Freaky – Körpertausch-Terror vom Happy Deathday-Team! Trailer + Interview mit Christopher Landon

Es gibt vermutlich nicht mehr viele Ideen, die im Horrorkino bislang unbehandelt geblieben sind. Doch purer Körpertausch-Wahnsinn, umgemünzt auf einen Slasherfilm, ist so eine. Und davon gibt es in Freaky, dem neuen Film von Genre-Spezialist Christopher Landon, bekannt für Scouts vs. Zombies oder Paranormal Activity: Die Gezeichneten, reichlich! Slasherfans ist Landon vermutlich eher als Schöpfer der beiden Happy Deathday-Filmen von Universal ein Begriff, die wie Freaky auf eine Mischung aus Comedy und Horror setzten, von der MPA, dem US-Gegenstück der FSK, aber noch Daumenschrauben angelegt bekamen. Die fallen jetzt weg. Entsprechend kommt Freaky mit einem „blutgetränkten, schrecklich-schönen R-Rating“ daher, von dem wir uns jetzt auch gleich selbst ein Bild machen können – im ersten Trailer mit Comedian Vince Vaughn (Into The Wild) und Kathryn Newton (Paranormal Activity, The Society)! Während er den geisteskranken Killer gibt, sieht Newton sich mit den üblichen Problemen einer Highschool-Schülerin konfrontiert – bis der von Vaughn gespielte Psychopath in ihr Leben und damit ihr Dasein stolpert. Gefangen im Körper des Killers hat sie nur noch 24 Stunden Zeit, den verhängnisvollen Körpertausch wieder rückgängig zu machen. Doch das ist – wie sollte es auch anders sein – natürlich leichter gesagt, als getan.


Nun haben wir uns anlässlich der Trailer-Premiere mit Regisseur Christopher Landon unterhalten und ihn auf die brennendsten Fragen angesprochen – zum Beispiel, wieso ein PG-13 in diesem Fall keine Option war, Vince Vaughn als Einziger für die Rolle des Killers infrage kam und mit welchem Künstler er gerne mal die Körper tauschen würde. All das und mehr zu Freaky gibt es in unserem Interview – viel Vergnügen!

Christopher, Ihr habt die Identität von „Freaky“ lange Zeit geheim gehalten. Wie herausfordernd ist es in diesem digitalen Zeitalter geworden, ein Projekt erst dann mit der Welt zu teilen, wenn man es als Filmemacher für richtig befindet?

Nun, in letzter Zeit sind ganz andere Dinge vonstatten gegangen. (lacht) Daher war es nicht wirklich hart, den Film geheim zu halten. Dass wir es tun konnten, liegt einzig und allein an den gegenwärtigen Umständen. Aber ich bin total aufgeregt, ihn nun endlich offenbaren zu können.

Deine „Happy Deathday“-Filme waren ziemlich verrückt, aber gemessen am Trailer scheint dein neues Werk „Freaky“ noch einmal eine Schippe obendrauf zu legen – ist dieser Eindruck korrekt?

Auf jeden Fall! Dieser Film wird total wahnsinnig, und zwar auf die bestmögliche Weise.

Wo Zeitschleifen möglich sind, können sicher auch Körpertäusche funktionieren. Spielen „Happy Deathday“ und „Freaky“ im gleichen Universum?

Das ist sehr gut möglich. (lacht) Die beiden Reihen sind mit Sicherheit Cousins. Tonal betrachtet existiert eine große Verbindung, und die wilde Prämisse ist ebenfalls eine Gemeinsamkeit, die sie haben.

Ein Körpertausch mit Folgen! ©Universal Pictures

„Happy Deathday“ war eine Art „Und täglich grüßt das Murmeltier“ meets „Zurück in die Zukunft“, während „Freaky“ eine Horrorvariante von „Freaky Friday“ wird. Was fasziniert dich daran, bekannte Formeln neu zu erfinden?

Es gibt einen gewissen Vorteil, wenn man innerhalb eines Genres mit Elementen arbeitet, welche die Leute bereits kennen. Dadurch kann man nämlich ihre Erwartungen manipulieren und quasi untergraben. Ich mag es, mit vertrauten Eigenschaften zu jonglieren und sie auf den Kopf zu stellen. Wenn man das tut, wird die Filmerfahrung sehr viel aufregender. Das Publikum glaubt zwar zu wissen, was es erwartet, wird dann aber völlig überrascht.

Du hast die weibliche Hauptrolle mit Kathryn Newton besetzt, mit der du schon für „Paranormal Activity 4“ zusammengearbeitet hast. War dir auf Anhieb klar, dass sie die Richtige für den Part sein würde?

Es ist witzig. Der Castingprozess kann oft sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, da nicht selten eine Menge Unsicherheit damit verbunden ist. Aber in diesem Fall gab es genau zwei Personen, die ich unbedingt in meinem Film haben wollte; Kathryn Newton und Vince Vaughn. Sie waren die Einzigen, die ich vor meinem geistigen Auge damit in Verbindung brachte. Ich war so glücklich, dass beiden das Drehbuch auf Anhieb gefiel und ich sie dadurch an Land ziehen konnte. Sie sind so großartig im Film.

Das hört sich für mich nach dem Jackpot an. Nicht immer klappt es mit der ersten Wahl.

Oh ja, ehrlich gesagt konnte ich es gar nicht fassen. Aber ich war so begeistert, als ihre Zusagen kamen. Und ganz nebenbei bemerkt; Wenn die Leute unseren Film sehen, werden sie vermutlich verblüfft sein, wie stark ihre Leistungen sind und wie glaubhaft sie im jeweils anderen Körper spielen. Dadurch ging mein Körpertausch-Konzept vollends auf.

Irgendetwas stimmt nicht mit Millie (Kathryn Newton) ©Universal Pictures

Vince Vaughn kennt man ja vor allem aus Komödien wie „Die Hochzeits-Crasher“ oder „Trennung mit Hindernissen“, aber auch aus Genrefilmen wie „Psycho“ oder „The Cell“. Wolltest du ihn deshalb für die Rolle als Killer – weil er in „Freaky“ Comedy und Horror miteinander verschmelzen konnte?

Aus dem Grund wollte ich ihn um jeden Preis unter Vertrag nehmen. Vince Vaughn ist ein unglaubliches Comedy-Talent und extrem witzig. Aber er kann auch sehr böse sein und dabei glaubhaft wirken. Ich habe in letzter Zeit einige Independent-Filme mit ihm in eher intensiven Rollen gesehen. Er kann richtig unheimlich sein, wenn er will. Mir war es wichtig, jemanden für die Rolle des Killers zu haben, der beides kann – ein überzeugender Serienkiller sein, der Menschen einschüchtert, aber auch jemand, der sich in ein Teenager-Mädchen hineinversetzen kann, und dass man ihm den Part auch abkauft.

Es ist nicht deine erste Zusammenarbeit mit Produzent Jason Blum. Wie würdest du die Entwicklung eurer Beziehung in den letzten 10 Jahren beschreiben?

Jason Blum und ich sind schon vor vielen Jahren zu Freunden geworden, weil es unsere Leidenschaft für Horrorfilme war, die uns zusammengebracht hat. Es war mir immer eine große Freude und Ehre, mit ihm zusammenzuarbeiten. Er unterstützt seine Filmemacher, respektiert ihre Vision. Den Film, den ihr auf der Kinoleinwand sehen werdet, wird auch wirklich der Film sein, den ich machen wollte. Und das ist in Hollywood sehr selten geworden. In vielen Fällen müssen Filmemacher die Meinung von Dritten berücksichtigen und sich mit schwierigen Persönlichkeiten herumschlagen. Oft führt das zu unschönen Nebeneffekten. Aber Jason Blum ist da ganz anders. Er lässt dich den Film machen, den du machen willst.

Er erlaubt dir quasi, deine eigene Stimme zum Ausdruck zu bringen.

Genau. Und das ist großartig und macht das Filmemachen zu einem echten Vergnügen. Er liebt Filme und steht hinter denen, die er produziert. Mit ihm das erste Test-Screening zu erleben, ist immer wieder toll. Er wird dann zum Kind, weil er so aufgeregt ist, endlich den kompletten Film mit dir zu schauen.

Serienkiller oder harmloses Schulmädchen? ©Universal Pictures

Der Trailer zu „Freaky“ macht den Eindruck, als würdet ihr dieses Mal nicht auf ein PG-13 abzielen – oder etwa doch?

Nein. (lacht) Dieser Film wird definitiv ein R-Rating bekommen. Ich muss aber sagen, dass die PG-13 Freigabe bei anderen Filmen durchaus sinnvoll und hilfreich sein kann. Ich bin sogar ziemlich froh, dass die „Happy Deathday“-Filme die niedrigere Freigabe hatten, weil ich nicht der Ansicht war, dass sie blutig sein mussten. Aber bei „Freaky“ ist das anders. Mein Co-Autor Michael Kennedy und ich waren uns schon früh einig, dass der Film extrem blutig, übertrieben und verrückt werden soll. Die Todesszenen sind allesamt ziemlich heftig.

Das hört sich vielversprechend an.

Ja. „Freaky“ bietet die wahrscheinlich originellsten Todesszenen, die ich mir jemals habe einfallen lassen. Einige von ihnen waren sehr kompliziert in der Umsetzung. Aber sie waren jeden Tropfen Schweiß wert.

Wenn du kurzzeitig mit einem beliebigen Künstler, tot oder lebendig, tauschen könntest, wer würde das sein und wieso?

Oh mein Gott, was für eine knifflige Frage… Sehr knifflig und auch persönlich, da ich mich wahrscheinlich für meinen Vater [Unsere kleine Farm-Star Michael Landon] entscheiden würde, der Drehbuchautor, Regisseur und Schauspieler war. Ich fände es spannend, die Welt durch seine Augen zu sehen.

Auch wenn „Freaky“ sicherlich ein willkommener Trost ist, hätten wir die „Happy Deathday“-Trilogie nach wie vor gerne komplettiert gesehen. Werden wir Bree noch einmal über den Weg laufen?

Ich hoffe 100-prozentig, dass wir den dritten Film irgendwann und irgendwie auf die Beine gestellt bekommen. Der Ball liegt jedoch bei Universal Pictures, und dort werde ich ihn auch belassen, bis sie ihn mir hoffentlich eines Tages wieder zurückspielen.

Macht Euch bereit für FREAKY – ab 26. November 2020 im Kino Eures Vertrauens!

©Universal Pictures

Geschrieben am 10.09.2020 von Torsten Schrader
Kategorie(n): Freaky, News



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