Moviebase Tattooist - Das Böse geht unter die Haut

Tattooist - Das Böse geht unter die Haut
Tattooist - Das Böse geht unter die Haut

Bewertung: 70%

Userbewertung: 75%
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Originaltitel: Tattooist, The
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 08.08.2008
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 92 Minuten
Studio: Eyeworks Touchdown / Koch Media
Produktionsjahr: 2007
Regie: Peter Burger
Drehbuch: Matthew Grainger, Jonathan King
Darsteller: Jason Behr, Timothy Balme, Mia Blake, David Fane, Pip Hall, Michael Hurst, Nathaniel Lees, Robbie Magasiva, John Bach, Jarred Blakiston, Alison Bruce, Caroline Cheong, Stuart Devenie, Isabella Galluzzo, Lauren Jackson, Matthew Ridge, Trevor Sai Louie, Allison Strickett, Aleni Tufuga, Andy Wong, Helene Wong

Einige Menschen schmücken sich mit ihnen, andere hingegen betreiben einen religiösen Kult. Für viele sind Tattoos jedoch nichts weiter als ein Warnzeichen und gleichbedeutend für den schlechten Geschmack des Gegenüber. Abseits bedeutungsloser Phrasen, die in chinesischer Schrift auf der eigenen Haut angebracht werden, existierten Kulturen, deren Religion und Ansehen sich auf jene Dinge stützt, die den Körper einer Person schmücken. Wo die Kunst der körperlichen Bemalung lange Zeit ein tristes Dasein in schummrigen Räumen fristete, die weit ab von der Bedeutung "sauber" existierten, zeichnen sich Tattoos in der europäischen und amerikanischen Welt durch einen gereiften Coolnessfaktor aus, der Jugendliche immer wieder vor die Wahl der elterlichen Erlaubnis stellt. Doch neben aller Schönheit bleibt die Unvergänglichkeit. Die Tatsache, einen Moment, eine Person oder einen Gedanken bis zum Tode auf dem eigenen Körper zu tragen, selbst dann, wenn die Sympathie bereits längst erloschen ist.

Jake ist ein gebranntmarktes Kind, musste er für sein erstes Tattoo doch schreckliche Qualen erleiden. In einer religiösen Familie christlichen Glaubens aufgewachsen, war es sein Vater, der zur Entfernung jenes Zeichens drängte, das sich in Form eines Pentagrams auf der Haut des Minderjährigen niederließ. Es war das Ende einer Familie. Blake floh, bereiste die gesamte Welt, sammelte hier und da ein neues Tattoo, immer auf der Suche nach außergewöhnlichen Motiven. In der heutigen Zeit versucht er Menschen mit seiner Kunst zu heilen, die einem festen Glauben verfallen sind, Tinte und Nadel könnte böse Geister verjagen, ja sogar Krankheiten heilen. Trotz fester Zusage der Besserung erliegt das Kind eines Kunden wenig später seinem Leiden. Erneut befindet sich Blake auf der Flucht und stößt nach Neuseeland vor, um die traditionelle Form der samoanischen Körperkunst zu erlernen, nur um schon bald dem Fluch eines Geistes zu erliegen, der alle zukünftigen Kunden ins Reich der Toten befördert.

Mit sechs Stichpunkten und der TV-Beheimatung in seiner Filmografie konnte Regisseur Peter Burger wahrlich nicht viel vorweisen, als ihm durch Produktionsfirma Eyeworks Touchdown der Zuschlag für den Regieposten erteilt wurde. Dennoch bot sich dem Neuseeländer die Chance, The Tattooist auf Basis eines Drehbuches von Jonathan King zu inszenieren, der spätestens seit seiner Buch- und Regiearbeit zu Black Sheep keine unbekannte Größe im Genre mehr sein dürfte. Ab vom Splatter, hin zum Mysterie-Kino heißt die Devise. Wobei in diesem Fall auch gut und gerne auf Elemente genrefremder Kost aus Hollywood zurückgegriffen wurde. Man merkt dem Drehbuch die Nähe zur asiatischen Kultur deutlich an, strotzt es doch nur vor präsenter Anleihen des berühmt-berüchtigten Geisterfilms aus östlichen Landen, deren Gattung in den letzten Jahren unrühmliche Bekanntheit durch diverse Verfilmungen amerikanischer Filmstudios erlangten.

So beginnt The Tattooist auch in Singapur, wo Jake, gespielt von Jason Behr, seine Einführung findet, den Zuschauer für die kommenden 90 Minuten Lauflänge begleitend. Das Portfolio des Amerikaners enthält mit The Grudge und Skinwalkers zwei bereits veröffentlichte Horrorfilme, weshalb sein Auftritt nicht verwundert. Auffällig ist das unbestimmte Wanken zwischen den Genres. Das vorliegende Abenteuer versteht sich als Schmelztiegel der Kulturen, führt es doch europäische, asiatische und australische Wurzeln an. So fällt die Entscheidung auf eine bestimmte Richtung schwer. Überraschend abwechslungsreich - bot die aus Europa und Amerika stammende Filmkost doch zuletzt reichlich Blut für geneigte Filmfans, die weniger auf subtile Art und Weise auf den eigentlichen Horror aufmerksam machte. Den Wink mit dem Zaunpfahl sucht man dabei vergeblich, was The Tattooist aus der schieren Masse vergleichbarer Titel hebt.

Bei Anhängern des bunten Körperkults sammelt das Werk von Burger bereits rein thematisch Pluspunkte, wird die Haut der Kunden im Film doch mehr als einmal durchstochen und mit wilden Mustern geschmückt. Natürlich ist Hauptdarsteller Behr dabei nie selbst am Werke. Eine wesentlich umfangreichere Herausforderung ist es hingegen, das normale Publikum von sich zu überzeugen. Auf einer Messe lässt Blake ein antikes Werkzeug in seine Taschen gleiten, von dessen Kraft er in diesem Moment noch nichts ahnt. Erst, als die spitzen Nadeln durch einen Zufall in seine Haut rammen, scheint das Übel seinen Lauf zu nehmen, blutet die Wunde doch unentwegt weiter. In Spiegeln warten plötzlich dunkle Gestalten auf den verwirrten Mann, der sich in seiner Not ausgerechnet an den Eigentümer der Instrumente wendet. Fortan ist jede Person, die ein Tattoo von dem Weltenbummler erhält, zum schändlichen Tode verbannt. An dieser Stelle greift die aus Asien bekannte Thematik, die sich auf Geister, Mythen und Religion stützt. Es ist ein befremdliches Bild, das sich dem Zuschauer offenbart. Dennoch weiß das frische Szenario, das es in dieser Form bisher nicht gab, zu überzeugen.

Die Spannung hebt sich in einer kontinuierlichen Kurve an, immerwährend durch dramatische Anleihen unterbrochen, wenn die Erwartung ihren Siedepunkt erreicht. Diese Handhabung tut der Unterhaltung jedoch keinen Abbruch, es wirkt vornehmlich stärkend, da die Charaktere in ihren Facetten erläutert werden können. Zum sonst so uneinheitlichen Bild des Films passt die Einstreuung fremder Elemente des Jugendfilms, was The Tattooist stellenweise an einen neuen Ableger der The Fast and the Furios Reihe erinnern lässt. In dieses Muster reiht sich dann auch die musikalische Untermalung, welche sich gegen jedwede Konventionen sträubt und abwechselnd auf harte Beats und orchestrale Noten setzt. Zwischen all diesen Elementen springt Behr von einem Strang zum anderen, langsam erahnend, was es mit dem mysteriösen schwarzen Wesen, das in spiegelnden Oberflächen auf ihn wartet, auf sich hat. Von einem reinen Horrorfilm zu sprechen wäre mit Sicherheit der falsche Weg, schließlich bediente sich Jonathan King bei der Erschaffung des Drehbuches in allen Farbtöpfen, was der Vielschichtigkeit zugute kommt.

Ohne jeden Makel gestaltet sich das Gesehene trotz aller positiven Aspekte nicht. Viele Nebenstränge sind reine Staffage, bleiben undefiniert und fügen sich nicht ohne bleibende Schäden in das Gesamtbild der Produktion ein. Dem sonst so auf Coolness bedachten Ambiente wird durch das äußerst kitschig anmutende Finale die Glaubwürdigkeit entrissen, ein deutliches Durchscheinen des geringen Budgets bei effektlastigen Szenen inbegriffen. Was The Tattooist auszeichnet ist die willkommene Abwechslung im Genre, die Wiederfindung verloren geglaubter Tugenden, die sich gemächlich durch den Film ziehen. Es ist das exotische Verhältnis zwischen Kultur und Glaube, das zur Etablierung des frischen Szenarios beiträgt. Trotz kleiner Schwächen, die sich in seiner Sprunghaftigkeit manifestieren, behält The Tattooist das Wesentliche im Auge, und es ist schließlich der wichtigste Aspekt für die Motivation: Abwechslungsreiche Unterhaltung, die zu begeistern versteht, jedoch schnell aus dem Gedächtnis schwindet.

>> verfasst von Torsten Schrader

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