Gretel & Hansel – Grimm-Horrorfilm geht zum US-Start die Puste aus

Der filmische Januar war zwar reich an Horror, aber erstaunlich frei von waschechten Hits. Daran kann auch die zum Abschluss gestartete, an The Witch erinnernde Märchen-Schauermär Gretel & Hansel von Orion Pictures und Regisseur Osgood Perkins nichts ändern. Am ersten Wochenende jedenfalls verirrten sich jetzt nur wenige Zuschauer auf den verwunschenen Brotkrumen-Pfad und ins Haus der von Alice Krigge gespielten Hexe. Ernüchternde Zahlen in Höhe von sechs Millionen US-Dollar (wie schon bei Die Besessenen und Underwater) und der vierte Platz der US-Kinocharts waren die Folgen. Betrachtet man das Ergebnis in Relation zum verhältnismäßig bescheidenen Produktionsbudget, sollte der FIlm am Ende trotzdem einen Gewinn abwerfen. Dennoch fällt auf, dass Zuschauer dem weiblich besetzten und feministisch angehauchten Horror der jüngsten Zeit, das beweisen Flops wie Black Christmas, The Grudge, The Turning (Die Besessenen) und Underwater, zunehmend den Rücken kehren und ihre Genretitel ohne sozialkritische oder politische Botschaft bevorzugen. Durch die eher „arthousige“ Ausrichtung des Films war die Chance, ein breites Publikum anzusprechen, aber ohnehin nur sehr gering. Deshalb wiegt der Misserfolg in diesem Fall auch nicht ganz so schwer wie beim 50 bis 60 Millionen Dollar teuren Underwater.

Wann deutsche Zuschauer das Risiko, den Grimm-Klassiker als Horrorfilm neu aufzulegen, honorieren können, ist mangels eines passenden Starttermins und Verleihs noch unklar. Lange sollte es jetzt aber nicht mehr dauern. In dieser Neuerzählung von Osgood Perkins (Die Tochter des Teufels, I Am the Pretty Thing That Lives in the House) bekommt die alte Geschichte aus Grimms Märchen einen übersinnlichen Twist verpasst, der sich durch merkwürdige Rituale, vermummte Gestalten und blutüberströmte Menschenopfer äußert. Wie in der berühmten Vorlage der Gebrüder Grimm führt ein junges Mädchen (Sophia Lillis) ihren Bruder (Sammy Leakey) auf der verzweifelten Suche nach Essen in einen düsteren Wald. Dort stolpern sie in die Hände eines unbeschreiblichen Übels, das in Form der Hexe Holda (Alice Krigge) in einem Häuschen auf sie lauert. Diesmal wird es aber vermutlich nicht reichen, der Hexe einfach nur Feuer unterm Hintern zu machen.

Geschrieben am 03.02.2020 von Torsten Schrader
Kategorie(n): Gretel & Hansel, News



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