Moviebase Splinter

Splinter
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Bewertung: 60%

Userbewertung: 76%
bei 58 Stimmen

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Originaltitel: Splinter
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 23.04.2009
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 18
Lauflänge: 85 Minuten
Studio: Indion Entertainment / Ascot Elite
Produktionsjahr: 2008
Regie: Toby Wilkins
Drehbuch: Ian Shorr, Kai Barry, Toby Wilkins
Darsteller: Shea Whigham, Paulo Costanzo, Jill Wagner, Charles Baker, Rachel Kerbs, Laurel Whitsett

Eine Gruppe von Menschen verschanzt sich in einem Gebäude, während draußen das Böse lauert. Diese Situation von Gefahr und Isolation wurde immer wieder in Filmen aufgegriffen. In George A. Romeros Klassiker „Night Of The Living Dead“, der Geburtsstunde des modernen Zombiefilms, verharren die Protagonisten etwa in einem Farmhaus, um dem Blutdurst der Untoten zu entgehen. Doch das Topic ist nicht allein auf den Horrorfilm beschränkt. Auch in anderen Genres spielt es eine entscheidende Rolle. In Howard Hawks Western-Meisterwerk „Rio Bravo“ müssen ein Sheriff (John Wayne), ein Jungspund, ein Alkoholiker und ein Krüppel ein Gefängnis gegen eine Gangsterbande verteidigen, bis Hilfe in Form des Marshalls und seiner Männer eintrifft. Niemand Geringeres als John Carpenter inszenierte 1976 ein Remake von „Rio Bravo“, wobei er die Handlung in die Gegenwart verlegte. Das Ergebnis ist einer der besten Actionfilme der 70er Jahre: „Assault - Anschlag bei Nacht“. Man sieht, aus der Ausgangslage lässt sich eine Menge rausholen. Doch mittlerweile wurde der Plot bereits so oft verwendet, dass es inzwischen in der Regel mehr bedarf, als ihn einfach noch ein weiteres Mal zu kopieren.

2008 hat Frank Darabont mit seiner Stephen King-Verfilmung „Der Nebel“ gezeigt, wie das geht. Die Bewohner einer Kleinstadt versammeln sich im örtlichen Supermarkt, während draußen ein tödlicher Nebel aufzieht. Dabei würzt Darabont seine nur auf den ersten Blick banale Handlung mit spannenden Gesellschaftstheorien und bissiger Religionskritik. Der Brite Toby Wilkins verzichtet in seinem blutigen Horror-Thriller „Splinter“, in dem sich zwei Paare vor einem tödlichen Parasiten in eine abgelegene Tankstelle flüchten, hingegen auf jeglichen Subtext. Damit ist sein Film eigentlich dazu verdammt, als weiterer bedeutungsloser Abklatsch in die Analen einzugehen. Doch überraschenderweise ist das nicht der Fall. Der fiese Low-Budget-Streifen punktet mit einer intensiven Atmosphäre und einigen netten Einfällen. Damit qualifiziert er sich, auch wenn er keinen Preis für Originalität gewinnen wird, auf jeden Fall für den nächsten DVD-Abend. Das sahen die Macher der amerikanischen „The Grudge“-Serie übrigens ganz ähnlich: Sie haben Wilkins die Regie für den dritten Teil der Reihe übertragen.

Eigentlich wollten Seth (Paulo Costanzo) und Polly (Jill Wagner) ihr Jubiläum campend verbringen und Sex unter freiem Himmel haben. Doch eine gebrochene Zeltstange macht ihnen einen Strich durch die Rechnung. Auf der Suche nach einem Motel gerät das Paar in die Fänge des gesuchten Kriminellen Dennis Farell (Shea Whigham) und seiner drogensüchtigen Freundin Lacey (Rachel Kerbs). Doch es kommt noch schlimmer. Bei einem Tankstopp stolpert Lacey auf der Toilette beinahe über einen übel zugerichteten Leichnam, aus dem merkwürdige Splitter herausragen. Offensichtlich hat ein unbekannter Parasit die Kontrolle über den leblosen Körper übernommen und ist nun auf der Suche nach weiteren Wirten. Fieberhaft versuchen die nun in der Tankstelle Eingeschlossenen ein Mittel gegen den Parasiten zu finden. Aber das ist alles andere als einfach. Vor allem weil sich bald zwei von ihnen selbst mit dem Schmarotzervirus infizieren...

Die Handlung ist alles andere als neu. Dazu passt leider auch das genretypische Personenpersonal, das einen nicht gerade vom Hocker reißt. Dem ängstlichen Biologiestudenten Seth und der draufgängerischen Polly gelingt es nicht, das Publikum für sich einzunehmen. Dafür sind die beiden Figuren trotz ansprechender Leistungen der Darsteller einfach nicht spannend genug. Ähnliches gilt für Farell, bei dem allerdings noch erschwerend hinzukommt, dass er im Verlauf der Story eine gänzlich unglaubwürdige Wandlung durchmacht. Er ist zu Beginn einfach zu sehr Psychopath, um am Schluss plötzlich als Good Guy durchzugehen. Ein weiblicher Sheriff (Laurel Whitsett), der der Tankstelle zwischendurch mal einen kurzen Besuch abstattet, verhält sich dabei übrigens bedeutend dümmer, als die Polizei erlaubt.

Doch trotz dieser Schwächen offenbart „Splinter“ an vielen Stellen echte Gänsehautqualitäten. Es gibt einige geschickt angelegte Spannungsmomente, die den Puls ordentlich in die Höhe treiben. Etwa wenn Seth sich mit Eiswürfelsäcken abkühlt und seine Körpertemperatur dann eine bestimmte Gradzahl nicht mehr übersteigen darf, weil ihn sonst der Parasit entdecken würde. Besonders gelungen sind auch die Kreaturen-Effekte, denen man deutlich anmerkt, dass Regisseur Wilkins seine Karriere als Visual-Effects-Designer („Rush Hour 2“, „Red Dragon“, „Scooby Doo 2“) begonnen hat. Zwar ist den Effekten das niedrige Budget anzumerken, da schnelle Schnitte und Supernahaufnahmen das Geschehen bestimmen. Weniger erschreckend wirken die Kreaturen deshalb aber nicht. Besonders die zahlreichen Knochenbrüche jagen einem wohlige Schauer über den Rücken. Als nettes Gimmick erweist sich auch, dass nicht nur ganze Körper, sondern auch einzelne Körperteile von dem Parasiten befallen werden. Zwar gibt es seit dem Zombiepenis in Brian Yuznas „Beyond Re-Animator“ nichts mehr, was es nicht gibt. Dennoch haben die angriffslustigen Hände und zerborstenen Unterarme, die in „Splinter“ ein Eigenleben entwickeln, ihren ganz speziellen Charme.

>> verfasst von Marcel Clerici

70%
wizing
geschrieben am 09.03.2010 um 17:00 Uhr
From Dusk Till Dawn trifft Dawn of the Dead :-).Endlich mal eine positive Überraschung nach dem Massen an Schund die der Horrorkenner in den vergangenen Jahren über sich ergehen lassen musste. Das Setting und die "unscharfe" Bedrohung lassen tatsächlich Spannung aufkommen und gerade das Monsterdesign finde ich einfach fantastisch.
100%
Hilde
geschrieben am 13.05.2009 um 10:00 Uhr
Nach der ersten Szene ahnte ich schlimmes, doch der Film hat mich echt komplett überzeugt. Die Story ist einfallsreich und der Film schockt ganz ohne die wirklich ganz großen Special Effects. Unbedingt anschauen!
100%
srgeo
geschrieben am 11.05.2009 um 00:00 Uhr
Ich fand den Film sehr gut. Wo andere Horrorfilme eine komplexe Story zu konstruieren versuchen, alla Saw, damit das Ende auch ja Spektakulär wird, überzeugt dieser Film durch seine Schlichtheit. Eine einfache Geschichte, die man den Darstellern auch abkauft ohne, dass der Film an Spannung verliert. Sehr gute Special Effects für einen Low Budget Film. Darsteller und Kameraführung sind der Beweis, dass man nicht die großen Namen braucht um einen guten Monsterhorrorfilm zu machen. Zu Recht mit vielen Preisen ausgezeichnet.
90%
Jonny
geschrieben am 27.04.2009 um 21:00 Uhr
Nach so vielen Horrofilmflops endlich mal wieder ein einfacher und trotzdem guter Horrofilm! Zuerst dachte ich wir hätten den nächsten Horrofilmflop vor uns als ich dier erste Szene des Films sah, in der schon stark zu sehen ist, dass es sich um einen Low-Budget Movie handelt. Aber nach den ersten Minuten merkt man es dem Film einfach nicht mehr an und die Idee mit dem Parasiten sorgt für einige schöne Szenen und dem warscheinlich besten Monster, dass ich seit langem gesehen habe.Wer also einfach mal wieder einen stinknormalen Horrorfilm sehen will der einfach spannend ist sollte sich "Splinter auf jeden fall ansehen!!!
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