Moviebase Road, The

Road, The
Road, The

Bewertung: 85%

Userbewertung: 95%
bei 161 Stimmen

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Originaltitel: The Road
Kinostart: 07.10.2010
DVD/Blu-Ray Verkauf: 18.03.2011
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 108 Minuten
Studio: 2929 Productions / Senator Film
Produktionsjahr: 2008
Regie: John Hillcoat
Drehbuch: Cormac McCarthy
Darsteller: Charlize Theron, Viggo Mortensen, Guy Pearce, Robert Duvall, Garret Dillahunt, Michael K. Williams, Molly Parker, Kodi Smit-McPhee, Nick Pasqual, Brenna Roth, Jeremy Ambler, Bob Jennings, David August Lindauer, Jack Erdie, Jared Pfennigwerth, Aaron Bernard, Mark Tierno

Die Welt, wie wir sie heute kennen, hat in John Hillcoats „The Road“ längst aufgehört zu existieren. Ein bedrohlicher Dunst hat sich über die Landschaft gelegt, die Bäume erscheinen tot, jedes Leben wie ausgelöscht. Überall, wo man hinsieht, dominiert dasselbe fahle Grau, sogar die Sonne kommt gegen den dichten Wolken- und Staubteppich kaum mehr an. In dieser befremdlichen Tristesse sind ein Vater (Viggo Mortensen) und sein Sohn (Kodi Smit-McPhee) durch ein vollkommen zerstörtes Land unterwegs. Alles, was sie noch haben, passt in einen Einkaufswagen, den sie vor sich herschieben. Ihr Ziel ist so vage wie ungewiss. Nach Süden zieht es sie, ans Meer, wo das Klima vielleicht erträglicher ist und noch andere Überlebende auf sie warten.

Zwischen ihrem alten und ihrem neuen Leben, in dem sie tagtäglich gegen Hunger, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und Kälte ankämpfen, liegt eine gewaltige Katastrophe, über deren genaue Ursache nur spekuliert werden kann. Dass der Mensch daran aber nicht ganz unschuldig ist, drängt sich beim Anblick der toten Wälder und verwaisten Straßen als eine Vermutung förmlich auf. Für Vater und Sohn geht es mit jedem neuen Morgen um nichts weniger als das Überleben. Dabei müssen sie sich nicht nur vor heimtückischen Diebesbanden sondern auch vor verstreuten Kannibalen-Gruppen in Acht nehmen. Was ihnen bleibt, ist nur die Erinnerung an früher. Aber auch diese verblasst mit jedem Tag ein bisschen mehr.

Es ist zunächst erstaunlich wie konsequent Regisseur John Hillcoat das deprimierende Endzeitszenario des amerikanischen Schriftstellers Cormac McCarthy hier in unendlich trostlose Bilder umgesetzt hat. Grau ist in dieser Geschichte nicht bloß eine Farbe, es ist zugleich ein Gefühl, das auch nach Ende des Films noch lange nachwirkt und sich in unseren Gedanken festsetzt. Die Angst, auf einmal ganz auf sich alleine gestellt zu sein, wird für Vater und Sohn zu einem ständigen Begleiter. Es ist eine Horrorvorstellung inmitten eines Horrortrips, aus dem man sich wünschen würde, schnellstmöglich wieder aufzuwachen. Doch dazu kommt es nicht. Stattdessen sind die Erinnerungen an früher das Einzige, was in diesem Chaos definitiv nicht real ist.

„The Road“ als Zombiefilm zu kategorisieren, würde vermutlich falsche Erwartungen und Assoziationen wecken. Denn mit den Untoten, denen Romero oder Fulci im Genre einst zur Popularität verhalfen, haben die meist unsichtbaren Mörder in McCarthys Roman nichts gemein. Zudem sind sie im Gegensatz zu den Romero-Zöglingen nicht von den Toten zurückgekehrt, sie ernähren sich lediglich von ihnen. Die Angst vor einem der letzten menschlichen Tabus, dem Kannibalismus, sitzt tief und dementsprechend beunruhigend ist das, was der Film immer wieder andeutet. Wenn der Junge erklärt, dass sie zu den Guten gehören, die keine Leute essen, ahnt man, was das Vater-Sohn-Gespann an grausamen Dingen bereits auf ihrer Reise gesehen haben muss.

Die unbeschwerten Augenblicke sind hingegen rar gesät und meist äußerst kurz. Aber es gibt sie. Schon Kleinigkeiten wie eine in einem demolierten Getränkeautomaten gefundene Cola-Dose oder ein unerhofftes Bad in einem kleinen See samt Wasserfall lassen die beiden kurzzeitig den realen Albtraum um sie herum vergessen. Und dann sind da noch die Begegnungen mit anderen Menschen, die ein ähnliches Schicksal teilen und eine ganz ähnliche Geschichte zu erzählen haben. Zu den stärksten Momenten von „The Road“ gehört dann auch der kurze Auftritt von Robert Duvall als blinder, alter Mann.

Es ist praktisch unmöglich, über Hillcoats post-apokalyptisches Drama zu schreiben, ohne dabei die Leistung von Hauptdarsteller Viggo Mortensen zu erwähnen. Für die Rolle sichtbar abgemagert, lässt sich seine Interpretation des bis zum bitteren Ende für seinen Sohn kämpfenden Vaters nur als schauspielerische Selbstaufgabe umschreiben. Es ist ein bizarr-schauriges Passionsspiel, das mit Christian Bales Rolle in „Der Maschinist“ vergleichbar erscheint. Der körperliche wie seelische Verfall ist auch bei Mortensens Filmfigur unübersehbar und nimmt mitunter besorgniserregende Züge an. Nachwuchsdarsteller Kodi Smit-McPhee – demnächst im US-Remake zum schwedischen „Let the Right One in“ zu erleben – steht Mortenson jedoch in der Überzeugungskraft seines Schauspiels in nichts nach.

McCarthy verhandelt in seinem Roman Fragen von existenzieller Tragweite. Den Leser zwingen sie dazu, eine eigene Position einzunehmen und gleichzeitig immer wieder die Situation des Vaters zu reflektieren. Wenn der Sinn des Lebens allein noch darin besteht zu überleben, welchen Wert hat dieses Leben dann noch? Und will man wirklich weiterleben, wenn der letzte Mensch, der einem nahe stand, den man liebte und der einen liebte, diese Welt verlassen hat? Der Film greift diese und andere unbequeme Fragen auf und übersetzt sie in verstörende, graue Stillleben. Das Glück, so wie wir es kennen, hat in dieser Welt längst kein Zuhause mehr. Und obwohl alle Hoffnung zwischenzeitlich verloren scheint, gibt es da etwas, das unser Herz weiter schlagen lässt. Was es ist, weiß auch McCarthy nicht. In jedem Fall grenzt es an ein Wunder.

>> verfasst von Marcus Wessel

90%
Cloverfield
geschrieben am 05.12.2010 um 20:00 Uhr
Ich fand "The Road" sehr düster und beklemmend! Das Einzige was ich zu bemängeln habe, ist die Tatsache, dass man nicht weiss was passiert ist! Bis auf einen grellen Lichtblitz und darauf folgende, leichte Beben wird nichts erwähnt! Ansonsten ist der Film sehr zu empfehlen!
90%
Kirsche
geschrieben am 24.10.2010 um 19:00 Uhr
Super Film. Er öffnet einem die Augen, wie sich Menschen in Außnahmesituationen verhalten können. Eigentlich sollte es ein MUSS sein, diesen Film zu sehen. Packend, spannend, rührend und einfach fesselnd.
80%
Slapstick
geschrieben am 22.10.2010 um 11:00 Uhr
Wer Spannung und Action sucht, ist wo anders besser aufgehoben. Wer intensive Endzeitatmosphäre erleben will und das Schicksal von Menschen nicht egal ist, wird diesen Film mögen, da er berührt und nachdenklich zurücklässt. Einzig das Finish finde ich etwas deplatziert, da hätte eine konsequentere Weiterführung der endzeitlichen Einsamkeit sicher eher zum Film gepasst.
60%
Blutschmidt
geschrieben am 11.10.2010 um 15:00 Uhr
Nachdem ich das Buch gelesen und das Hörbuch gehört habe war ich wahnsinnig gespannt auf den Film. Ganz klar punkten kann The Road bei der Umsetzung des Ambientes. Die gesamten Locations wurden tatsächlich so umgesetzt wie ich es mir beim lesen vorgestellt hatte. Leider war es das aber auch schon mit den Pluspunkten. Vieles aus der Romanvorlage wurde 1:1 übernommen aber nicht wirklich spannend umgesetzt. Insgesamt fehlt dem Film die Tiefe. Der Spannungsbogen hängt auf niedrigem Niveau und schafft es zu keiner Zeit mich an die Leinwand zu bannen. Lediglich die beiden Protagonisten wirken glaubhaft, der (wenige) Rest wirkt teils etwas deplaziert. Ich empfehle jedenfalls allen sich dem Buch oder dem Hörbuch zuzuwenden da beides um Längen spannender erzählt wird als es der Film tut.
90%
Ghost
geschrieben am 11.09.2010 um 01:00 Uhr
Ich gehöre zu den Leuten die das Buch nicht gelesen haben. Hatte aber meinen Spaß an dem Film. Das tragische Schicksal der beiden berührt und beängstigt einen. Allein auf sich gestellt. Man kann niemanden Trauen. Man merkt wie die Gesellschaft zerfällt, eigentlich nicht mehr existiert. Es wird zwanghaft versucht die Menschlichkeit am Leben zu halten. Das Ende ist jedoch zu absurd(will es nicht verraten ;D). Aber so viel Glück kann man nicht haben. Außerdem ist mir immernoch unklar warum die beiden an den Strand gehen. Nahrung sollte man doch besser wo anders suchen. Nach dem Angucken hatte ich noch lange eine innere Leere. Un brauchte Zeit um alles zu verarbeiten. Sowas muss ein guter Film schaffen.
90%
Moonscreamer
geschrieben am 02.09.2010 um 23:00 Uhr
Ich fand den Film ebenfalls sehr gelungen... Man wird von Anfang an in den Bann einer düsteren und tristen Welt gezogen und leidet jede Minute mit Vater und Sohn mit. Punkteabzug gibt es nur für den Schluss... (weil ich diese Art von Schluss nicht mag^^)
90%
simonsays
geschrieben am 31.08.2010 um 19:00 Uhr
wer das buch gelesen hat, wird mir sicher zustimmen, dass das eine der besten buchumsetzungen seit langem ist. der film fängt die stimmung des buches wunderbar ein und wird getragen von den tollen schauspielern. es wird nichts weg oder hingedichtet wie in anderen buchumsetzungen. ich war sehr positiv überrascht. So muss hoffnungslosigkeit aussehen.
100%
mokilok
geschrieben am 31.08.2010 um 19:00 Uhr
hab mir den film auf englisch angeschaut, da ich nicht so ewig lange auf die deutsche umsetzung warten wollte. da ich die geschichte von mccarthy gelesen habe, und es zu einer meiner absoluten lieblingsbücher zähle, war ich wie versessen darauf endlich diesen film zu sehen. und ich muss sagen es ist einer der besten buchumsetzungen die ich je gesehn habe.diese bilder die einen beim lesen durch den kopf schiessen hat der regisseur wirklich 1:1 hinbekommen.der film geht nicht großartig ab, wie zb "book of eli" oder andere endzeit-geschichten, weswegen ich meinen vorredner schon teilweise verstehen kann, aber der film macht genau das was das buch macht. es ist ein drama über einen mann mit seinem sohn in einer trostlosen welt. es steckt voller atmosphäre und bietet ein bild von einer endzeit wie sie trostloser nicht sein kann. im review wird dies sehr gut beschrieben, es ist alles "grau", eben nicht nur die bilder sondern auch die stimmung.ich hatte wirklich angst das die geschichte fürs kino ein wenig zugänglicher und peppiger gemacht worden wäre, aber ich bin nicht enttäuscht worden, die geschichte hat nichts von seiner atmosphäre verloren und ich bin froh, und hab respekt, das der regisseur dem werk von mccarthy so treu geblieben ist.
50%
SinTin
geschrieben am 27.06.2010 um 17:00 Uhr
da ich ein fan von endzeit geschichten bin stand The Road auch auf meiner liste (vor allem nach dem trailer). leider hält der film nicht was die vorschau verspricht. die düstere und ausweglose stimmung die der film anfangs noch erzeugt weicht leider bald der gewissheit das der film nicht in die gänge kommen will. was schade ist denn der film hätte alles gehabt um richtig gut zu werden.
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