Halloween – Endlich runter vom Index: Rob Zombie-Fassung nicht mehr indiziert!

Eine Neuverfilmung, die nicht so geraten ist wie das Original? Für viele Halloween-Fans kam das 2007 wie ein kleiner Schock. Zunächst war die Freude groß, als bekannt wurde, dass Rob Zombie beim Neustart der damals totgelaufenen Michael Myers-Saga Regie führen wird.

Schließlich hatte der Rocker kurz zuvor schon die in Genrekreisen verehrten, allerdings auch eher nischigen Haus der 1000 Leichen und The Devil’s Rejects abgeliefert. Ihn auf Halloween loszulassen, schien nicht nur konsequent, sondern auch eine einmalige Gelegenheit zu sein, dem Franchise neues Leben einzuhauchen.

Zombie scherte sich nicht groß um die mit den Jahren immer absurder gewordene Franchise-Vergangenheit, machte lieber sein eigenes Ding, wofür er ja auch bekannte war – und sich damit in den Augen vieler Halloween-Fans ziemlich unbeliebt. Die kannten ihren Michael Myers natürlich als skrupellose, unbarmherzige, in dunklen Ecken lauernde Tötungsmaschine.

Zombies Neuauflage ist noch gnadenloser als das Original. ©Leonine

Rob Zombies Remake ist anders

So und nicht anders wollten sie ihn. Aber Zombies‘ Halloween beraubte Michael um das Mysteriöse, nahm ihm seine fast schon übernatürliche Ausstrahlung und Aura, und machte damit ein Stück weit das Geheimnis kaputt.

Sein Killer hatte nichts Geheimnisvolles an sich, war stattdessen einfach nur durchtrieben und abgrundtief bösartig. Eine mordende, kaum noch an ein denkendes, fühlendes Wesen erinnernde, noch dazu überlebensgroße und übermenschlich starke Bestie. Wer gegen diesen Michael Myers antreten wollte, hatte also von Anfang an ziemlich schlechte Karten.

Und entsprechend hoch und kompromisslos fiel dann auch der Blutzoll und Goregehalt aus. Schon die Kinofassung schaffte es nur mit Ach und Krach und zwei zugedrückten Augen durch die FSK-Prüfung. Beim elf Minuten längeren, nachträglich um eine heikle Vergewaltigungsszene erweiterten Director’s Cut sah das Prüfungsgremium dann endgültig rot und verwehrte dem Film die Freigabe.

Einfach nicht zu stoppen: Michael Myers. ©Leonine

Director’s Cut ist runter vom Index

Damit war das Schicksal, die baldige Indizierung, eigentlich schon besiegelt – und so kam es Ende 2008 auch. Doch jetzt die Überraschung: Die ultimative Rob Zombie-Fassung steht nicht länger auf dem Index, ist vorzeitig von der bestehenden Indizierung freigesprochen worden! Der Sprung zur Neuprüfung und anschließenden Wiederveröffentlichung in Deutschland? Nur noch ein sehr kleiner!

Solltet Ihr also zu jenen Halloween-Fans gehören, die Zombies favorisierte Filmfassung bis jetzt verpasst haben, dann gibt es bald eine weitere Gelegenheit, sich Hals über Kopf in das finster-blutrünstige Horror-Universum der 2007er Neuauflage zu stürzen.

Solltet Ihr es dabei aber einzig und allein auf noch blutigere Morde abgesehen haben, dann können wir Euch an dieser Stelle sagen, dass sich die deutlich längere Regiefassung, die in den Vereinigten Staaten auch als Unrated-Cut verkauft wurde, hauptsächlich (aber natürlich nicht nur) aus erweiterten oder alternativen Gesprächsfetzen oder handlungsrelevanten Szenen zusammensetzt, die dem Film insgesamt mehr Tiefe verleihen.

Im Director’s Cut geht es noch härter zur Sache. ©Leonine

Doppelter Halloween-Nachschub

Michaels Ausbruch aus dem Gefängnis (hier kommt auch die erwähnte Vergewaltigung ins Spiel) beispielsweise unterscheidet sich deutlich von der Kinofassung. Allein auf diese Sequenz verfallen rund drei der elf Minuten. An anderer Stelle entledigt sich Michael sehr anschaulich dreier Wachleute, die ihn gefangen halten wollen. Auch sonst ist der Director’s Cut noch etwas härter und deutlicher geraten als die bekannte Kinofassung.

Im größeren Franchise-Kontext spielt Zombies Film heute natürlich keine Rolle mehr. David Gorden Greens Soft-Reboot machte alle Filme nach dem Original (und damit auch das von John Carpenter verschmähte Zombie-Remake) ungeschehen und setzte die Zeitlinie quasi auf Anfang zurück.

Die Fans freuts, denn dadurch können sie Scream Queen-Ikone Jamie Lee Curtis seit 2018 wieder beim Kampf gegen ihren ewigen Erzfeind Michael (der diesmal nicht ihr Bruder ist) über die Schulter schauen. Nächster Stopp auf dem Weg zum alles entscheidenden Showdown: Halloween Kills, der nach aktueller Planung am 14. Oktober in unseren Kinos eintrifft.

Was kommt schneller: Der neu geprüfte Director’s Cut von Zombies Film oder die moderne Fortsetzung? Das bleibt abzuwarten!

Diesen Oktober: Halloween Kills! ©Universal Pictures

Geschrieben am 31.07.2021 von Torsten Schrader
Kategorie(n): News



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