Godzilla vs. Kong – Doch kein Kino? Monsterfilm könnte an Streamingdienst gehen

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Der Lockdown bleibt bis mindestens Ende Dezember bestehen und stellt besonders die Kinos und Filmverleiher auf eine harte Probe. Wie verfährt man in Zeiten der Pandemie mit groß angekündigten Kinostarts und potenziellen Blockbustern? Immer öfter ist die Antwort darauf eine Premiere bei den namhaften Streaminganbietern. Bislang beschränkte sich das aber fast ausschließlich auf Filme, die ohnehin keine allzu großen Erfolgsaussichten an den Kinokassen gehabt hätten und daher als verzichtbar erachtet wurden – von Titeln wie Mulan einmal abgesehen. Nicht so beim kommenden Monster-Gemetzel Godzilla vs. Kong. Wie der Branchendienst The Hollywood Reporter meldet, soll Warner Bros. laut über einen Verkauf des Films nachdenken und von Netflix sogar schon ein Gebot über 200 Millionen Dollar erhalten haben. Damit wären bereits die kompletten Produktionskosten und auch ein Teil des zu erwartenden Gewinns abgedeckt. Für Warner verlockend, denn angesichts der Coronakrise ist gar nicht sicher, dass Godzilla vs. Kong diese Summe im Kino auch tatsächlich einnehmen würde. Eine Faustregel besagt, dass ein Kinofilm mindestens das Doppelte, eher aber Dreifache seiner Kosten einspielen muss, um Gewinn abzuwerfen und sich selbst zu amortisieren. In diesem Fall wären das also zwischen 400 und 600 Millionen Dollar.

Kommt Godzilla vs. Kong gar nicht mehr ins Kino? ©Warner Bros.

Warner aber soll den potenziellen Netflix-Deal vorerst geblockt haben und eher an einer Abtretung an den hauseigenen Streamingdienst HBO Max interessiert sein, weil man sich zahlreiche Neukunden und eine Langzeitwirkung erhofft. Aber auch dafür gibt es natürlich keine Garantie. Ein weiteres Problem tut sich durch den Umstand auf, dass der Warner-Dienst bis jetzt ausschließlich in den USA gestartet ist und beispielsweise in Europa noch gar nicht Fuß gefasst hat.

Dadurch müssten international andere und kleinere, vermutlich nicht ganz so lukrative Angebote her (siehe Hexen hexen und der Sky-Deal). Hier würde eine Gesamtlösung, wie sie Netflix bieten kann, vermutlich mehr Sinn machen. Besonders wichtige wäre eine Veröffentlichung im chinesischen Markt, und das nicht nur, weil Legendary dem dortigen Konglomerat Wanda gehört. Godzilla: King of the Monsters und Kong: Skull Island spielten hier fast ein Drittel ihrer Gesamteinnahmen ein. Ohne China gäbe es das Franchise in dieser Form also vermutlich gar nicht mehr. Für das Unternehmen ärgerlich: Zwar trägt Legendary fast 75% der Gesamtkosten, die Entscheidungsgewalt, wie und wann Godzilla vs. Kong veröffentlicht wird, liegt aber bei Warner (zu 25% am Budget beteiligt). Den Verantwortlichen dürften somit noch zähe Verhandlungen ins Haus stehen.

Fertig ist Godzilla vs. Kong, der von Adam Wingard (Blair Witch oder You’re Next) inszeniert wurde, jetzt schon länger. Der Kinostart wurde mehrfach verschoben, zuletzt von November 2020 auf Ende Mai 2021, um den Folgen der Coronakrise aus dem Weg zu gehen. Am wahrscheinlichsten ist, dass Godzilla vs. Kong. weiterhin im Kino Premiere feiert, zeitgleich aber auch digital verfügbar gemacht wird. Dieses Modell probiert Warner Bros. Mitte Dezember bereits bei Wonder Woman 1984 aus.

Zwei Giganten treffen aufeinander. ©Warner Bros.

Geschrieben am 26.11.2020 von Torsten Schrader
Kategorie(n): Godzilla vs. Kong, News