Moviebase Burrowers, The

Burrowers, The
Burrowers, The

Bewertung: 65%

Userbewertung: 70%
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Originaltitel: The Burrowers
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 22.04.2010
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 98 Minuten
Studio: Blue Star Pictures / Savoy Film
Produktionsjahr: 2008
Regie: J.T. Petty
Drehbuch: J.T. Petty
Darsteller: Alexander Skarsgård, Clancy Brown, Doug Hutchison, Laura Leighton, William Mapother, Sean Patrick Thomas, Robert Ri'chard, Karl Geary, Jocelin Donahue, Tatanka Means, David Midthunder, Christopher Hagen, Hannah Rodananta, Brighid Fleming

Warum gibt es eigentlich so wenige Filme, die die klassischen Genres Western und Horror miteinander verquicken? Die stets ambivalente, latent gewalttätige Atmosphäre der endlosen und staubigen Weiten im Westernfilm bietet sich als Plattform für übernatürliche oder phantastische Ereignisse doch geradezu an. Abgesehen von gänzlich obskuren Ausflügen wie "Billy The Kid Vs. Dracula" aus dem Jahr 1966 könnte man mit zugedrückten Augen noch den zweiten Teil der "House"-Serie als Beispiel durchgehen lassen. Ein aktueller Vertreter eines solchen "Mash-Up" der Genres ist J.T. Pettys "The Burrowers". In diesem Horror-Western macht sich eine Gruppe von Outlaws auf die Suche nach einer Familie, die scheinbar von Indianern entführt wurde. Dass es sich bei den Entführern keineswegs um amerikanische Ureinwohner handelt, wird dem Suchtrupp bald auf blutige Art und Weise bewusst...

Regisseur Petty nutzt die typischen Versatzstücke des Westerns gekonnt aus, um von Anfang an eine bedrohliche, düstere Stimmung zu erschaffen. Auch ohne übernatürliche Schrecknisse wirkt diese, im Dakota des Jahres 1879 angesiedelte Filmwelt brutal und abweisend: Scheinbar ständig sind die Figuren vor möglichen Überfällen oder anderen gewalttätigen Zusammenstößen auf der Hut, niemand traut niemandem. Besonders der Hass und das Misstrauen gegenüber den Indianern prägt das Denken und Handeln der Charaktere. In diese angespannte Atmosphäre platzt wortwörtlich eine unheimliche, blutgierige Macht, die zunächst einmal durch ihre Fortbewegungsart charakterisiert wird: The Burrowers, "die Wühler". Ob es sich dabei um einen weiteren Indianer-Stamm oder eine Art von Tieren handelt, wundern sich die Cowboys. Beides erweist sich natürlich als falsch...

Denn, soviel kann getrost verraten werden, hinter dem unheilvollen Namen verbergen sich verfressene, bösartige Kreaturen, die ihre Opfer auf ganz besonders scheußliche Art aus dem Leben befördern. Lange scheut sich Petty davor, seine "Hauptdarsteller", die Monster, tatsächlich zu zeigen, und wie so oft stellt sich mit dem Zeitpunkt ihres vollständigen Erscheinens eine leichte Enttäuschung ein. Nichtsdestotrotz ist das Design der widerlichen Viecher in Bezug auf ihre Bewegungen und äußeren Merkmale grundsätzlich gelungen; dabei erinnern sie in ihrer optischen Fusion aus Reptil und Wurm stark an die Kreaturen aus den Novellen H.P. Lovecrafts. Auch thematisch berührt "The Burrowers" lovecraftsche Elemente: Der Regisseur versucht, neben dem offensichtlichen Horroraspekt, eine zynische, politische Parabel auf Rassismus und Xenophobie einzuweben, was allerdings nur bedingt funktioniert. Wie bei Lovecraft geht es hier nämlich um die Angst vor dem Unbekannten, die die weißen Siedler im Falle der Indianer zu bestialischen Gräueltaten verleitet - im Falle der "Burrowers" bringt sie diese jedoch im wahrsten Sinne des Wortes unter die Erde. Komplett durchdacht wirken die Bestrebungen, dem Film eine "Botschaft" zu verleihen nicht, der Versuch ist dennoch lobenswert.

Was den Look, die Grundidee und auch die Schauspieler angeht, lässt "The Burrowers" nur wenig Raum für Kritik. Der Film krankt einzig an einer etwas ziellosen Handlung, die es nicht versteht, die aufgebaute Spannung durch effektvolle Schockszenen eskalieren zu lassen. Die Begegnungen mit den "Wühlern" sind immer wieder gleich: Es wird herumgeschrien, hektisch geballert und geflucht. Auch das Finale enttäuscht mit einer recht simplen, vermeintlichen Lösung des Monster-Problems. Ein witziger Kniff der Story ist allerdings, dass nur ein irischer Einwanderer die vom Hass gegen die Indianer geblendeten Amerikaner von ihrer Heimsuchung erlösen könnte, wenn sie ihn denn nur ließen...  

"The Burrowers" ist ein gelungenes Creature-Feature, das vor allem an seinen eigenen hohen Ansprüchen scheitert. Ein spannender Western-Monster-Plot soll nebenbei mit Kolonialismus- und Rassismuskritik verquickt werden: Das gelingt Regisseur Petty nur teilweise, man kann aber durchaus von "Scheitern auf hohem Niveau" sprechen. Denn das letztliche Resultat weiß auch trotz einiger Schwächen zu gefallen und lässt den Ruf nach mehr Horror-Western lauter werden. Hollywood hat den Ruf scheinbar schon vernommen und schickt noch in diesem Jahr die Hochglanz-Produktion "Jonah Hex" ins Rennen. Wir sind gespannt.

>> verfasst von Tim Lindemann

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