn bis zur eigentlichen Wahrheit bleibt der Lösungsweg nachvollziehbar, dann jedoch entpuppt sich das Ergebnis plötzlich doch als falsch. Eine Gleichung entsteht dennoch, auch wenn mit dieser womöglich nicht jeder Zuschauer vollends zufrieden gestimmt werden kann. Neben all der Theorien um Symbole und Zahlen, Serien und Fortsetzungsmöglichkeiten innerhalb einer Symbol-Reihe fügt sich dann die Chaostheorie hinzu, und wir müssen erneut einsehen, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings irgendwo auf der Welt einen Wirbelsturm auslösen kann. Wer hier Schmetterling und wer Wirbelsturm ist, sei an dieser Stelle nicht verraten.

Fazit: Über die größte Laufzeit weiß THE OXFORD MURDERS dank gut aufgelegter Darsteller und einem munteren Rätsel durchaus zu gefallen und unterhalten, für ein Mysterium par excellence fehlt es dann aber letztendlich an der stringenten Ernsthaftigkeit und der entscheidenden Aussage des Ganzen. Auch Nichtmathematiker können ohne Risiko einen Blick wagen.

>> verfasst von Janosch Leuffen

50%
octapolis
geschrieben am 18.12.2008 um 15:00 Uhr
Ähnlich wie Christina Applegate ewig die Dumpfbacke anhaften wird, so ergeht es mir persönlich mit Elijah Wood. Einmal Frodo, immer Frodo, zumal er ja wirklich immer so aussieht. Lässt man das mal beiseite, wird der Film auch nicht besser. Liegt auch an der Synchrinstimme von Professor Seldom... sehr nervig im Ohr.Die Hauptfigur Martin ist auch nervig angelegt. Der Knabe verteilt Lebensweisheiten, schlabbert mehr an der Weiblichkeit herum als es der Handlung gut tut und, nun ja, er guckt wie er guckt. Logisch scheint auch nicht viel, auch nicht nach schlussendlicher Aufklärung aller Verstrickungen, oder ich habe es einfach nicht verstanden. An sich langweilig ist der Streifen keineswegs, aber er wirkt mehr bemüht, als gekonnt.
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