Chatlog – Michael Rösch und Peter Scheerer Live Chat

Der Chatlog zum LiveChat. Um 15 Uhr war es heute endlich soweit: Peter Scheerer und Michael Rösch standen im Chat zur Verfügung. Bereitwillig beantworteten Michael und Peter alle Fragen. Die informative Tour durch die Filmwelt, voller interessanter Fragen zu ihren Projekten, und das ein oder andere Details aus ihrem Privatleben, haben wir Euch in einem Chatlog zusammengefasst, den man sich im Inneren ansehen kann. Unseren Usern möchten wir für die Fragen und ihr Erscheinen danken. Nun viel Spaß beim Schmöckern!

Frage: In welche Richtung geht Brotherhood of Blood?

PETER SCHEERER: Da es Low Budget war, haben wir erst garnicht versucht ein zweites Blade oder Underworld zu drehen.



Frage: Arbeitet Ihr gerne in diesem Gernre oder würdet Ihr auch gern mal eine andere Art von Film machen?

PETER SCHEERER: Horror ist ein sehr interessantes Genre. Und wenn man nur ein begrentztes Budget hat kann man trotzdem interessante Dinge machen

MICHAEL ROESCH: BROTHERHOOD ist ein Vampirfilm, in dem wir in eine andere Richtung gegangen sind, mit verschiedenen Zeitebenen und einer interessanten Struktur.

Frage: Wird Brotherhood of Blood in die Kinos kommen?




PETER SCHEERER: Gerade sind wir mit Brotherhood im Schnitt, dann kommt der Ton usw. Wir hoffen, dass er im Herbst fertig wird und auch (klein aber fein) in die Kinos kommt.

Frage: Wann kommt der Trailer?

PETER SCHEERER: Frage nach dem trailer ist eine gute Frage …. Wir hoffen möglichst bald (realistisch aber wohl irgendwann im Sommer). Nach möglichkeit soll der Trailer auch gut aussehen – und das dauert einfach…

Frage: Bei wem liegen die House of the Dead 2 Rechte




MICHAEL ROESCH: Die Rechte liegen bei Lions Gate, SciFi hatte sie nur für die US-TV-Rechte gekauft. Lions Gate wird den Film sicher auch bald nach D verkaufen.



Frage: Was haltet ihr von dem Splendid Deal über Bloodrayne?

MICHAEL ROESCH: Das könnte recht gut werden, zumal Splendid einen Deal mit Fox hat, worüber sie den Film hoffentlich ins Kino bringen.

Frage: Wie wird die Story von Brotherhood of Blood aussehen?

MICHAEL ROESCH: Der Film erzählt von einer Gruppe von Vampirjägern, die zwischen die Fronten eines Kampfes kommen, der zwischen den Vampiren und einem 800 Jahre alten Dämon tobt.

Frage: Ein paar Infos zu diesem Vampir?

MICHAEL ROESCH: Selbst die Vampire fürchten den Dämon, Vlad Kossei. Vor 800 Jahren konnten sie
ihn besiegen, doch nun ist er zurück, um Rache zu nehmen.

Frage: Welche Rollen übernehmen Sid Haig und Ken Foree



MICHAEL ROESCH: Sid haig spielt Pashek, einen über 1000 Jahre alten Anführer der Vampire. Es ist Sid´s erste Rolle als Vampir. Ken spielt Stanis, einen Vampir der von der Vampirjägern gefangen und gefoltert wird.

Frage: Wieviel hat Bloodrayne letztendlich eingespielt?

PETER SCHEERER: Bloodrayne ist in den Kinos wahrlich gefloppt – aus vielen Gründen. Wenn er
aber auf DVD ähnlich erfolgreich läuft wie Alone in the Dark spielt er seine Produktionskosten locker wieder ein.



MICHAEL ROESCH: Eines der Probleme war auch, das der Vertrieb, Romar, unterschätzt hatte, das noch so viele starke Filme von Weihnachten in den Kinos waren. Deshalb konnten nur 900 statt 2000 Kinos gebucht werden.




Frage: Die ersten BoB Bilder wirken sehr körnig. Wird dieser Filter im ganzen Film eingesetzt? In welchem Format wurde gedreht?

MICHAEL ROESCH: Wir haben für verschiedene Zeitlevel im Film verschiedene Looks bzw. Körnungen. Digital (Cinealte – die Kamera, die auch bei Sin City und Star Wars benutzt wurde).

PETER SCHEERER: Die Kamera ist ein Riesenteil und recht schwer – unser Kamera-Operator war am Abend ziemlich fertig. Und die Kamera kostet mehr als ein Porsche 911 – ein komisches Gefühl, wenn man die auf der Schulter hat.




Frage: Wurde am House of the Dead 2 Drehbuch etwas abgeändert, was Euch gestört hat?

PETER SCHEERER: Wenn man ein Drehbuch fertig hat und übergibt es dem Regiseur, so ist es automatisch sein Drehbuch und er kann damit tun und lassen, was er will – und das tut er dann auch.

Frage: Kann man Euch Drehbücher schicken?



MICHAEL ROESCH: Zur Frage Drehbücher schicken: Wir dürfen als Drehbuchautoren keine Ideen oder Drehbücher durchlesen, die uns Dritte schicken. In Hollywood gehen solche Dinge nur über Agenturen, um Klagen zu vermeiden.

Frage: Sied Ihr für beide Drehbücher verantwortlich gewesen? – HotD

PETER SCHEERER: Wir fanden die Story von HOTD 1 auch nicht berauschend. Das war wohl auch der Grund, warum sie uns angeheurt haben um den 2. Teil zu schreiben.

MICHEL ROESCH: Nein, Teil 1 wurde von Mark Altman und Dave Parker geschrieben. Beim ersten Teil haben wir nur im Produktionsteam mitgearbeitete. Teil zwei wurde der erste Draft von uns geschrieben, und später von Mark Altman überarbeitet.

Frage: Gebt Ihr eure Drehbücher ungern aus der Hand?

PETER SCHEERER: Da die Drehbücher in der Regel auftragsarbeiten waren (wo teilweise die Story vorgegeben war) war es erstaunlich einfach das Drehbuch aus der Hand zu geben. Wir haben die Erfahrung gemacht, das die Drehbücher immer abgeändetr werden. Deshalb werden die meisten Autoren auch später Regisseure. So wie wir jetzt mit BROTHERHOOD OF BLOOD.

Frage: Wie habt Ihr Uwe Boll kennengelernt?

MICHAEL ROESCH: Zur Frage Kontakt mit Uwe: Wir haben ihn auf der Berlinale kennengelernt, und sind Freunde geworden. Wir haben später ein Drehbuch für ihn geschrieben, für einen Actionfilm, bei dem aber die Finanzierung geplatzt ist, so das der Film nie gedreht wurde. Uwe und den Produzenten hat aber das Drehbuch gefallen, so das sie uns später wieder engagiert haben.



Frage: Wie war die Zusammenarbeit mit Sid Haig?

MICHAEL ROESCH: Sid ist klasse. Er ist ein sehr guter Schauspieler, perfekt vorbereitet. Und auch sehr nett.

Frage: War es aufregend, einen Film in den USA zu machen?

MICHAEL ROESCH: In Hollywood zu arbeiten war (und ist) für uns sehr spannend! Und kein Vergleich mit deutschen Produktionen. Man hat viel mehr Geld, viel mehr Möglichkeiten, viel mehr Schauspieler zur Auswahl.

Frage: Sind die Vampire in BoB nach bekanntem Muster gestrickt?

PETER SCHEERER: UNsere Vampire folgen (natürlich) den alten Gesetzten. Allerdings ergeben sich in unserem Film manche Probleme überhaupt nicht, da er in einer einzigen Nacht spielt und weder Kreuze noch Knoblauch in der Nähe sind.




Frage: Beim Drehbuchschreiben habt ihr doch sicherlich unterschiedliche Meinung. Was macht ihr dann?

PETER SCHEERER: Wir diskutieren unterschiedliche Meinungen. Es ist eher ein Vorteil zu zweit zu sein. Wenn wir bei einem Thema längere Zeit unterschiedlicher Meinung sind wissen wir, dass wir es mit einem ganz neuen Ansatz versuchen müssen.

Frage: Wegfall der Medienfonds: Eure Meinung?

MICHAEL ROESCH: Wegfall der Medienfonds: Ein Problem für die Filmbranche. Es wäre besser, wenn neue Fonds erlaubt würden, aber nur, wenn diese auch in D drehen und so Arbeitsplätze schaffen.

Frage: Ist Hollywood wirklich so groß?

PETER SCHEERER: Ehrlich gesagt ist Hollywood ein Dorf. Wenn man regelmäßig da ist ist es schon erstaunlich wen man alles selbstverständlich trifft.

PETER SCHEERER: Die Leute in Hollywood sind erstaunlich professionell und arbeiten ziemlich hart. Eine „normale“ Hollywood-Party endet gegen 22.00 Uhr



Frage: Was habt Ihr vorm Schreiben gemacht?



MICHAELROESCH: Zu vorherigen Jobs: Wir waren im Journalismus/ Kino und in der Werbung.

PETER SCHEERER: Arbeitsaltag: Früh aufstehen – die Planung für den Tag durchgehen – zum Drehort fahren – Probleme lösen – mit Schauspielern über die Szene gehen – Probleme lösen – Ersten take drehen – probleme lösen – usw.

Frage: Wie sieht ein Drehtag aus?

MICHAEL ROESCH: So ein Drehtag umfaßt 14 bis 16 Stunden. Es ist erstaunlich anstrengend. Wenn man es selbst gemacht hat, weiß man die Leistung von Leuten wir Peter Jackson, die zwei Jahre am Stück gedreht haben, noch mehr zu schätzen.

Frage: Wer ist Euer großes Idol?

PETER SCHEERER: Ein großes Idol ist natürlich Spielberg. Wer uns ermutigt hat war aber auch Emerich. Der kommt aus unserer gegend und hat es mit zähigkeit ziemlich weit gebracht.

MICHAEL ROESCH: Spielberg ist wirklich ein Meister, einer der größten Geschichtenerzähler.

PETER SCHEERER: Man muß sich nur Spielbergs Bildsprache (vor allem in seinen Frühen Filmen) anschauen.

Frage: Was sagt ihr zu Filmemachern wie David Lynch?

PETER SCHEERER: Lynch: Ganz anders und natürlich auch ein Meister. Es ist lustig, aber wir haben in der Studiohalle gedreht in der gerade David Lynch seinen letzten Film (Inland Empire) abgedreht hat (wir haben sogar teile seines Sets benutzt. Hat ein cooles altes Haus nachgebaut).



Frage: Wie ernst nehmt ihr eine Szene

MICHAEL ROESCH: Zur Frage Szene vor Ort: Die Schauspieler sind in Hollywood extrem professionell. Aber beim Drehen ist es wirklich unspektulär. Man steht in Sperrholzkulissen. Aber es gilt die alte Regel: Auf Horror-Sets wird viel gelacht, auf Komödien-Sets ist es ernster.

Frage: Was sagt Ihr zu Filmen wie Saw oder Hoste, die trotz ihres geringen Budgets ordentlich Kasse machen?

PETERSCHEERER: Sehr gut. Es zeigt, dass man auch mit geringen Budget Erfolg haben kann. Allerdings sind die beiden Filme schon am oberen Ende von Low-Budget.

Frage: Sammelt Ihr DVDs?

MICHAEL ROESCH: DVD Sammlung: Sehr viele Filme, wird langsam unübersichtlich. Am liebsten schaue ich Filme im Kino (3 mal in der Woche bestimmt), DVD ist super, um Filme nachzuholen, und für die langen Flüge zwischen LA und Europa (12 Stunden!)




Frage: Sied Ihr bei euren Budgets etwas nervös, was hier an Geld verwendet wird?

PETER SCHEERER: Man ist natürlich nervös. Dann auch unser Budget zahlt man nicht aus der Portokasse. Und außerdem hat man einfach eine feste Summe und muß damit auskommen. Braucht man mehr Geld kann es sein, dass man es einfach nicht bekommt und hat am Schluß keinen Film.

Frage: Plant Ihr bei den Produktionen alles selbst?

MICHAEL ROESCH: Nein, das tolle am Hollywood-System (im Gegensatz zu vielen europäischen Produktionen) ist gerade, das alles sehr gut organisiert ist. Es gibt für alles Experten, die dann Vorschläge machen, über die man dann entscheiden muß.

Die Texte haben wir gekürzt. Die weiteren kleinen Details bleiben den anwesenden Usern vorbehalten.

Weitere interessante Fakten:
– House of the Dead 2 hat noch keinen deutschen Vertrieb.
– Brotherhood of Blood geht mehr in Richtung Horror, als es noch bei Alone in the Dark der Fall war.
– BoB wird mehr auf Story als auf Splatter setzen.
– Ein weiterer Film ist bereits in der Mache. Wieder Horror, jedoch ohne Zombies und Vampire. Eher im ruhigen Stil ala The Grudge.
– BoB wird im Herbst bzw. Winter in die deutschen Kinos kommen.

Vielen Dank an Michael und Peter für Ihre Zeit

Geschrieben am 25.02.2006 von Torsten Schrader
Kategorie(n): News


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