Dune – Box Office: Sturzflug! Wie HBO Max das US-Einspielergebnis ruiniert

In Zukunft, genauer gesagt ab 2022, wird es sich Warner Bros. mit Sicherheit zweimal überlegen, welcher Film, der ursprünglich mal exklusiv für die große Leinwand bestimmt war, auf dem hauseigenen Streaming-Portal gleichzeitig Premiere feiert wie im Kino. Zu Beginn der Pandemie schien dieser Weg für das Studio noch der einzig logische zu sein – schließlich haben auch die beiden Mitbewerber Disney und Universal auf digitale Veröffentlichungen gesetzt.

Letztgenanntes Produktionshaus stieg in de USA bei einzelnen Produktionen, beispielsweise dem Musikfilm The High Note mit Dakota Johnson und dem Biopic The King of Staten Island mit Pete Davidson, sogar ganz auf VoD um, als sämtliche Lichtspielhäuser in den Vereinigten Staaten von Amerika im vergangenen Jahr dazu gezwungen waren, ihre Pforten vorübergehend zu schließen.

Anders als Warner haben Disney und Universal allerdings von Quartal zu Quartal entschieden, wie sie vorgehen wollen, was die nationale Herausgabe diverser Projekte betrifft.

Bislang der erfolgreichste Warner-Film des Jahres: Godzilla vs. Kong. ©Warner Bros.

Wieso Warner Bros. keinen Rückzieher mehr machen kann

Das zu Hause von diesjährigen Streifen wie Godzilla vs. Kong, Space Jam: A New Legacy und dem kommenden vierten Matrix-Kapitel Resurrections ging jedoch einen großen Schritt weiter und verriet Ende 2020, dass alle in diesem Jahr erscheinenden Kinofilme an ihrem jeweiligen Startwochenende auch auf HBO Max zur Verfügung gestellt werden.

Diese Bekanntgabe galt als ein konsequenter Beschluss, der nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, da bestehenden sowie neuen Abonnenten der Plattform beim Abschließen des Vertrages jeder einzelne der 2021-Titel, der das verlängerte oder neu registrierte Abonnement beinhaltet, innerhalb der Vereinbarung zwischen Streaming-Portal und Kunde offiziell angeteasert und auch versprochen wurde.

Würde Warner jetzt also Matrix Resurrections, das letzte Spektakel aus dem Warner-Katalog von 2021, ins neue Jahr verschieben und nur noch im Kino starten, würde man Vertragsbruch begehen. Deshalb wird man diese Veröffentlichungspolitik jetzt wohl oder übel einfach so durchziehen müssen.

DUNE fällt in den USA weiterhin wie ein Stein

Dass man mit dieser Methode seit der Erholung der Kinos aber eine Menge Potenzial verschenkt, wird einmal mehr vom epischen Sci/Fi-Blockbuster Dune unter Beweis gestellt. Eine Form der Stabilität sucht man am US-Box Office leider völlig vergebens.

Nach einem durchaus überzeugenden 41 Millionen US Dollar-Start vor zwei Wochen, der immerhin die Ankündigung der von Fans heiß erwarteteten Fortsetzung Dune Part Two zur Folge hatte, brach der 160 Millionen US Dollar schwere Film am Halloween-Wochenende um über 62% ein.

Während sich Konkurrenten wie die Comicverfilmung Venom: Let There Be Carnage sowie das James Bond-Abenteuer Keine Zeit zu Sterben nach dem für Kinofilme eher wenig profitablen Fest der Geister erholen und magere Rückgänge von 20-23% verbuchen konnten, befindet sich die Romanverfilmung von Regisseur Denis Villeneuve nach wie vor im Sturzflug. Dieses Mal musste ein Besucherschwund von 51% hingenommen werden.

Zendaya & Timothée Chalamet kämpfen in den USA um die 100 Mio. USD. ©Warner Bros.

Die Einspielergebnisse vom vergangenen Wochenende

Ging es am zweiten Wochenende von 41 Millionen US Dollar runter auf 15,4 Millionen US Dollar, wurde die Frank Herbert-Adaption an ihrem dritten erst von der deutlich tiefer liegenden 7 Millionen US Dollar-Zone aufgefangen. Bei diesem Tempo stellt sich nun die Frage, ob es Dune in den kommenden Wochen trotzdem noch schafft, die in den USA für Filme dieser Größenordnung sehr wichtige 100 Millionen US Dollar-Grenze zu überschreiten.

Derzeit steht man bei fast 84 Millionen US Dollar. Wenn der Wüstenplanet jedoch weiterhin derart rapide nachgibt, dürfte man am Ende bei etwa 95 Millionen US Dollar landen. Selbstverständlich könnte Warner versuchen, der Verfilmung, die weltweit neu immerhin 330 Millionen US Dollar auf ihrem Konto zählt, noch einmal einen Push zu geben – die Sequel-Bestätigung, die in dieser Hinsicht allerdings nur wenig bewirken konnte, war auch schon so einer.

Noch sind die 100 Millionen US Dollar nicht vom Tisch, eine Herausforderung wird das Erreichen dieses Zieles aber in jedem Fall darstellen.

Sollte unser junge Held Paul Atreides, der von Call Me By Your Name-Schauspielr Timothée Chalamet gespielt wird, am Ende tatsächlich daran scheitern, so wird – sofern Matrix 4 während der baldigen Feiertage nicht unerwartet durch die Decke geht – Godzilla vs. Kong (100+ Millionen US Dollar) als erfolgreichster Warner-Titel des aktuellen Jahres in die Geschichte eingehen.

©Warner Bros.

Geschrieben am 08.11.2021 von Carmine Carpenito
Kategorie(n): Dune, News, Top News



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