Die Mumie: So chaotisch lief es hinter den Kulissen von Universals Dark Universe!

Universals klassische Monster-Ikonen unter dem Dach eines gemeinsamen Film-Universums im Stile von Marvels MCU vereint zu sehen, klang fast zu schön, um wahr zu sein. Und im Grunde war es das auch. Denn am Ende genügte schon ein einziger Kinoflop, um das auf wackeligen Füßen konstruierte Kartenhaus zum Einsturz zu bringen.

Dass Die Mumie mit Tom Curise in der Hauptrolle an den Kinokassen versagte, war aber offenbar nur die Spitze des Eisberges und das, was man nach außen hin sehen konnte.

Doch wie Shadow and Bone-Autor Eric Heisserer, in dessen Filmografie sich auch Arrival, Final Destination 5, Bird Box oder A Nightmare on Elm Street finden lassen, zu berichten weiß, der selbst am Aufbau des sogenannten Dark Universe, wie das Shared Cinematic Universe heißen sollte, beteiligt war, begannen die Probleme schon viel früher. Schuld seien ihm zufolge nicht die Filme gewesen, sondern die viel zu großen Egos der beteiligten Autoren und Regisseure, urteilt er.

Die Mumie war Anfang und Ende des Dark Universe ©Universal

Dark Universe: Ein Hühnerhaufen ohne klaren Kurs

Oft hätte er nur dagesessen und den Kopf geschüttelt. Ein sogenannter Writer’s Room soll Drehbuchautoren eigentlich bei der gemeinsamen Ideenfindung helfen und ihnen die Ausarbeitung einer übergreifenden Geschichte erleichtern, so wie es unter anderem bei Serienstaffeln, aber eben auch den heute so beliebten Shared Universes unabdingbar ist.

Schon hier hätte sich laut Heisserer abgezeichnet, was später auch im Kino ersichtlich wurde: Die Ideen waren zwar da, aber jeder Filmemacher wollte sein eigenes Süppchen kochen, ohne sich auf die Vorschläge der Kollegen und mögliche Querverweise, wie man sie aus dem Marvel-Universum kennt, einzulassen. Schnell stand für ihn deshalb fest: Das kann gar nicht funktionieren!

„Das war eine richtig merkwürdige Erfahrung“, blickt er im Gespräch mit The Playlist zurück. „Es waren so viele große Autoren und verschiedene Stimmen an einem Tisch versammelt, dass man sich auf nichts einigen konnte. Es erinnerte mich an die Besuche bei meinen Verwandten zu Thanksgiving, wenn mal wieder ein Streit untereinander ausbricht,“ resümiert Heisserer seine Zeit im Writer’s Room von Universals Dark Universe.

War ein voller Erfolg: Der Unsichtbare ©Universal

Van Helsing sollte sie alle töten

„Einige fragten: ‚Sollen unsere Monster immer die Bösewichte sein oder können sie auch Helden werden?‘ Schließlich sagte jemand, ‚Das können wir doch währenddessen entscheiden, wenn das Flugzeug schon gestartet ist.'“ Daraufhin hätten er und Jon Spaihts (Prometheus) sich nur ungläubig angesehen und eingeworfen: „Das ist eine fürchterliche Analogie! Wir wollen nicht an Bord dieses Flugzeuges sitzen. Was tun wir hier überhaupt?“

Letztlich nahmen beide die Situation aber mit Galgenhumor und pickten sich ein Projekt heraus, das kurzen Prozess mit den zum Scheitern verurteilten Filmen ihrer Kollegen machen konnte. „Unsere Motivation war sicherlich etwas fragwürdig, aber wir sagten dann zu uns selbst… ‚Weißt du was? Ich glaube nicht, dass irgendeiner dieser Filme funktionieren wird. Wieso nehmen wir uns also nicht einen Charakter [Van Helsing] vor, der die Monster aus den gescheiterten Filmen töten kann?'“

Doch dazu kam es bekanntlich nicht, denn nach gerade mal einem Film war das ursprünglich geplante Dark Universe auch schon wieder Geschichte. Zum Glück, muss man heute fast sagen, denn andernfalls hätte es Leigh Whannells gelungenen Der Unsichtbare in dieser Form nie gegeben. Außerdem darf man gespannt sein, was namhafte Filmemacher wie Ryan Gosling (Wolfman) oder James Wan (Van Helsing) aus ihrem persönlichen Universal-Monsterfilm machen!

Sollte kurzen Prozess mit den Monsterflops machen: Van Helsing. ©Universal

Geschrieben am 26.04.2021 von Torsten Schrader
Kategorie(n): News



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