Godzilla vs. Hedorah – Kurzfilm: Die Echse kämpft wieder gegen das Monster!

Vor 67 Jahren haben japanische Filmemacher eine Riesenechse von der Leine gelassen, die sie 1998 an die Amerikaner lizenziert haben und inzwischen schon seit fast sieben Jahrzehnten ganze Städte in Schutt und Asche zerlegt – meistens dann, wenn das legendäre Monster gerade damit beschäftigt ist, einen ebenso überdimensionalen Gegner auszuschalten.

2021 hörte dieser Feind auf den Namen King Kong – richtig, Godzi und der Riesenaffe sind sich in der US-Produktion Godzilla vs. Kong, die weltweit fast 500 Millionen US Dollar in die Kassen von Warner Bros. und Legendary Pictures spülen konnte, ganz schön an den Kragen gegangen und haben nichts weiter hinterlassen als eine riesengroße Staubwolke, die ehemalige Bewohner der Kampfstellen daran erinnern sollte, dass hier vor wenigen Minuten noch 100 Meter hohe Wolkenkratzer gestanden haben.

Die Bilder der Zerstörung sind natürlich alle am Computer entstanden, denn weder waren während der Umsetzung des 160 Millionen US Dollar schweren Werks von Regisseur Adam Wingard (You’re Next, The Guest) Miniaturen im Einsatz noch der Suitmation-Stil notwendig. Ihr fragt euch, um was für eine Filmtechnik es sich bei Suitmation handelt?

Good old Godzilla kehrt in Kurzfilm zurück. ©Toho

Kurzfilm setzt auf alte Filmtechnik

Diejenigen von euch, die mit den alten Godzilla-Streifen aus Japan aufgewachsen sind, werden mit Sicherheit schon wissen, dass bei Filmen dieser Art überwiegend mit Miniaturbauten (eine sehr mühevolle Handarbeit) und Monsterkostümen gearbeitet wurde. Schauspieler sind in die Rolle der Bestien geschlüpft und wurden komplett eingekleidet durch das jeweilige Set navigiert.

Durch die Miniaturen konnte man eine optische Täuschung erzeugen, durch die es im Kino so wirkte, als würden sich die Kreaturen tatsächlich quer durch eine Großstadt fortbewegen. Toho blieb diesem Stilmittel lange Zeit treu und will mit dem brandneuen, von Kazuhiro Nakagawa inszenierten Kurzfilm Godzilla vs. Hedorah nicht nur den Godzilla Day beziehungsweise 67. Geburtstag der Riesenechse feiern, sondern auch das 50-jährige Jubiläum des gleichnamigen Klassikers von 1971.

Kenner der kultigen Versus-Produktion werden garantiert noch die Bilder im Kopf haben, wie Godzilla im actiongeladenen Spektakel dem schleimigen Verschmutzungsmonster gegenüberstand – dieses kehrt im rund 5-minütigen Kurzfilm, der erneut auf Suitmation setzt und dadurch äußerst nostalgisch daherkommt, wieder zurück, um unser Lieblings-Atommonster abermals herauszufordern.

Toho bringt 4K-Version des Originals auf den Markt

Toho feiert das Godzilla Fest aber nicht nur mit der Veröffentlichung dieses aufwendig produzierten Kurzfilms. Das Studio bringt zudem eine vollständig restaurierte 4K-Version des Originals in japanische Kinos, die demnächst hoffentlich auch hierzulande verfügbar gemacht wird. Der Klassiker entführt uns in eine Zeit, wo man als Filmemacher noch dazu gezwungen war, zu improvisieren und kreativ zu werden, um für eine Illusion zu sorgen.

Heutzutage haben Regisseure grenzenlose Möglichkeiten, was glaubwürdige Effekte betrifft. Klar muss auch das Geld stimmen, aber wenn es das tut, dann kann man am Computer in der Regel so gut wie alles entwickeln. Werfen wir jedoch einen Blick in den Short, wird uns erneut vor Augen geführt, dass die alte Suitmation-Filmtechnik 67 Jahre später immer noch funktioniert und einen gewissen Charme versprüht, den digitalen Spezialeffekten – so beeindruckend sie auch sein mögen – einfach fehlt.

Und übrigens: Im Kurzfilm kommen jene Anzüge zum Zug, die schon in Godzilla: Final Wars, der 2004 erschienene Film von Regisseur Ryūhei Kitamura, Verwendung fanden!

©Toho

Geschrieben am 04.11.2021 von Carmine Carpenito



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