Bei diesem Schocker bekam selbst Horror-Meister Stephen King kalte Füße

Eigentlich könnte man meinen, dass ein Autor, der die Horror-Landschaft der letzten vierzig Jahre so geprägt hat wie er, abgehärtet sein müsste. Wie sich herausstellt, bekommt es aber selbst ein alter Genre-Hase wie Grusel-Altmeister Stephen King dann und wann noch mit der Angst zu tun.

Über die sozialen Medien gibt King immer mal wieder persönliche Film- und Serien-Geheimtipps (etwa zur gruseligen Netflix-Serie Marianne) zum Besten. Mit Filmemacher- und Horror-Kollegen Eli Roth hat er nun aber über einen Film gesprochen, der ihn so richtig schockiert und verängstigt hat:

The Blair Witch Project! Mit ihrer clever in Szene gesetzten Geschichte über die Hexe von Blair legten Daniel Myrick und Eduardo Sanchez 1999 den Grundstein für den heutigen Found Footage-Horror, der noch Jahre später nachklingen und sich in Genre-Kollegen wie Paranormal Activity oder Cloverfield wiederfinden sollte. Aber nicht nur die Optik machte ihren Horror-Thriller revolutionär.

Genialer Schachzug: Die Darsteller waren vermeintlich tot. ©StudioCanal

Ein revolutionäres Stück Horrorkino

Durch den dokumentarischen Stil und die begleitende Marketingkampagne konnten Zuschauer den Eindruck gewinnen, die Studenten Heather (Heather Donahue), Mike (Michael C. Williams) und Josh (Joshua Leonard) seien wirklich in den Wäldern nahe Burkittsville verloren gegangen!

Lange bevor der Film letztlich durch Artisan Entertainment (ging später in Lionsgate Films über) aufgekauft wurde, teilten die Filmemacher während ihrer ersten Festival-Auftritte Flyer aus, auf denen sie um Mithilfe und Informationen zu „den vermissten Personen“ baten. Erste Poster zu The Blair Witch Project ahmten Fahndungsplakate nach.

Perfekt gemacht wurde die Strategie durch die begleitende Webseite (blairwitch.com), auf der man Polizei-Berichte und vermeintliche Zeugenaussagen, Newsbeiträge und Details zur urbanen Legende der Blair Hexe finden konnte. All das funktionierte so gut, dass die Darsteller im ersten Jahr nach der Veröffentlichung als „vermisst, mutmaßlich tot“ gelistet wurden.

Dazu fertigten Myrick und Sanchez mit Curse of the Blair Witch noch eine eigene Mockumentary an, die am 12. Juli 1999 parallel zum amerikanischen Kinostart ausgestrahlt wurde und die Meinung, es handle sich um echtes Material, noch verstärkte. Der Rest ist (250 Mio. Dollar schwere) Geschichte.

Zuschauer sollten bei der Suche helfen. ©StudioCanal/Haxan/Lionsgate

Zu unheimlich für Stephen King

Und auch Stephen King erlag anfänglich der dadurch erzeugten Wirkung: „Das erste Mal, als ich The Blair Witch Project sah, lag ich gerade im Krankenhaus und war total zugedröhnt. Dann kam mein Sohn mit einer VHS-Kassette an und meinte, ‚Das musst du unbedingt sehen!‘ Nach der Hälfte der Zeit sagte ich, ‚Mach das aus, das ist mir viel zu verrückt.'“

Jahre später (diesmal nüchtern) holte er die Sichtung nach und zählt The Blair Witch Project heute zu seinen liebsten Horrorfilmen: „Alles wirkt so verdammt real. Und gerade weil das so ist, fühlt sich der gesamte Film wie ein einziger Albtraum an, aus dem man nach Luft schnappend und weinend, aber schließlich erleichtert aufwacht, weil man feststellt, dass das erdrückende Gefühl, lebendig begraben zu werden, von der Katze herrührt, die sich im Schlaf auf dir niedergelassen hatte.“

Das Sequel von 2016 rief gespaltene Reaktionen hervor. ©StudioCanal

Neuer Stephen King-Horror – schon diese Woche

Und seine Aussagen hätten vermutlich zu keinem besseren Zeitpunkt eintreffen können. Noch diese Woche, am 04. April, startet auf Apple TV seine neue Serie Lisey’s Story, die King ganz persönlich am Herzen liegt. Denn es ist seine persönlichste, laut eigenen Aussagen sogar beste Geschichte. Darum steuerte er diesmal nicht nur Ratschläge, sondern alle Drehbücher zur Miniserie bei.

Bereits lange vor seinem Tod hat Scott Landon (Clive Owen aus Gemini Man, Children of Men), ein hochangesehener Romanautor, für seine Frau (Moore) eine Spur mit Hinweisen ausgelegt, die sie immer tiefer in seine von Dämonen bevölkerte Vergangenheit führt. Stück für Stück werden sorgsam verdrängte Erinnerungen in ihr wach: an eine andere Welt, die sie mit Scott besucht hat, tagsüber ein märchenhaftes Paradies, während nachts überall das Böse lauert.

Ob Scott dort auf sie wartet, damit sie ihn ins Leben zurückholt? Plötzlich tritt ein Verrückter auf den Plan, der sich Zack McCool nennt und es auf Scotts schriftstellerischen Nachlass abgesehen hat. Und um seine Forderungen zu bekräftigen, verletzt er Lisey auf bestialische Weise…

Bedrohlich: Hier stimmt etwas nicht! ©Apple TV

Geschrieben am 01.06.2021 von Torsten Schrader
Kategorie(n): News



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