Halloween Kills – Box Office: Slasher-Sequel fällt in den USA um über 70%

Horrorfilme waren schon immer sehr beliebt und das nicht nur beim Kinopublikum, sondern auch bei Produzenten im Filmbusiness. Der Grund liegt auf der Hand: Genreprojekte hat man in der Regel schnell abgedreht, werden mit geringem Budget realisiert und bringen die Kinokassen zuverlässig zum Klingeln. Für potenzielle Geldgeber macht die Kombination dieser drei Tatsachen den Reiz aus.

Jason Blum, der das Unternehmen Blumhouse Productions führt, stellt immer wieder unter Beweis, dass man mit unter zehn Millionen US Dollar einen echten Hit auf die Beine stellen kann – siehe The Purge, Get Out – Rette dein Haut oder das 2018 erschienene Slasher-Sequel Halloween.

Noch vor wenigen Jahren galt ein Gruselstreifen als voller Erfolg, wenn er weltweit über 100 Millionen US Dollar einspielen konnte. Inzwischen wissen wir aber, dass Horror kein Nischenprodukt mehr darstellt und es der fantastische Film schon längst problemlos mit den ganz großen Hollywood-Blockbustern aufnehmen kann, die teilweise deutlich weniger Geld einnehmen, während ihrer eigenen Produktion aber locker zehnmal so viel davon verschlingen wie eine Spukgeschichte.

Kann sich Cameron vor Michael Myers in Sicherheit bringen? ©Universal

Laurie Strode stellt Ethan Hunt in den Schatten

Das Comeback von Serienkiller Michael Myers, der nach 40 Jahren der Gefangenschaft wieder damit anfängt, sich quer durch Haddonfield zu morden, wurde vor drei Jahren mit gerade einmal zehn Millionen US Dollar auf die Beine gestellt – das Startwochenende war amerikanischen Kinogängern aber fast 77 Millionen US Dollar wert. Zum Vergleich: Der im selben Jahr veröffentlichte Agenten-Thriller Mission: Impossible – Fallout brachte es zum Start auf rund 61 Millionen US Dollar, kosten ließ sich Paramount das aufwendig produzierte Werk allerdings 178 Millionen US Dollar.

Nebenbei bemerkt handelt es sich um das bislang beste Startergebnis, das Mission: Impossible in den USA jemals erzielt hat. Keinem anderen der 5 vorangegangenen Ablegern gelang es, über die 60 Millionen US Dollar-Grenze zu springen – und trotzdem zog Halloween mühelos an diesem Franchise-Rekord vorbei.

Dass Horror auch in Zeiten einer Pandemie in einer ganz anderen Liga spielt als noch vor einem Jahrzehnt, zeigen die Box Office-Zahlen von Halloween Kills. Obwohl das Regiewerk von David Gordon Green in mehr als 700 Kinos weniger im Programm aufgenommen wurde als der Vorwochenspitzenreiter Keine Zeit zu Sterben, konnte der Killer genauso viele Besucher in die Säle locken wie Agent 007.

In Haddonfield dominiert die Angst. ©Universal

Ein hervorragender Start, aber keine Spur von Stabilität

Der 49,4 Millionen US Dollar-Start war sogar besser als der von Pandemie-Kollegen Godzilla vs. Kong (31.6 Millionen US Dollar), Mortal Kombat (23.3 Millionen US Dollar), Cruella (21.5 Millionen US Dollar), Space Jam: A New Legacy (31.1 Millionen US Dollar), Jungle Cruise (35 Millionen US Dollar), The Suicide Squad (26.2 Millionen US Dollar) und Free Guy (28.4 Millionen US Dollar), welche allesamt die breite Masse ansprechen wollten.

Der Startschuss traf also schon einmal voll ins Schwarze, doch wie steht es um die Stabilität von Michael Myers? Nicht besonders gut, wenn wir ehrlich sind, denn genau da hapert es jetzt. Am vergangenen Wochenende musste die Produktion, für die Horror-Legende John Carpenter abermals als Berater hinzugezogen wurde, ein heftiges Minus von über 70% verdauen.

Die Ursache für diesen überraschend hohen Besucherschwund sehen viele Box Office-Experten ganz woanders. Einige geben der parallelen Premiere auf Peacock, einem in den USA von über 50 Millionen Bürgern abonniertes und demnach sehr gefragtes Streaming-Portal, die Schuld, andere schieben sie wiederum dem Neustart Dune, der eher zu wünschen übrig lassenden Mundpropaganda oder der Frontlastigkeit zu, die das Horror-Genre üblicherweise mit sich bringt.

Andi Matichak konfrontiert den Albtraum. ©Universal

Wie Genrekollegen im Jahr 2021 abgeschnitten haben

Mit dem letzten Punkt hat man nicht ganz Unrecht: Horrorfilme haben tatsächlich die Tendenz dazu, einen großartigen Auftakt zu haben und anschließend einzubrechen. Trotzdem muss an dieser Stelle betont werden, dass sich diesjährige Kollegen wie A Quiet Place 2 (59%), Conjuring: Im Bann des Teufels (57%) und Malignant (50%), von denen keiner von einem anstehenden Feiertag profitieren konnte, sehr viel besser gehalten haben.

Woran liegt es also wirklich, dass Halloween Kills jetzt schon fällt wie ein Stein und in den USA sogar um die 100 Millionen US-Dollar als Endresultat besorgt sein muss, die nach dem hervorragenden Startwochenende eigentlich schon als sicher in der Tasche galten, in Gefahr sind?

Dem 20 Millionen US Dollar schweren Streifen bleibt nämlich nur noch eine Woche lang Zeit, so viel Geld wie möglich in die Kinokassen zu schwemmen, denn nach dem Fest der Geister wird sich den Titel niemand mehr ansehen wollen, was abermals zu großen Rückgängen führt (so wie beim Vorgänger damals) – ähnlich wie bei Weihnachtsfilmen, deren Box Office nach den Feiertagen gnadenlos kollabriert.

Maskenvergleich auf dem Set von Halloween Kills (Nick Castle, James Jude Courtney). ©Universal

HALLOWEEN KILLS – Top oder Flop?

Doch bevor wir hier einen falschen Eindruck vermitteln, möchten wir ausdrücklich erwähnen, dass es sich bei Halloween Kills keineswegs um einen Flop, sondern zweifelsohne um einen absoluten Hit handelt!

Würde das Projekt mit Jamie Lee Curtis (True Lies), Judy Greer (Verflucht) und Andi Matichak (Son) als Strode-Trio ab sofort keinen einzigen US Dollar mehr einspielen, wäre hier trotzdem immer noch von einem der profitabelsten Produktionen des aktuellen Kinojahres die Rede – dafür hat das Startwochenende gesorgt. Es stellt sich lediglich die Frage, wieso Halloween Kills schon in der Vor-Halloween-Zeit derart schnell an Beliebtheit verliert.

Selbstverständlich werden wir die Zahlen und weitere Entwicklung für euch im Auge behalten und ausführlich darüber berichten, sobald wir mit Sicherheit voraussagen können, ob das blutige Gemetzel die 100 Millionen US Dollar in den USA schafft oder um ein Haar daran scheitert. Wir sind aber überzeugt davon, dass Universal Pictures marketingtechnisch alle Hebel in Bewegung setzen wird, um dies möglich zu machen.

©Universal

Geschrieben am 25.10.2021 von Carmine Carpenito
Kategorie(n): Halloween Kills, News, Top News



Matrix Resurrections
Kinostart: 23.12.2021Die visionäre Filmemacherin Lana Wachowski präsentiert mit „Matrix Resurrections“ den lang erwarteten vierten Teil der wegweisenden Filmreihe, die ein ganzes Genre ... mehr erfahren
Jeepers Creepers: Reborn
Kinostart: 30.12.2021In Jeepers Creepers: Reborn bahnt sich im verschlafenen Louisiana gerade das erste Horror Hound Festival an. Geeks und Freaks aus aller Welt sind dem Aufruf gefolgt, um d... mehr erfahren
Lamb
Kinostart: 06.01.2022Die isländischen Schafzüchter María (Noomi Rapace) und Ingvar (Hilmir Snær Guðnason) haben selbst keine Kinder, wünschen sich aber schon seit langem Nachwuchs unter... mehr erfahren
Scream
Kinostart: 13.01.2022Niemand ist sicher in Woodsboro … und jeder verdächtig! 25 Jahre nachdem eine Serie brutaler Morde das eigentlich ruhige Städtchen Woodsboro erschütterte, gibt es ei... mehr erfahren
Morbius
Kinostart: 27.01.2022Einer der faszinierendsten und widersprüchlichsten Charaktere des Marvel-Universums kommt ins Kino: Der Oscar®-Gewinner Jared Leto verwandelt sich in den rätselhaften ... mehr erfahren