Ghostbusters: Legacy – Box Office: Katastrophe im Anmarsch?

1984 war Ghostbusters – Die Geisterjäger das, was heute fast nur noch Marvelfilme sind: ein echter Blockbuster-Hit, der die Leute in Scharen in die Kinos lockte. Die 242 Millionen US Dollar, die die Horror-Komödie von Regisseur Ivan Reitman vor über 35 Jahren allein in den USA in die Kassen von Sony Pictures schwemmen konnte, wären in unserer Gegenwart – wenn man die Inflation berücksichtigt – mehr als 600 Millionen US Dollar wert.

Das sind Dimensionen, an denen inzwischen nur noch Event-Filme wie Star Wars: Das Erwachen der Macht oder Avengers: Endgame vorbeiziehen.

Mit der Entwicklung von einigen Videospielen, der Zeichentrickserie The Real Ghostbusters, die es auf insgesamt sieben Staffeln brachte, und der Herstellung von etlichen Merchandise-Artikeln sorgte man in den vergangenen Jahrzehnten außerdem dafür, dass das beliebte Franchise nicht in Vergessenheit gerät und ganze Generationen überdauert, obwohl zwischen 1989 und 2016 kein weiterer Kinofilm auf die Beine gestellt wurde.

Comeback der alten Garde ließ 32 Jahre auf sich warten

Auch wenn sicher niemand damit gerechnet hätte, dass ein dritter Ghostbusters-Film über 30 Jahre auf sich warten lässt, war es nur eine Frage der Zeit, bis die Marke wieder aus der Versenkung geholt und zurück auf die Leinwand befördert wird.

Dass es aber ausgerechnet Melissa McCarthy, Kristen Wiig, Kate McKinnon, Leslie Jones und Chris Hemsworth sein würden, die in die Fußstapfen von Bill Murray, Dan Aykroyd, Harold Ramis, Ernie Hudson und Sigourney Weaver treten und die alte Garde ersetzen, stieß bei Fans der Kult-Klassiker auf wenig Begeisterung – schließlich wurde Liebhabern der Reihe jahrelang vorgegaukelt, dass die Original-Truppe zurückkehren könnte.

Der damaligen Popularität von McCarthy war es zu verdanken, dass das Reboot Ghostbusters das US-Startwochenende mit 46 Millionen US Dollar eröffnen konnte – ein Resultat, das im Hause Sony aber trotzdem keinen dazu motiviert haben dürfte, einen Champagner zu öffnen. Grund für die Unzufriedenheit war das unverständlich hohe Budget, das in die Umsetzung dieses Neubeginns investiert wurde.

Ganze 144 Millionen US Dollar ließ sich das Projekt kosten, da man intern der Annahme war, dass man die früheren Erfolge auch ohne Murray und Co. würde wiederholen können – welch ein Irrtum! Inzwischen wurde ein neuer Franchise-Vertreter auf die Beine gestellt, der hierzulande seit gestern im Kino läuft und angeblich der Film sein soll, auf den viele Fans sehnsüchtig gewartet haben: Ghostbusters: Legacy von Jason Reitman, Sohn von Originalfilm-Regisseur Ivan Reitman.

Was Box Office-Experten GHOSTBUSTERS: LEGACY zutrauen

Doch obwohl dieses Mal tatsächlich die Geschehnisse aus den Kult-Filmen fortgesetzt werden und die Charaktere, die wir in den Achtziger Jahren kennen- und liebengelernt haben (abzüglich Harold Ramis, der vor wenigen Jahren leider von uns ging) zurückkehren, voll auf Nostalgie gesetzt wird, waren die Geldgeber nach dem Fiasko von vor fünf Jahren eher vorsichtig. In diesem Fall mussten nämlich 75 Millionen US Dollar genügen, um eine spannende Geschichte zu erzählen.

Aber was darf man denn jetzt vom Box Office erwarten? Im Moment sieht es leider ganz danach aus, als würde Legacy die Ergebnisse vom Remake noch einmal deutlich unterbieten. Box Office-Experten, die aufgrund von Vorverkaufszahlen oft zutreffende Vorhersagen wagen, trauen dem Werk derzeit ein Startwochenende zwischen 28 und 35 Millionen US Dollar zu.

Selbstverständlich wäre das genug, um es irgendwann in die Gewinnzone zu schaffen. Dieses Ergebnis würde aber auch zeigen, dass es sich bei Ghostbusters nicht mehr länger um ein Zugpferd handelt, so wie das in Vergangenheit mal der Fall war, sondern eher um ein Nischenprodukt, für das überwiegend Fans zum Kauf einer Eintrittskarte animiert werden, nicht aber die breite Masse.

Sony selbst gab bekannt, etwa 27 Millionen US Dollar zu erwarten. Zum Vergleich: Pandemie-Kollegen wie A Quiet Place 2 (48 Millionen US Dollar), Conjuring: Im Bann des Teufels (24 Millionen US Dollar), Jungle Cruise (35 Millionen US Dollar) oder The Suicide Squad (26 Millionen US Dollar) sind alle ähnlich hoch/tief gestartet, konnten aber bei weitem nicht von einem generationenübergreifenden Bekanntheitsgrad wie Ghostbusters profitieren.

Das Revival startet hierzulande nur halb so gut wie erwartet

Wie viele Dollarscheinchen das Herzensprojekt von Reitman Junior an seinem weltweiten Startwochenende wirklich einspielt, wissen wir am Montag. Erste Zahlen, die uns bereits vorliegen, sind jene aus Deutschland, die jedoch jetzt schon zu wünschen übrig lassen. Am Starttag waren rund 16.000 Kinogänger daran interessiert, sich den Streifen anzusehen – McCarthys Vorgänger kam 2016 noch auf über 32.000 verkaufte Tickets.

Klar haben sich die Umstände während der Corona-Krise drastisch verändert. Trotzdem dürfte es keine besonders schöne Schlagzeile sein, wenn die Rückkehr gegen das 8. (!!!) Wochenende von Keine Zeit zu Sterben verliert und ihr das 007-Abenteuer die Spitze der deutschen Kinocharts verwehrt – aber genau das könnte jetzt passieren, wenn Legacy zwischen Freitag und Sonntag keinen Zahn zulegt. Ob es eine gute Idee war, auf Murray und Co. in Trailern fast vollständig zu verzichten?

©Sony

Geschrieben am 19.11.2021 von Carmine Carpenito
Kategorie(n): Ghostbusters: Legacy, News



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